Verkehr Rat stimmt Lärmaktionsplan zu

Neue Tempo-30-Zonen werden umgesetzt.
Neue Tempo-30-Zonen werden umgesetzt. © Foto: Simon Wagner
Bad Urach / Kirsten Oechsner 18.05.2018

Lärm bedeutet eine gesundheitliche Belastung, der in Bad Urach aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs zahlreiche Bürger ausgesetzt sind. Mit einem Lärmaktionsplan hat die Stadt nun einen Maßnahmenkatalog erstellt, um die betroffenen Anwohner zu schützen.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist bereits abgeschlossen – eine Bürgerinformation musste mangels Interesse kurzfristig abgesagt werden – und die eingegangenen Stellungnahmen wurden in das Schriftstück eingearbeitet. Die kurzfristigen Maßnahmen werden nach erfolgter Bekanntmachung umgesetzt, allerdings muss die Straßenverkehrsbehörde vor Erlass der verkehrsrechtlichen Anordnung zunächst noch die Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen einholen.

Unter anderem sieht der Lärmaktionsplan die Einführung einer nächtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 auf den Straßenabschnitten der B28 im Bereich der Ulmer Straße zwischen Tiergarten und Neuffener Straße bis zum Gebäude mit der Nummer 50 vor. Auch auf einem Teilbereich der B465 in Seeburg soll nachts ein entsprechendes Tempolimit zur Verringerung des Lärms eingeführt werden. CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Schweizer sieht die geplanten 30er-Zonen allerdings nach wie vor kritisch und verweist auf Erfahrungsberichte anderer Gemeinden: „An vielen Orten wird schon wieder zurückgerudert“, erklärt er bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Er habe mit Anliegern der betroffenen Streckenabschnitte in Bad Urach gesprochen und mehrfach die Auskunft erhalten, dass vor allem die klappernden Schachtdeckel Lärm verursachten: „Und das tun sie bei Tempo 30 genauso wie bei Tempo 50.“

 Ein Problem, das laut Bürgermeister Elmar Rebmann problemlos behoben werden könne. An der kurzfristigen Einführung der nächtlichen Tempo-30-Zonen solle man dagegen festhalten: „Für die betroffenen Bürger wird der Lärm dadurch geringer.“

Die Mehrheit der Gemeinderäte folgte dem Antrag von Schweizer, die Einführung der nächtlichen Tempo-30-Zonen aus dem Lärmaktionsplan zu nehmen, nicht. Die geforderte Temporeduzierung auf der B465 im Bereich der Georgiisiedlung wird als mittelfristige Maßnahme hingegen nicht umgesetzt. Aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen wird dort von den Verkehrsbehörden keine Zustimmung erfolgen. Da der Lärmaktionsplan alle fünf Jahre fortgeschrieben werden muss, kann dann erneut festgestellt werden, ob die Rahmenbedingungen vorliegen.