Narren Perfekter Start in die Saison

Der Marktplatz bot die richtige Kulisse für die Narrenzunft, die sich zum Häsabstauben versammelte.
Der Marktplatz bot die richtige Kulisse für die Narrenzunft, die sich zum Häsabstauben versammelte. © Foto: Oechsner
Kirsten Oechsner 07.01.2018

Sie ließen sich in den vergangenen Jahren am Dreikönigstag weder von Eiseskälte noch von Schneetreiben, Regen oder Nebelschwaden die gute Laune verderben. Am Freitag passten Wetterlage und Stimmung für die Mitglieder der Narrenzunft bestens zusammen: Die Häserweckung auf dem Marktplatz fand bei strahlend blauem Himmel und frühlingshaften Temperaturen statt, ein perfekter Start in die Fasnetszeit.

„Last Christmas“ klingt noch in den Ohren, schon ertönen die Fasnet-Gassenhauer und es wird dazu geschunkelt und gesungen: Freiluft-Party-Atmosphäre pur herrschte am Samstag für die Uracher Narren und ihre rund 200 Gäste, der Kreis der Mitfeierenden wird immer größer. 2002 gegründet, hatte die Gruppe in der protestantisch geprägten Kurstadt zunächst einen schweren Stand und auch die Häserweckung fand wenig Interesse. Das hat sich inzwischen geändert: Unter die einheimischen Narren und ihre Gäste aus Laichingen und Betzingen, Buttenhausen und Wannweil sowie die Guggamusiker aus Sonnenbühl mischten sich auch zahlreiche an der Fasnet interessierte Bad Uracher.

Die Häserweckung hat nach 16 Jahren längst ihren festen Platz im Veranstaltungskalender ebenso wie die Erstürmung des Rathauses und der Kinderfasching. Letzterer lockt Jahr für Jahr unzählige Jungen und Mädchen mit ihren Eltern und Großeltern in die Festhalle: „Wir brauchen sie dafür“, meinte Zunftmeister Ralf Wunsch. Und deshalb gab’s am Samstag denn auch eine Spende über 111,11 Euro für den Förderverein Festhalle, übergeben wurde der Scheck an dessen Vorsitzende Irmgard Naumann.

Die Elf ist eine wichtige Zahl für die Uracher Narren: Um 11.11 Uhr startete die Häserweckung und geehrt werden die Mitglieder auch für die elfjährige Treue zum Verein – dieses Jahr wurden Doris und Jana Schillinger sowie Robin Wohlfahrt ausgezeichnet. Rund 30 Frauen, Männer und Kinder sind bei der 1. Narrenzunft Bad Urach aktiv: „Wenn alle da sind“, betont Wunsch. Noch hat die Gruppe keine Nachwuchssorgen, wieder stand eine Narrentaufe und damit die Übergabe der Maske auf dem Programm. Zwei junge Männer hatten in der vergangenen Saison Narrenluft geschnuppert und Lust auf mehr bekommen, eine junge Närrin darf nun mit zwölf Jahren ihr Barett abgeben und ebenfalls die wilde Maske der Uracher Narren tragen.

Die Geschichte der Narrenzunft, die auf Nicodemus Frischlin und seine Inhaftierung auf dem Hohen Urach basiert, wurde dieses Jahr in Form eines selbst geschriebenen Raps vorgetragen. Damit trafen die jungen Närrinnen voll den Geschmack des Publikums und ersangen sich den Respekt ihrer älteren Mitnarren. Vor allem die erst sechsjährige Melina traute sich, präsentierte den Reim solo.

Kurz und knapp fällt sie mit vier Wochen aus, die diesjährige Fasnetsaison: Jedes Wochenende ist die 1. Narrenzunft vorwiegend auf der Alb unterwegs und nimmt an Umzügen sowie Brauchtumsabenden teil. „Das geht von freitags bis sonntags“, machte Ralf Wunsch deutlich. „Montags sind wir dann wieder normal und schaffen.“ Ans Ende wollte am Samstag noch keiner denken, doch eines ist jetzt schon klar: Am Faschingsdienstag wird das Häs wieder begraben.

16

Jahre jung ist die 1. Narrenzunft der Kurstadt, die inzwischen rund 30 Aktive hat. Vor allem der Kinderfasching zählt zu einem Publikumsmagneten in Bad Urach.