Stadtfest Party bis nach Mitternacht

Bad Urach / REGINE LOTTERER 24.07.2016
Entspannt und fröhlich haben die Bad Uracher ihr Stadtfest zelebriert. Bis weit nach Mitternacht genossen Tausende die stimmungsvolle Atmosphäre.

Der historische Marktplatz ist ohne Zweifel einer der schönsten Plätze in der Region, um ein großes Fest auszurichten. Wenn sich die Dämmerung langsam über die Grafenstadt legt und die Giebelbeleuchtung die Fachwerkfassaden erstrahlen lässt,  entsteht jene ganz besondere Atmosphäre, von der Einheimische wie Touristen immer wieder schwärmen. Am Samstag ließen sich Tausende von dieser Stimmung anstecken und genossen ein fröhliches, entspanntes Stadtfest im Jubiläumsjahr.

Dieses Mal passte freilich auch alles zusammen: Der Sommerabend war lau, gelegentliche Regentropfen vermochten die Laune nicht zu trüben, die Musik begeisterte und das Essen schmeckte einmal mehr hervorragend. Was die Vereine und Gruppen auftischten, ging dabei weit über jene Kost hinaus, die gemeinhin bei einem Hock serviert wird. Das Angebot in Bad Urach zeigte sich ebenso international wie die Einwohnerschaft der Kurstadt: Portugiesische Spezialitäten kamen ebenso auf die Teller wie schwäbische Schupfnudeln oder türkische Leckereien. Das Lob für die Küchenmeister fiel bei den Besuchern indessen einmütig aus: „Sehr lecker.“

Eine ganz besondere Geschichte verbirgt sich hinter jenem Stand, an dem es frisch zubereitete Falafeln gab. Zwei syrische Flüchtlingsfamilien hatten am Freitagvormittag die Idee, die frittierten Bällchen aus Bohnen, Kichererbsen und Gewürzen zu Gunsten das AK Asyl auf dem Stadtfest zu verkaufen. Dessen Vorsitzende, Diana Schmid-Grammel, setzte alle Hebel in Bewegung, um den Gedanken in die Tat umzusetzen. Was freilich nicht ganz einfach war, schließlich musste der Wirtschaftskontrolldienst den Stand noch abnehmen. Hilfe fand sie schließlich im Verschönerungsverein, der die Syrer gerne mit unter sein Dach nahm. Die Zutaten für die Falafel kauften die Syrer am Samstag frisch ein, mit dem Zug und prallvollen Tüten kamen sie schließlich wieder auf dem Festgelände an. Das einträchtige Miteinander der Kulturen ist eine tragende Säule des gut funktionierenden kurstädtischen Gemeinwesens, die andere fußt auf dem Zusammenhalt der Generationen. Wenn in der Stadt zum Fest geladen wird, feiern Alt und Jung ganz selbstverständlich miteinander. Zur Musik der Boiz Bänd, die dem Publikum am Samstag als erstes einheizte, feierten und schwoften die Großeltern gemeinsam mit den Enkeln. Dicht gedrängt standen die Besucher vor der Bühne am Rathaus, um der Show zu folgen. Wer rechtzeitig auf dem Marktplatz erschienen war, hatte sogar einen der begehrten Sitzplätze ergattert.

Die 19 Vereine, die sich beim Jubiläumsstadtfest ums Wohl der Besucher kümmerten, baten die Gäste in kleine Lauben, in denen gut Verweilen war. Zumal auch die Band „Yvolution“, die gegen halb elf die Bühne übernahm, zu begeistern wusste: Partystimmung bis weit nach Mitternacht im Herzen der ehemaligen Residenzstadt.

Wer sich ordentlich durchschütteln lassen oder sein Glück bei der Jagd auf Plastikenten versuchen wollte, pilgerte zur Festhalle. Vor allem die Jüngeren zog es auf den dort aufgebauten Rummel, der mit Zuckerwatte und Boxautos auch heute Besucher erwartet. Zum Abschluss dürfen sich die Zuschauer auf ein großes Feuerwerk in rot, weiß und blau freuen.

Das Stadtfest blieb am Samstag einmal mehr ein Treffpunkt für die Uracher. An allen Ecken konnten die Besucher auf Bekannte und Verwandte treffen. Viele inzwischen auswärts wohnende Kurstädter reisten sogar extra in die alte Heimat, um dort zünftig zu feiern.

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