Bad Urach Parken mit neuen Konzept

Parken könnte in Urachs Innenstadt künftig teurer werden. Ausgenommen die, die nur schnell etwas erledigen wollen.
Parken könnte in Urachs Innenstadt künftig teurer werden. Ausgenommen die, die nur schnell etwas erledigen wollen. © Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / Simon Wagner 11.10.2018

In Bad Urach könnten bald neue Regeln für das innerstädtische Parken gelten. Der Technische Ausschuss der Stadt jedenfalls hat in seiner Sitzung am Dienstagabend ein Maßnahmenpaket geschnürt, das dem Gemeinderat zur endgültigen Entscheidung zwar noch vorgelegt werden wird, aber schon jetzt Gegenstand von detailgenauen Diskussionen war.

Die mögliche Neuregelung entstammt dem fortgeschriebenen Parkierungskonzept, das die Ludwigsburger Planungsgruppe Kölz im Auftrag der Stadt anfertigte. Vor rund einem Jahr war es bereits Thema einer Klausurtagung des Rats und Gegenstand von weiteren Abstimmungen.

Das Konzept als solches sieht fünf unterschiedliche Bewirtschaftungszonen vor: das Parkhaus, die Kernzone um den Marktplatz, der Bereich des ZOB, die halböffentlichen Parkplätze am Eslach-Center sowie im Bereich der Endhaltestelle der Ermstalbahn, beim Tiergarten, Seilerweg, sowie Festhalle und Georg-Goldstein-Schule. Insgesamt befinden sich in diesen Zonen knapp 1000 Parkplätze.

Vor allem die Kernzone mit Marktplatz, Pfählerstraße, Grünes Herz und Wilhelmsplatz stand nun im Mittelpunkt der Betrachtungen des Ausschusses. In diesem Bereich, so der Vorschlag der Verwaltung, sollen zwölf neue Parkplätze entstehen. Bewirtschaftet sollen auch wieder die Stellplätze am Kindergarten „Grünes Herz“ sein. Die Gebühren sollen künftig zudem per EC-Karte oder bequem per Handy bezahlt werden können. Das Vorhaben, gegenüber dem leerstehenden Gasthaus „Krone“, die Parkplätze von drei auf fünf aufzustocken, fiel jedoch auf Kritik, nicht nur aus den Reihen der SPD-Fraktion. Für Ratsmitglied Ulrich Maier etwa, kann es nicht sein, dem verkehrsberuhigten Marktplatz auch nur einen Quadratmeter für Stellplätze abzutrotzen. Der Antrag seiner SPD-Fraktion, sämtliche Stellplätze an dieser Stelle zu entfernen, fand indes keine Mehrheit.

  Gerungen wurde aber insbesondere auch um die künftige Ausgestaltung der Parkzeiten und -gebühren. Grundsätzliches Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität im Bereich des Marktplatzes zu verbessern, insbesondere aber auch den Einzelhandel durch eine erhöhte Besucherfrequenz zu stärken. Die Höchstparkdauer und die Gebührenhöhe sind die Stellschrauben an denen vor diesem Hintergrund nun gedreht werden soll.

Gleich mehrere Vorschläge der Verwaltung lagen diesbezüglich auf dem Tisch. Letztendlich favorisierte der Ausschuss mit knapper Mehrheit jedoch den Vorstoß des Handels- und Gewerbevereins „Bad Urach aktiv“, zum Antrag erhoben durch die CDU-Fraktion. Ihm zufolge sollen die ersten 30 Parkminuten kostenlos sein. Anschließend würden pro weitere 15 Minuten 50 Cent fällig. Die Höchstparkdauer zwischen 9 und 18 Uhr wäre dabei auf 90 Minuten begrenzt. „Bad Urach aktiv“ will sich bei seinen Mitgliedern für eine mögliche Rückerstattung der Parkgebühren zu Gunsten ihrer Kunden einsetzen.

Gesprächsbedarf gab es auch hinsichtlich der Parksituation im Kurgebiet. So wie im Maisental auch, soll auf den Parkplätzen in der Bäderstraße an Wochenenden und Feiertagen zwischen 9 und 17 Uhr bezahlt werden müssen. Höchstens aber drei Euro pro Tag. CDU-Ratsherr Michael Schweizer kann sich derweil auch eine ganzwöchig gültige Gebührenpflicht vorstellen, die von regelmäßigen Parkern auch mittels eines Monatstickets beglichen werden könnte. Der Ausschuss folgte seinem Ansinnen jedoch nicht. Und Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann betonte, man wolle einen sanften Einstieg, zumal geschätzt 1000 Berufstätige von einer täglichen Gebührenpflicht betroffen sein könnten.

Von einer möglichen Neuregelung könnte auch die Immanuel-Kant-Straße, der Lehrerparkplatz des Gymnasiums und die Flächen an der Ermstalhalle betroffen sein. Hier könnte künftig eine Parkscheibenregelung greifen. Sie soll, so der vom Ausschuss veränderte Vorschlag der Verwaltung, nicht erst ab 9 Uhr sondern bereits ab 7 Uhr bis 19 Uhr in Kraft sein. Die Höchstparkdauer: fünf Stunden. Vorneweg das Kollegium des GEG hatte sich im Vorfeld an die Stadtverwaltung gewandt und den möglichen Wegfall des Lehrerparkplatzes scharf kritisiert. Vor diesem Hintergrund scheint die Reservierung einer gewissen Anzahl von Stellplätzen für das Gymnasium und die Realschule möglich.

90

Minuten soll künftig die Höchstparkdauer im Bereich der Bad Uracher Innenstadt betragen. Die ersten 30 Minuten könnten kostenlos sein. Eine Belebung der Altstadt wird erwartet.

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