Der Treffpunkt am Ermsufer ist für Vivien Vanessa mit vielen Emotionen verbunden. 2014 kommt es an Ort und Stelle zum Schlussstrich unter eine gescheiterte Beziehung. „Einen Tag später kam mir die Idee für den Song“, blickt die 23-Jährige zurück. Der Titel: „Black and White“, den es seit gestern zu Kaufen gibt. Der Song beschreibt den Verlauf der Beziehung vom rosaroten Beginn bis zum Punkt nach der Trennung. Ihre Liebe zur Musik hingegen hält schon lange. Mit acht Jahren hört sie zum ersten Mal eine CD der schwedischen Band ABBA und ist direkt begeistert.

Heute, 15 Jahre später, hört Vivien Vanessa nicht nur Musik, sondern macht sie selbst. Dafür hat sie zehn Instrumente bei sich zu Hause stehen. Vom Schlagzeug, über Gitarren bis zum Klavier ist alles dabei. Klavier lernt sie schon im Alter von sechs Jahren, die restlichen Instrumente kommen im Laufe der Jahre dazu. Sie probiert sich aus, schreibt erste Songs, die aber nicht veröffentlicht werden. 2012 dann der Aha-Moment bei einem Konzert von Amy MacDonald. Als die Britin von der Bühne ruft, „vielleicht geht ja einer von euch heute Abend nach Hause und schreibt einen Song“, fühlt sich die junge Dettingerin irgendwie angesprochen. „Zwei Tage später bin ich um fünf Uhr morgens aufgewacht und habe „Who She´s Gonna Be“ geschrieben“, erzählt sie. Es ist ihr erster Song und der Moment, in dem sie ihren eigenen Musikstil gefunden hat: Folk-Country-Pop.

Vivien Vanessa beschreibt ihre eigene Musik so: „Emotional und etwas melancholisch. Aber der nächste Song wird flotter“, stellt sie in Aussicht, dass sie kein One-Hit-Wonder bleiben wird. Ein Hit, eine Frau. Der Slogan passt gut auf die gelernte Kauffrau für audiovisuelle Medien. Denn von der Planung, über das Schreiben der Songs bis zum Vertrieb und der Promotion organisiert sie alles selbst – ein stressiger Job. Der lohnt sich aber: Seit zwei Wochen läuft ihr Song Black and White im Radio, bereits schon 30 Mal war er zu hören.

Warum sie sich den Stress antut? Darauf hat Vivien Vanessa eine simple wie beeindruckende Antwort: „Die Musik ist mein bester Freund, ohne sie wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin.“ Und für Momente wie jenen im Mai dieses Jahres bei einem Konzert: „Das ist mir sehr nahe gegangen.

Wenn man spürt, dass man eins wird mit dem Publikum und der Musik – das ist sehr emotional und einfach ein geiles Gefühl.“

Im Herbst fängt sie an zu studieren, an der Popakademie in Mannheim. Von dieser Talentschmiede sind schon Stars wie Joris oder Max Giesinger abgegangen. Man darf also gespannt sein, was es von Vivien Vanessa auf die Ohren gibt in den nächsten Jahren.