Ein Journalist schlich sich Ende der 1990er Jahre ins rechtsextreme Milieu ein und filmte dort von 2003 bis 2011 mit versteckter Kamera: vor allem bei Konzerten und zudem in einschlägigen Läden für CDs, Merchandising-Artikel, Kleidung und Waffen. Ferner hat er, der sich den Decknamen Thomas Kuban gegeben hat, mit Aktivisten gegen Rechtsextremismus gesprochen und Pressekonferenzen zum Thema Kriminalität, Links- und Rechtsextremismus besucht.

Für Kuban beziehungsweise Regisseur Peter Ohlendorf sind die rechtsextreme Musik, die Läden, CDs und Internet-Verkaufsportale Mittel, um Jugendliche für den Rechtsextremismus zu werben.

Bei Rechtsrock-Konzerten grölten Sänger Sätze wie "Wetzt die Messer, lasst sie flutschen in den Judenleib". Die Zuhörer grölten mit und hoben die Arme zum Hitlergruß. Somit könnte die Polizei dem Film zufolge eigentlich solche Konzerte abbrechen oder vorab verbieten. Nach Kubans Recherchen stehen oft Polizisten vor Hallen, in denen rechtsextreme Musik gespielt wird, greifen aber meist nicht ein.

Die gut besuchte Filmvorführung war Teil eines Wochenendes der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) im Haus auf der Alb. Dabei wurden Honorarkräfte und Ehrenamtliche des Teams "Mex" der LpB geschult, das sich "Mit Zivilcourage gegen Extremismus" einsetzt. Neben Mitgliedern des Teams sahen auch Interessierte aus Bad Urach und Umgebung den Film.

Das Publikum nutzte die Gelegenheit, Fragen an Ohlendorf zu stellen: Ein Mann wollte wissen, weshalb weder die Filmförderung noch Fernsehsender den Film finanziell unterstützt hatten. Ohlendorf antwortete, man habe nicht geglaubt, dass es für diesen Film ein Publikum gebe und habe das Argument vorgebracht: Wenn sich kein Sender für diesen Film finde, interessiere er niemanden, dann habe er kein Publikum und warum sollte die Filmförderung Geld dafür ausgeben?

Weshalb wollen staatliche Institutionen sich nicht stark gegen Rechtsextremisten engagieren, fragte ein anderer Zuschauer. Der Regisseur führte das darauf zurück, dass die Bundesrepublik immer angenommen habe, dass die Gefahr für den Staat von links komme. Außerdem gebe es auch einen gewissen Rassismus in Teilen der deutschen Bevölkerung. Ohlendorf zufolge ist es wichtig, dass die Bevölkerung Druck auf die Polizei ausübt, gegen die Rechtsrock-Konzerte vorzugehen. Auf diesen Druck von unten führt er zurück, dass "Kategorie C"-Konzerte in Deutschland verboten wurden und dass die Polizei punktuell den Druck auf rechtsextreme Konzerte erhöhte.