Bad Urach Mit der Madonna unterwegs

Die Portugiesische Gemeinde und viele weitere Katholiken folgten bei der fatima-Prozession der Madonna durch die Uracher Innenstadt. Foto: Kirsten Oechsner
Die Portugiesische Gemeinde und viele weitere Katholiken folgten bei der fatima-Prozession der Madonna durch die Uracher Innenstadt. Foto: Kirsten Oechsner
Bad Urach / KIRSTEN OECHSNER 21.05.2013
Eine Tradition aus dem Süden ist seit 37 Jahren auch in Bad Urach verankert: Die Portugiesen luden zur Fatima-Prozession ein, 300 Menschen folgten ihr von der Gonzaga-Schule bis zur katholischen Kirche.

Einmal im Jahr, am Samstag nach dem 13. Mai, setzt sich in der Kurstadt eine Prozession in Gang, der unzählige Menschen folgen und die in der Innenstadt auch dieses Jahr für erstaunte Gesichter sorgte: Dann lädt die portugiesisch-muttersprachliche Gemeinde der katholischen Kirche zur Fatima-Prozession ein. Rund 300 Menschen folgten der Madonnen-Statue, den Rosenkranz betend, singend und mit Lichtern in der Hand. Berichtet wird, dass am 13. Mai 1917 im portugiesischen Fatima drei Hirtenkindern die Mutter Gottes erschienen sein soll. Sie rief zum Gebet, zur Umkehr und zum Frieden auf. Weitere zwei Mal soll Maria den Hirtenkindern erschienen sein, wobei ihnen auch die drei Geheimnisse von Fatima überliefert wurden. Fatima zählt zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der katholischen Kirche.

In Portugal finden dem Ereignis zu Ehren traditionsreiche Prozessionen statt, als eine solche kann auch die in Bad Urach inzwischen bezeichnet werden: Seit 37 Jahren kommen Mitglieder der portugiesischen Gemeinden von Stuttgart bis Ulm eigens dafür ins Ermstal, auch zahlreiche italienische und deutsche Christen machten sich jedes Jahr auf den Weg von der Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule zur St. Josefskirche. Dieses Jahr allerdings mit einem Umweg über die Stuttgarter Straße, weil in der Kirchstraße wegen einer Baustelle kein Durchkommen war.

Für die vier Träger der Familien Neto und Martins wars eine anstrengende Prozedur, auf den Schultern der beiden Ehepaare lastete das Gewicht der rund 100 Kilo schweren und reichlich ausgeschmückten Madonna. Immer wieder mussten kurze Pausen eingelegt werden oder es wurden die Positionen zur Entlastung der Schultern gewechselt. Die Träger hatten sich indes freiwillig gemeldet, wie sie betonten. Sie verstanden ihre Aktion als Zeichen des Dankes. An die Prozession schloss sich ein Gottesdienst in der katholischen Kirche an, der während des Schlusslieds mit einem Ritual endete: Die Gläubigen verabschiedeten sich von der Madonna, indem sie weiße Taschentücher schwenkten. Den Gottesdienst leitete ein portugiesischer Pfarrer, einmal im Monat findet ein muttersprachlicher Gottesdienst statt und an den übrigen Sonntagen wird in der Messe das Evangelium auf Portugiesisch gelesen.

Schon bald findet die nächste Prozession der katholischen Kirche statt: Am Donnerstag, 30. Mai, um 10.30 Uhr begleitet ein bunter Blumenteppich die Fronleichnam-Prozession von der St. Josefs-Kirche bis zum Feuerwehr-Magazin und zurück. Die Teppiche gestalten die Dettinger Frauen sowie die portugiesisch-muttersprachliche Gemeinde. Nach einem Gottesdienst findet rund um die Kirche ein Gemeindefest statt, aufgetischt werden internationale Spezialitäten. Auch nach der Fatima-Prozession wurde gefeiert - im Delp-Haus ließen sich die Teilnehmer der Fatima-Prozession bei kulinarischen Köstlichkeiten aus Portugal gemütlich nieder.

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