Bad Urach Mehr Touristen, weniger Kurtaxe

Bad Urach ist in der Gunst der Urlauber gestiegen. Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach ist in der Gunst der Urlauber gestiegen. Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / PETER KIEDAISCH 21.03.2013
Nach einigen flauen Jahren geht es mit den Übernachtungszahlen in Bad Urach wieder aufwärts. So gut war es in den zurückliegenden zehn Jahren nur im Jahr 2008, kurz vor der Wirtschaftskrise.

Der Tourismus-Hauptverantwortliche der Kurstadt, Torsten Clement, hat am Dienstagabend dem Gemeinderat die Übernachtungszahlen fürs Jahr 2012 präsentiert. Die Statistik deutet darauf hin, dass es aufwärts geht. Die Ankünfte beispielsweise sind um 16,8 Prozent gestiegen auf insgesamt 60 897. Im Jahr zuvor waren es 52.000.

Und nachdem die Übernachtungszahlen seit dem Spitzenjahr 2008 (993.800) kontinuierlich zurückgegangen sind, waren es vergangenes Jahr wieder starke 992.300 Übernachtungen. Jetzt möchte Clement die 400.000er-Marke ins Visier nehmen, wie er am Dienstagabend ankündigte. Allerdings gibt es vielerlei Unwägbarkeiten, auf die die städtischen Touristiker kaum Einfluss haben. Die jüngste Entwicklung bezeichnete Clement als "sensationell".

Freilich spielten ihm dabei zwei Wiedereröffnungen in die Karten. Sowohl die Jugendherberge als auch das Stift Urach waren zuvor als Übernachtungsalternativen renovierungsbedingt ausgefallen und sind im zurückliegenden Jahr gestärkt ins Rennen um Übernachtungs-Marktanteile gegangen.

Ein Erfolgsmodell sind auch die 26 Wohnmobilstellplätze. 4200 Ankünfte und 6700 Übernachtungen bedeuten Zunahmen um jeweils 22,4 Prozent. Lediglich die Kurve der Kurtaxe weist nach unten. Ein Minus von 1,8 Prozent hat kritische Stimmen auf den Plan gerufen. "Das tut weh", klagte Konrad Hölz (CDU). "Den Abwärtstrend sollten wir stoppen."

Ein Begriff, mit dem sich Bürgermeister Elmar Rebmann nicht anfreunden konnte. Zumal der Tourismusbericht zeige, "dass wir gut da stehen". Marcus Vogel (GAL) riet dazu, jüngere Urlauber zu bewerben. Bislang haben "wir den größten Zuwachs bei den über 60-Jährigen." Petra Mayer-Bock (FDP) empfahl, das E-Bike-Angebot auszubauen, Ingrid Ganser (CDU) sprach sich dafür aus, die Konzept der Premiumwanderwege so schnell wie möglich umzusetzen.