Gemeinderat Mehr Sicherheit für Radler

Die Sicherheit der Radfahrer soll in Dettingen generell verbessert werden. Foto: Thomas Kiehl
Die Sicherheit der Radfahrer soll in Dettingen generell verbessert werden. Foto: Thomas Kiehl © Foto: Foto: Thomas Kiehl
Dettingen / Norbert Leister 21.10.2016
Anke Martini legte im Dettinger Gemeinderat den neuen Verkehrsentwicklungsplan vor. Mit dem Fokus auf dem Radverkehr.

Eine Stärkung sowie ein vermehrter Umstieg zum öffentlichen Personennahverkehr soll gefördert werden.“ Das ist eine der zentralen Aussagen des Verkehrsentwicklungsplans, den Sachbearbeiterin Anke Martini am Donnerstag dem Dettinger Gemeinderat vorlegte. Die Basis dafür – ein Gutachten des Ingenieurbüros Dr. Brenner – wurde dem Gremium schon vor genau einem Jahr präsentiert. Seitdem „hat sich die Verwaltung intensiv mit der Umsetzung der Ergebnisse auseinandergesetzt und einen Umsetzungsplan erarbeitet“, wie in der Gemeinderatsvorlage vom Donnerstag nachzulesen war.

Die Gemeinde im Ermstal hat also offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt – nur mit der Realisierung ist das halt so eine Sache: „Wir wissen, dass die Kasse der Gemeinde leer ist, aber planerisch können wir doch was machen“, sagte Archibald Fritz. Allerdings vermisse der UL-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf den Radverkehr „ein Konzept, wir wollen weniger Verkehr, aber durchgängige Radwege gibt es in Dettingen nicht“, so der Fraktionsvorsitzende.

Eine „Optimierung der Radwege“ forderte auch Dr. Rolf Hägele (FWV). Die Ausweisung von Parkbuchten in der Kappishäuser Straße lehne er aber ab – das sei kontraproduktiv wie auch gefährlich für die Radfahrer. Wolfgang Budweg sagte: „Wir brauchen ja kein Radwegenetz wie in Amsterdam, aber sichere Strecken vor allem für unsere Schüler.“

Gerade die Karlstraße wie auch die Metzinger Straße seien jetzt schon, ohne Radfahrstreifen, sehr problematisch – „wenn ich da mit dem Fahrrad unterwegs bin und ein parkender Autofahrer reißt seine Tür auf, gibt es keine Ausweichmöglichkeit“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Die Forderung des Verkehrsentwicklungsplans lautet dennoch: Radfahrstreifen einzurichten, allerdings mit Einschränkung – „sofern möglich“, heißt es da. Es bestehe ja vor allem in der Metzinger Straße und in der Karlstraße das Problem der „Restfahrbahnbreite und der Parkflächen“, so die Gemeinderatsvorlage.

Einig waren sich die Ratsmitglieder jedoch, dass eine Mittelinsel in der Hülbener Straße auf Höhe der Schillerschule sinnvoll wäre und umgesetzt werden soll. Eine dritte Auffahrt auf die B 28 werde es nach den Worten von Bürgermeister Michael Hillert jedoch nicht geben, „das ist pure Utopie, wir müssen gucken, dass die Anschlüsse, die wir haben, optimiert werden“, so auch Hägele. Als sinnvoll erachteten alle Fraktionen eine Neugestaltung des Ortsbuskonzeptes, denn: „Mit der Linie 101 können die Bewohner in der Buchhalde wenig anfangen“, so Budweg. Ein „Rufbus“ wäre deutlich sinnvoller. „Solch ein Konzept müsse aber laut Wolfgang Budweg über einen langen Zeitraum hinweg, vielleicht sogar über Generationen, „nicht nur in die Köpfe der Dettinger, sondern auch in ihre Herzen hineinkommen“.

Grundsätzlich sei das nämlich auch eine Frage des Marketings, wie Rolf Hägele ausführte. „Das ist wichtig, um das Bewusstsein der Einwohner zu ändern.“ Und zwar nachhaltig. Weitere sinnvolle Maßnahmen zur positiven Veränderung des Verkehrs in Dettingen könnten laut Martini sein: Die Einrichtung etwa einer Ampel bei der Ein- und Ausfahrt zum Gewerbegebiet Vogelsang sowie auch die Einrichtung einer abknickenden Vorfahrtstraße am Verkehrsknoten Hülbener Straße und Gustav-Werner-Straße.