Ortsentwicklung Mehr als Schaukel und Wippe

Viele Ideen haben die Nürtinger Studenten entwickelt und präsentiert.
Viele Ideen haben die Nürtinger Studenten entwickelt und präsentiert. © Foto: Nadine Wilmanns
Würtingen / Von Nadine Wilmanns 17.07.2018

In einem Semesterprojekt haben sich Landschaftsarchitektur-Studenten der Hochschule Nürtingen Gedanken über Würtingen gemacht. Genauer gesagt über das Gebiet um die Festhalle. Das soll nämlich ,,aufgehübscht“ und vielseitiger für alle Generationen nutzbar gemacht werden. ,,Unsere Aufgabe war es, einen Masterplan für dieses Gebiet zu entwickeln, der zukunftorientiert ist – also die Konzepte wurden mit Blick auf die nächsten zwanzig, dreißig Jahre entwickelt“, erklärt Wettbewerbssieger Max Martens bei der Projektprämierung am Sonntag.

,,Ein Platz für alle“ heißt das Projekt, das auf die Anregung der Spielplatzinitiative zurück geht. ,,Wir wollten einen Spielplatz hier an der Gemeindehalle, die ja zentraler Festplatz ist, doch waren wir relativ planlos und hatten kein richtiges Konzept – schließlich wollten wir nicht einfach irgendwo hier eine Wippe und da eine Schaukel hinstellen“,  erklärt Dirk Harich von der Spielplatzinitiative. Das Anliegen der Initiative geht weit über eine Wippe und eine Schaukel hinaus: Das gesamte Gelände um die Festhalle soll für alle St. Johanner, Jung wie Alt, attraktiver werden. Damit soll auch die Verbundenheit der Ortsteile St. Johanns gestärkt werden, so Harich. ,,Ein Platz für alle heißt, dass Behinderte, Nicht-Behinderte, Ältere, Kinder und Familien einbezogen werden“, sagt Harich. Nachhaltigkeit und Inklusion seien der Initiative primäres Anliegen.

Damit dem Projekt Hand und Fuß wächst, hat der Gemeinderat einen Wettbewerb für die Nürtinger Landschaftsarchitektur-Studenten ausgeschrieben. ,,Wir hatten einen Besichtigungstermin vor Ort und danach haben wir unsere Konzepte am PC und Schreibtisch ausgearbeitet“, berichtet Martens. Struktur, Defizite und Möglichkeiten des Ortes wurden analysiert, um daraus dann innerhalb eines möglichst kleinen Budgets umsetzbare Ideen zu entwickeln.

Eine Fachjury aus Vertretern der Hochschule sowie Vertretern der Spielplatzinitiative und des Gemeinderats, dem Jugendforum St. Johann und Bürgermeister Florian Bauer hat die Gewinner festgelegt.

,,Die Vorschläge sind zum Teil ganz simpel, aber man muss eben erst einmal darauf kommen“, staunt Harich. So habe ihm etwa die Idee gut gefallen, einen Weg durch einen Sandkasten zu konzipieren, sodass auch Ältere oder Behinderte mittendrin sein können im Sandkastenspiel. ,,Wir waren sofort wirklich angetan von den Vorschlägen“, bestätigt auch Bauer. So angetan, dass nicht nur Ideen der ersten drei Gewinner in eine Endlösung einbezogen werden sollen, sondern zusätzlich noch weitere vier Konzepte aufgekauft wurden, deren Ideen Bürgermeister Bauer und seine Jury-Kollegen begeistert haben. ,,Wir konnten uns einfach nicht entscheiden, und so habe ich gesagt, ich spende noch für den Zukauf und die Spielplatzinitiative auch“, sagt Bauer. ,,Es ist großartig zu sehen, was dabei herauskommt, wenn mal Experten, die von außen kommen, auf den Platz schauen.“

Die Sanierung des Kleinspielfeldes, die Reanimation des Volleyballfelds und des Skateparks, Sitzelemente, Brunnen, Bepflanzung, Grillstellen, Kletterwand, Spielhügel, Dehnoase, grünes Klassenzimmer, Trampolinelemente, Parcoursanlage, Beachvolleyball-Tribüne mit Liegestuhlelementen – was davon nun wirklich umgesetzt wird, darüber soll in St. Johann und im Gemeinderat bis Herbst dieses Jahres diskutiert werden. Bis Ende des Jahres sollen die Maßnahme beschlossene Sache sein, und es kann dann prompt im nächsten Frühjahr mit der Umsetzung begonnen werden.

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Konzepte zur Gestaltung des Umfelds der Würtinger Gemeindehalle liegen nun vor. Im Herbst wird der St. Johanner Gemeinderat seinen Favoriten küren.

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