St. Johann Mehr als die Hälfte ist neu

Die ausgeschiedenen St. Johanner Gemeinderäte haben fortan eine Verantwortung weniger zu tragen.
Die ausgeschiedenen St. Johanner Gemeinderäte haben fortan eine Verantwortung weniger zu tragen. © Foto: Simon Wagner
SIMON WAGNER 01.08.2014
Rats-Rochade in St. Johann: Zwölf neue Ratsmitglieder werden künftig am Würtinger Ratstisch Platz nehmen. Am Mittwoch wurden sie während der konstituierenden Sitzung verpflichtet. Zehn Räte scheiden aus dem Amt aus.

"Das ist eine große Zäsur und ein Wechsel, der sicher spürbar wird", kommentierte St. Johanns Bürgermeister Eberhard Wolf das Stühlerücken, das sich am Mittwochabend im Rat der Gemeinde vollzog. Nach der Kommunalwahl am 25. Mai dieses Jahres, verpflichtete der Rathauschef nicht nur zwölf neue Mitglieder im Ratsrund, sondern verabschiedete auch zehn teils lang gediente Mandatsträger.

Sie vereinen zusammen 70 Jahre Gremiumsarbeit auf sich, rechnete Wolf vor, sie hatten sich alleine zwischen 2009 und 2014 mit 1870 öffentlichen und nichtöffentlichen Beratungspunkten beschäftigt und sich dabei über 1241 Drucksachen gebeugt: "Ein enormes ehrenamtliches Engagement", wofür er ebenso dankte wie für die Zeit und Kraft, die die scheidenden Räte in ihr Amt und für die Gemeinde investierten. Gemeinsames Ziel sei es dabei immer gewesen, St. Johann voranzubringen. Wie das zu geschehen habe, darüber habe man zwar teilweise auch heftig gestritten, gleichwohl hätten sich die Diskussionen immer an der Sache orientiert.

Namentlich und persönlich dankte er dafür Petra Weiß, Hiltrun Buck, Andrea Jaiser, Siegfried Unruh, Herbert Frank, Frank Mistele, Klaus Flad, Günter Kimmerle, Markus Böttcher und Fritz Gekeler. Wie Marc Rauscher, seither Ohnastettens Ortsvorsteher, machte der überwiegende Teil der Räte ihren Ratsstuhl freiwillig frei, indem sie sich nicht mehr zur Wahl stellten.

Den Vorsitz des Ohnastetter Ortschaftsgremiums übernimmt von Marc Rauscher nun Michael Früh. Er wurde, wie die bisherigen Ortsvorsteher, Siegfried Unruh in Bleichstetten, Hans Brändle in Gächingen, Siegfried Mutschler in Lonsingen und Helmut Schepper in Upfingen am Mittwoch ins Amt gewählt.

Hierfür hatte der neu zusammengesetzte Rat gleich einen wahren Wahlmarathon zu absolvieren: 16 Wahlgänge wurden notwendig, um alle Posten, mitsamt den beiden Stellvertretern zu besetzen. Ottmar Leyrer hatte die geheime Wahl beantragt. Nach der Entscheidung, sich aufzulösen, wurde dabei der ehemalige Würtinger Ortschaftsrat freilich nicht mehr berücksichtigt.

Wolf hob bei dieser Gelegenheit erneut die "mutige und gute Entscheidung" der Würtinger Ortschaftsräte um ihren Vorsitzenden Rolf Rist hervor und versicherte, dass der Schritt die Ortschaftsverfassung in Würtingen nach 40 Jahren aufzulösen, keine nachteiligen Folgen haben werde, obschon andere Ortsteile diesem Beispiel nicht folgen wollten.

Der neu zusammengesetzte Rat in St. Johann verfügt nun nicht mehr über 18 Sitze, sondern dank zweier Ausgleichsmandate über 20. Allen gewählten Vertretern gratulierte Wolf zu ihrer Wahl und forderte ihnen den Eid "zum Wohl der Gemeinde und ihrer Einwohner" ab.

Der Schlüssel für ein gutes Miteinander sei es, so schwor er sie auf die neue Aufgabe ein, den Rat und die Gemeindeverwaltung als Team zu verstehen: "Es ist besser miteinander, statt übereinander zu reden", so Wolf, der das Gemeinwohl zudem stärker gewichtet sehen will, als etwaige Ortsteilinteressen.

Der St. Johanner Rat

Die neuen Mitglieder des St. Johanner Gemeinderats: Jens Fritz Brändle, Günther Hammer, Silke Armbruster, Swen Schober, Michael Früh, Michael Tölke, Gerd Hanne, Martin Gutbrod, Hans Lamparter, Nicla Hercher und Florian Bauer. Wegen eines Hinderungsgrunds wird zudem statt Kerstin Lamparter, Robert Heinrich am Ratstisch Platz nehmen.

Als Ratsmitglieder im Amt bestätigt wurden: Hans Brändle, Gebhard Reichenecker, Siegfried Mutschler, Helmut Schepper, Claus Dollinger, Ingrid Eißler-Bimek, Ottmar Leyrer und Rolf Rist.