Bad Urach Lieder aus den Fünfzigern

Im Gewölbekeller wirken die 50er-Jahre-Lieder besonders gut. Foto: Gudrun Schmied
Im Gewölbekeller wirken die 50er-Jahre-Lieder besonders gut. Foto: Gudrun Schmied
Bad Urach / GUDRUN SCHMIED 29.11.2013
Best of Georg Kreisler erlebten die Besucher beim Konzert im Keller der Boutique "Zet2". Musik-Kabarett mit schwarzem Humor präsentiert von Konstantin Schmidt. Künftig solls mehr Events im Gewölbe geben.

Im weißen Frack, weißen Zylinder und rotem Kummerbund betritt Konstantin Schmidt die Bühne im Gewölbekeller in der Langen Straße. Er bietet ein Programm mit Liedern des "Altmeisters des schwarzen Humors", Georg Kreisler, die Schmidt schon als Kind begeistert gehört hat.

Auch wenn die Liedern aus einer weit zurück liegenden Zeit, den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen, haben sie mit ihrem bissigen Humor, dem Wortwitz und genauen Beobachtungen der menschlichen Eigenheiten auch heute noch Aktualität.

Wenn es um Ärger mit dem Finanzamt, Krankheit, Tod oder die Vergänglichkeit der Liebe geht, die sich mit dem Mord an der Geliebten in ewige Liebe verwandeln lässt, trifft Schmidts Performance, er begleitet sich selbst am Keyboard, die jeweilige Stimmung genau. Dazwischen plaudert der Künstler auf leichte Art mit dem Publikum, flicht lokale Besonderheiten ein und scheut sich nicht, auf zungenbrecherische Weise das Wiener Telefonbuch mit einer Vielzahl an ungarischen Namen zum Besten zu geben. Auch die ganz besonders bösen Lieder, etwa über das "Tauben vergiften im Park" oder die wenig angenehmen Umstände des Lebens in "Gelsenkirchen" sind selbstverständlich im Programm.

Elke Röcker, die den Keller unter ihrem Laden als Veranstaltungsraum ausgebaut hat und dabei die Ausstattung mit viel Liebe zum Detail aussuchte, erklärte, dass das alte Gewölbe schon den Mönchen des Stadtklosters als Weinkeller gedient hat. Von hier, wird vermutet, gehen geheime Gänge ab, die in, zum Teil weit entfernten Kellern der Altstadt enden.

Zum Konzert mit den Liedern von Georg Kreisler wurde der Raum zur "Mariette-Bar" umdekoriert, dem Musik-Kabarett in Wien, dem Georg Kreisler in den 50er Jahren seinen Stempel aufdrückte. Röcker will regelmäßig kulturelle Veranstaltungen organisieren. Am 24. Januar wird der Instrumenten-Virtuose Matthias Ostertag zum Konzert laden.

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