Ehrentag Liebe auf den ersten Tanz

Seit 50 Jahren ein Liebes- und Ehepaar: Helga und Bernd Holler.
Seit 50 Jahren ein Liebes- und Ehepaar: Helga und Bernd Holler. © Foto: Mara Sander
Sirchingen / Mara Sander 21.06.2018

Bei Bernd und Helga Holler aus Sirchingen hat es sofort gefunkt, als sie sich in Belsen in der „Grotte“ bei einer Tanzveranstaltung zum ersten Mal trafen. Er kam mit einem Kumpel, sie mit einer Freundin, die dort ihre Verlobung feierte.

„Er kam rein und ich dachte, der könnte mich auch mal zum Tanz auffordern“, erinnert sich Helga Holler gerne an diesen Tag. „Nachdem sie gut tanzen konnte, war die Sache klar“, kommentiert er den Kennenlerntag mit dem ihm eigenen Humor, den er auch in schweren Zeiten nie verloren hat. „Ein Tag, an dem nicht gelacht wurde, ist ein verlorener Tag“, so seine Lebensphilosophie.

Darum konnte er auch mit Humor hinnehmen, dass er als Österreicher eingestuft wurde damals, weil sein Vater Österreicher war und darum für das Ja-Wort ein ziemlicher Papierkrieg zu erledigen war. Damals bestimmte die Staatsangehörigkeit des Vaters die des Nachwuchses, und somit war es eine Heirat mit einem Ausländer für die junge Braut, die mit 19 Jahren damals noch nicht volljährig war. Erst nach fünf Jahren Ehe bekam Bernd Holler die deutsche Staatsbürgerschaft, obwohl er selbst in Deutschland geboren und aufgewachsen war. Eine Hochzeitsreise gab es nicht, die wird jetzt nach 50 Jahren nachgeholt mit einer Donaukreuzfahrt zum Schwarzen Meer. Heute feiern die beiden ihren großen Tag mit einem Essen zu zweit, und am Sonntag, 24. Juni, im regulären Gottesdienst um 10 Uhr, an dem jeder teilnehmen kann, erneuern sie ihr Ja-Wort mit Gottes Segen und feiern anschließend im engen Familienkreis. Gratulieren kann aber jeder nach dem Gottesdienst, und es gibt wohl nur wenige Sirchinger, die Bernd Holler nicht kennen. Er ist Gründungsmitglied und seit Jahrzehnten im Vorstand des Sportvereins tätig, Kommandant der Feuerwehr und jetzt Ehrenkommandant, zudem Leiter der Altersgruppe. Er bekleidet zusätzlich andere Ehrenämtern, etwa in der Senioren- und Krankenbetreuung. „Dort wo ich wohne, bringe ich mich auch gerne ein“, so der ehrenamtlich Vielbeschäftigte, dessen Hobby ansonsten der große Garten ist.

Ein Grund, dass ihr Eheglück auch nach 50 Jahren und trotz harter Zeiten immer noch anhält, liegt sicher darin „dass wir immer füreinander da sind.“ Dabei redet er „immer Klartext“, was nicht nur für die Ehe gilt. Der offene und ehrliche Umgang miteinander ist beiden in allen Lebenslagen sehr wichtig.

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