Riederich Laufen für den Frieden

Riederich / Anne Laaß 09.06.2018

Demokratie heißt für Jürgen und Hannelore Huhn, die Meinung frei zu äußern. Und genau das haben die Riedericher auch getan. Sie waren Teil des bundesweiten Staffellaufs „Frieden geht“. Den Aktivisten geht es darum, gegen den Export von Kriegswaffen zu demonstrieren. In dem Staffelstab wurden auf Papier die Forderungen eingewickelt und in Berlin an Politiker des Wirtschaftsausschusses übergeben.

Mit dabei waren auch Huhns. Sie hatten bei ihrer Recherche zum Thema Frieden von dem Bündnis gelesen und beschlossen, den Staffellauf gegen Rüstungsexporte mitzumachen. Der Grund sei einfach: Man solle dort anfangen, wo auch die Verantwortung ist. So ist Deutschland weltweit im oberen Bereich, was die Rüstungsexporte angeht. Die Bundesregierung liefere Waffen in Kriegsländer, die die Menschenrechte nicht achten und gewährleisten. Für Huhns liegt da auch die Wurzel vieler Probleme und die Gefahr eines Krieges. Um etwas dagegen zu unternehmen, haben sie sich dem Lauf angeschlossen.

Staffellauf mit 2500 Teilnehmern

Die Standorte, die bewusst ausgewählt wurden, zogen sich über 1100 Kilometer durch Deutschland. Der Staffellauf mit 2500 Teilnehmern ging vom 21. Mai bis 2. Juni. „Wir sind mit ganz unterschiedlichen Charakteren ins Gespräch gekommen“, sagte Hannelore Huhn. Beide berichten von Menschen, die sich dem Ehrenamt verschrieben haben und sich beispielsweise in Afghanistan engagieren. „Sie erzählen Geschichten und verändern so das Bild, das einem sonst von den Medien gegeben wird“, merkte Jürgen Huhn an.

Die Aktion sei auf ganzer Linie gut angekommen. Unter anderem hätten Bürgermeister Reden gehalten, Musikvereine aufgespielt und Kinder getanzt. Die Botschaft des Friedens wurde durch die Teilnehmer von Oberndorf über Kassel bis nach Berlin getragen. Innerhalb von 13 Tagen liefen die Gruppen, die aus Joggern, Radfahrern und Gehern bestanden, mehrere Stationen an. Kundgebungen gab es an Standorten der Waffenhersteller Rheinmetall sowie Heckler und Koch. „Wir haben keine Gegendemonstration erlebt“, sagen Huhns. Viel eher habe man Gleichgesinnte getroffen, wurde herzlich empfangen und kam mit den Bürgern ins Gespräch. Für die Teilnahme an „Frieden geht“ haben die Riedericher Urlaub genommen. Aber das sei es wert gewesen.

Sich für Frieden einsetzen

Ihre Gründe für die Teilnahme sind vielfältig. So sprechen beide von einem unguten Gefühl, was die Entwicklungen an der Grenze zu Russland angeht. Aber auch die Waffenlieferungen und die Einsätze der Bundeswehr sind für sie beunruhigend. Daher sei es Zeit, sich für Frieden einzusetzen, schließlich sei er keine Selbstverständlichkeit. „Aber machbar, und zwar indem mehr verhandelt und geredet wird“, betont die 63-Jährige.

Die Nachbarn in Riederich reden bereits darüber: Sie haben die Botschaft „Frieden geht“, die von dem Transparent in schwarzen Lettern verkündet wird, positiv aufgenommen, erzählen Huhns. „Sie haben gesagt, wir wären mutig“, so der 65-Jährige. Für die beiden allerdings ist es nicht mutig, sondern nötig.

Ein Bündnis für Frieden

18 Trägerorganisationen haben sich zu dem Bündnis „Frieden geht“ zusammengeschlossen. Sie kritisieren, dass Deutschland zu den größten Waffenexporteuren gehört.
Mehr Informationen gibt es unter www.frieden-geht.de.

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