Konzert Kubanisches Flair und Herzenswärme

Das Javier Herrera Trio gastierte in Bad Urach.
Das Javier Herrera Trio gastierte in Bad Urach. © Foto: Privat
Bad Urach / swp 04.05.2018

Kuba – das ist Liebe, Leben, Leidenschaft:  „Kubanische Musik ist die Erweckung der Gefühle“, sagt Javier Herrera, Sänger, Gitarrist und kubanischer Vollblut-Musiker. Zusammen mit Bassist Steffen Knauss und Thomas Göhringer an den Percussions hat er die Gäste im Café „La Vie“ auf eine musikalische Reise nach Südamerika mitgenommen. Schon mit dem ersten Song ging beim Publikum die Sonne im Herzen auf. Dolce Vita.

Lässig, leicht und heiter fließen die kubanischen Rhythmen ins Ohr. Die Gitarre von Herrera verbindet spanische Elemente mit afrikanischen Einflüssen. Mit flinken Fingern entlockt er ihr betörende Töne, temperamentvoll und leidenschaftlich.  Genau so ist auch seine Stimme: kräftig, warm und voller Herzlichkeit. Kubaner zeigen ihre Gefühle, tragen sie nach außen und durchleben sie voller Inbrunst. In ihnen scheint ein Feuer zu brennen, ein unstillbarer Lebenshunger, eine überschäumende Daseinsfreude. Ab und zu ist ein Hauch von Melancholie herauszuhören, doch selbst die Trauer wird als wertvolles Gefühl erlebt.

Auf den Punkt gebracht

Herrera hat diese kubanische Mentalität in Musik übersetzt, in Melodien und Texte. In Bad Urach hat er seine Philosophie kompakt auf den Punkt gebracht: Kubaner meistern ihr Leben mit Humor, Herzenswärme und Optimismus. Rückschläge sind für sie eine Aufforderung zur Überwindung der Krise: „Es gibt Momente, wo nicht alles so ist wie wir es gern hätten“, sagt Herrera: „Warten Sie ein wenig ab, und dann probieren Sie ihr Glück einfach nochmal.“   

Treffend vergleicht er sein kubanisches Lebensgefühl mit der Mentalität der Schwaben. Kurz gesagt: Die Schwaben leben um zu arbeiten, die Kubaner arbeiten um zu leben. Herrera weiß, wovon er redet: Seit 1992 ist er mit einer Schwäbin verheiratet, von der er drei Kinder hat. Deutsch hat er in Vhs-Kursen gelernt, Schwäbisch im Alltag. Seine wichtigsten Vokabeln: „Sodele, Dahana und Heidanei.“ Sein wichtigstes Ausdrucksmittel: Die Musik. Seine Begleiter Thomas Göhringer und Steffen Knauss sind dabei nicht nur musikalische Partner, sondern Freunde.

Diese besondere Atmosphäre und der liebenswerte Charme des Café „La Vie“ haben den Abend zu einem exklusiven Erlebnis gemacht. Auch die hohe musikalische Qualität des Trios hat die Gäste mitgenommen: Thomas Göhringer ist ein Virtuose an den Trommeln. Seine Congas, Maracas und Bongoes haben dem Konzert Tiefe gegeben und das Typische an dieser Musik herausgeholt: Die kubanischen Rhythmen. Höhepunkt war ein „Rhythmus-Canon“, unterstützt mit Gesang vom Publikum.

Der dritte im Bunde war Steffen Knauss. Er gehört zu den besten Bassisten der Region, auch als Solist ein Könner. Er bringt internationale Konzerterfahrungen mit und hat Kontakte zu Musikern in aller Welt. Dass Leute wie Herrera oder - wie bei einem vorangegangenen Konzert im Café „La Vie“ - US-Sängerin Alana Alexander in Bad Urach zu hören sind, die sonst nur vor großem Publikum auftritt, ist sein Verdienst  als Organisator der Konzert-Reihe Alb-Live. Weiter so. Infos auch zu weiteren Konzerten in der Region unter www.alblive.info.

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