Schäferlauf Kreisreiter aus Spaß und Tradition

Noch tanzen sie in zivil und in Turnschuhen: Die Formationen und Schrittfolgen der Kreisreiterpaare aber sitzen.
Noch tanzen sie in zivil und in Turnschuhen: Die Formationen und Schrittfolgen der Kreisreiterpaare aber sitzen. © Foto: Simon Wagner
Bad Urach / Von Simon Wagner 04.07.2017

Die Vorbereitungen auf das Fest der Feste in Bad Urach laufen allerorten auf Hochtouren. Abgeschlossen hingegen sind sie, zumindest in tänzerischer Hinsicht, bei den diesjährigen Kreisreiterpaaren.

Am Freitagabend trafen sie sich zum Abschlusstraining auf dem Schulhof der Barbara-Gonzaga-Schule. Unter der Aufsicht von Vorreiter Wilfried Schneider und musikalisch begleitet durch die Schäfermusik,  probten die fünf jungen Paare ein letztes Mal gemeinsam die Formationen, Schrittfolgen und Figuren, die sie beim Uracher Schäferlauf – dann in historischer Tracht – nicht nur ein Mal aufs Parkett bringen werden. Für viele Besucher sind ihre farbenfrohen Darbietungen ein Highlight des traditionsreichen Fests. Ein Aushängeschild ohnehin.

Langes Training notwendig

Das was allerdings so leichtfüßig und behände daherkommt ist das Ergebnis eines langen Trainings. Seit März bereits proben die jungen Damen und Herren die komplexen Abläufe. Mit Erfolg. Ob es die unterschiedlichen Tänze waren oder aber die wohlbekannten Melodien: Am Freitagabend jedenfalls schwappte mehr als nur ein Hauch Schäferlauf über den Schulhof. Freilich auch immer wieder Wasser: Beim Bechertanz hoben sich die Paare gegenseitig in die Luft, um den am Galgen baumelnden, mit Wasser gefüllten Becher möglichst elegant mit dem Kopf umzustoßen. Wer am Ende den Wettbewerb gewinnt und einen Hahn in Empfang nehmen darf, entscheidet dann in der Zittelstadt eine Jury, bestehend aus drei Stadträten.

Die Kreisreiter-Paare stammen allesamt und traditionsgemäß aus Metzgerfamilien und sind ledig. Sie führen eine Tradition fort, die spätestens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann. Damals traten die Metzger, hoch zu Ross, als Ordner beim Schäferlauf auf. Weil sich die Metzger oft als Pferdezüchter verdingten und sich überdies im Sattel halten konnten, erlangten sie zuvor in etwa den Status einer Bürgergarde. Auch heute noch werden zumindest Reit-Grundkenntnisse von den Paaren erwünscht. Gegebenenfalls werden sie nachgeschult. Zur traditionellen Tracht gehört auch ein Paar lederne Reiterstiefel.

Für viele Kreisreiterpaare wird es in diesem Jahr nicht der erste Auftritt beim Uracher Schäferlauf sein. „Wer einmal dabei ist, ist immer wieder dabei“, sagt Vorreiter Wilfried Schneider. Das erste Mal mit von der Partie ist etwa seine 16-jährige Tochter Julia. Ihre Schwester Anna war bereits 2015 dabei. „Es ist schön wenn man sieht, dass sie auch Freude daran haben“, sagt ihr Vater.

Sie und alle anderen Tänzer sind jedenfalls gerüstet für die zahlreichen Auftritte, die sie innerhalb weniger Tage absolvieren werden. Neben flinken Füßen ist auch ein gewisses Maß an Kondition von Nöten. Übrigens auch bei Bürgermeister Elmar Rebmann.

Nach der Übergabe der Zunftlade wird er auch dieses Jahr wieder den Ehrentanz mit einem Metzgermädchen tanzen.

Die Kreisreiter-Paare beim Uracher Schäferlauf

Die Paare sind: Jessica Speidel (26) und Felix Weber (24), Vanessa Rieck (24) und Jacob Stanger (23), Franziska Weber (21) und Alexander Hummel (22) sowie Anna Schneider (18) und Jochen Bauer (20). Neu dabei sind: Julia (16) und Moritz Schneider (16). Sie werden von der Schäfermusik begleitet.
Ihr Repertoire beinhaltet den Metzger- und Bechertanz oder den Martha-Marsch. wag

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