Bad Urach Kleine Variante fürs stille Örtchen

Wenig idyllisch inmitten der Natur: Die improvisierten Toilettenhäusschen im Maisental.
Wenig idyllisch inmitten der Natur: Die improvisierten Toilettenhäusschen im Maisental. © Foto: Kirsten Oechsner
Bad Urach / Kirsten Oechsner 16.05.2018

Der Bedarf ist unumstritten, bei der Größe einer künftigen WC-Anlage im Maisental herrschte bei den Bad Uracher Gemeinderäten indes Uneinigkeit und Diskussionsbedarf:  Letztlich plädierten sie am Dienstagabend mehrheitlich für die von der Verwaltung favorisierte „kleinere“ Variante mit vier Toiletten und zwei Pissoirs.

Wer muss, den hält nichts auf: Seit der Run auf die Grafensteige inklusive Wasserfall so groß ist, steht das Thema der „stillen Örtchen“ zur Diskussion – gerade in den Anfangszeiten wurde angesichts der mangelnden touristischen Infrastruktur von den Besuchern gerne die Natur für gewisse Bedürfnisse genutzt. Die Stadt reagierte mit der Aufstellung von mobilen Toiletten, nun soll in einem nächsten Schritt der Bau einer Toilettenanlage am Übergang zwischen dem alten und neu angelegten Parkplatz in unmittelbarer Nähe zur Kneippanlage folgen. 130 000 Euro wurden im Haushaltsplan 2018 für ein konventionelles Bauwerk eingestellt, in der April-Sitzung wurde aus den Reihen des Gemeinderats eine Vergrößerung der geplanten Anlage von vier auf sechs WCs und von zwei auf drei Pissoirs angeregt. Das würde nach Einschätzung der Verwaltung beim Bau Mehrkosten von rund 30 000 Euro auf etwa 160 000 Euro mit sich bringen. Eine Summe, die laut  Irmgard Naumann (FDP) gut angebracht sei, und auch Partei-Kollegin Petra Mayer-Bock plädierte für die große Variante. „Vier WCs reichen aus, wenn man bedenkt, dass wir bis jetzt keine Toiletten hatten“, hieß dagegen das Credo von Bruno Wörner (Freie Wähler), der von Werner Grad bestärkt wurde. „Wir müssen auch an die Nachsorge denken“, meinte er mit Blick auf Folgekosten für die Reinigung einer größeren Toilettenanlage. Und, so seine Ansicht: „Der Hype auf die Wanderwege wird nachlassen.“ Die Zeit der Spitzenzahlen sei irgendwann vorbei.

Von einer nachhaltigen Attraktivität des Maisentals mit seinen vielseitigen Wanderwegen geht die Verwaltung zwar nach wie vor aus, doch laut Bürgermeister Elmar Rebmann reiche die „kleine“ Variante für einen Normalbetrieb. Und bei einem Ansturm von Bussen würden, so die Erkenntnis, auch sechs WCs nicht ausreichen. Dieser Ansicht schlossen sich die Gemeinderäte mehrheitlich an, es wird die von der Verwaltung favorisierte Lösung umgesetzt.

Doch bereits in dieser Phase zeichnete sich eine Diskussion über die Innenausstattung ab, man müsse sich genau überlegen wohin „die Ströme fließen“, so Axel Steinhart von den Freien Wählern. Vor allem mit Blick auf Vandalismus bevorzugen einige Gemeinderäte eine Edelstahl-Variante. Dazu wollte Tim Wilhelm vom Bauverwaltungsamt indes noch keine Aussage machen: „Edelstahl hat durchaus seine Macken, seine Tücken und seinen Preis“, erklärte er bei der jüngsten Sitzung. „Es gibt Materialien mit einem ähnlichen Effekt.“ Ebenfalls noch nicht zur Diskussion standen die Bewirtschaftung und damit eine mögliche Bezahlung der Toiletten-Benutzung. Jürgen Spingler schlug ein Modell vor, wonach Benutzer des Parkplatzes mit ihrem Ticket nichts bezahlen müssen. Bei diesem System würden Radfahrer, Zugreisende und Gäste, die zu Fuß ins Maisental kommen, laut Rebmann außen vor bleiben: „Wir werden noch Modelle vorschlagen“, kündigte der Bürgermeister an. Bis im Maisental Entspannung angesagt ist, wird es noch dauern. Auf der Wasserfallhochwiese können die Besucher indes inzwischen ihrem dringenden Bedürfnis nachgehen: Die neue Toilettenanlage ist offiziell eröffnet.