Geschlossen ist der Munz-Magenwirth-Kindergarten schon seit geraumer Zeit, vom einstigen Hort zeugt inzwischen nur noch die leere Gebäudehülle. Nun sind auch ihre Tage gezählt. Die Stadt lässt das Haus auf dem rund 20 Ar großen Gelände in absehbarer Zeit abreißen, um Platz für ein ganz anderes Bauwerk zu schaffen. Die Neuapostolische Kirche möchte auf dem Areal ein neues Gotteshaus errichten, wie Bürgermeister Elmar Rebmann am Dienstag im Gemeinderat ausführte. Dafür übernimmt die Neuapostolische Kirche  gut 14 Ar des Areals, im Gegenzug erhält die Stadt jenen Platz in der Ostendstraße, auf dem bislang das alte Gotteshaus steht.

Sobald die neue Kirche steht und die Gemeinde umgezogen ist, lässt sie das alte Sakralgebäude abbrechen, sodass die Stadt ein bebaubares Grundstück erhält, erklärt Bürgermeister Rebmann. Die Kommune möchte auf dem Areal Wohnungen errichten lassen, wofür sie augenblicklich noch auf der Suche nach einem Investor ist. Gedacht ist, sagt Rebmann, die Wohnungen ganz oder teilweise mit einer Sozialbindung zu versehen.

Einen Investor sucht die Stadt außerdem für ein Areal an der Neuffener Straße. Im Blick hat sie den Parkplatz des ehemaligen Netto- Discounts. Zusammen mit einer zusätzlich angekauften Fläche stehe auch hier genügend Raum für ein Wohnbauprojekt zur Verfügung, sagt der  Bürgermeister.

Die Vorhaben waren Gegenstand der Etatdiskussion des Gemeinderats.  Auf den Ratstisch kam dabei auch die geplante Sanierung des Wasserrades an der Klostermühle. 50 000 Euro sind dafür als erste Rate im Haushalt eingeplant, die Arbeiten dürften sich recht aufwendig gestalten, erläutert Elmar Rebmann. Um dem Grund für den aktuellen Stillstand des Rades zu ermitteln, würden demnächst die Holzschaufeln abmontiert, um einen besseren Blick auf den Schaden zu erhalten.

Im Haushalt aufgelistet ist ebenfalls die Big Band, die sich im vergangenen Jahr gründete und unter dem Dach der Musikschule übt. Zwischen 16 und 20 Schüler kommen regelmäßig zu den Proben, erläuterte Musikschulleiterin Ute Wieland den Stadträten. Inzwischen sei die Band im Karl-Hartenstein-Haus angesiedelt, dort bestehe zudem die Möglichkeit, die Instrumente zu lagern. „Bislang“, so Wieland, „höre ich nur Gutes von der Gruppe.“ Die Arbeit der Big Band möchte die Stadtverwaltung in diesem Jahr mit 4500 Euro unterstützen.

In einem Schäferlaufjahr gerät selbstredend die Waldtribüne in der Zittelstatt in den Blick der Öffentlichkeit. Stadträtin Uthe Scheckel (FWV) wollte wissen, ob es möglich sei, bestimmte Elemente fest zu installieren, um damit die wiederkehrenden Reparaturen zu vermeiden. Das gehe nicht, so der Bürgermeister, die Anlage sei als Waldtribüne geplant. Dieses Jahr fallen 25 000 Euro für deren Pflege an, 185 000 Euro stehen für den Schäferlauf bereit, als Gast der Landesregierung begrüßen die Bad Uracher dieses Jahr Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

160 Millionen Euro stellt das Land den Kommunen für die Integration anerkannter Asylbewerber bereit. Die Kurstadt rechnet mit 95 000 Euro aus diesem Topf, ob mehr oder weniger Geld kommt, lasse sich derzeit noch nicht sagen, so der Bürgermeister.

Investieren will Bad Urach dieses Jahr wieder ins Höhenfreibad. Für den Kleinkinderbereich gibt es beispielsweise neue Sonnenschirme, ein neuer PC wird für die Überwachung des Nichtschwimmerbeckens angeschafft, ebenso wie eine neue Telefonanlage, damit die Mitarbeiter im Bedarfsfall von jedem Standort aus sofort Hilfe rufen können. Übrigens hat die Stadt im vergangenen Jahr aus dem Betrieb des Bades immerhin rund 142 000 Euro eingenommen.  Ein Ergebnis, mit dem sich die Verantwortlichen zufrieden zeigten. Den Kinderspielplatz „Am Forst“ will die Stadt dieses Jahr sanieren. Passiere nichts, sagt Walter Kugele, der für Kinderspielplätze zuständige Verwaltungsmitarbeiter, müsse das Areal gesperrt werden. Im kommenden Jahr soll dann der Spielplatz Rosengarten erneuert werden.

Für 100 000 Euro möchte die Verwaltung den bisherigen Schotterweg, der vom Haupteingang des Friedhofs Wölfling bis zur Aussegnungshalle führt, asphaltieren. Ob das sinnvoll sei, wollte FWV-Stadtrat Bruno Wörner wissen. Im Rathaus, so Rebmann, meldeten sich regelmäßig ältere Bürger zu Wort, die Probleme haben, mit einem Rollator oder mit Gehhilfen auf dem Weg voranzukommen. Deshalb sei das Projekt in den Etat aufgenommen worden.

Fest im Blick haben die Uracher die Sanierung der Festhalle. 400 000 Euro stehen dafür  im Etat für 2017, die Arbeiten an Sanitäranlagen und Treppenhaus  sollen noch in diesem Jahr starten. Damit freilich packen die Kurstädter nur den ersten Bauabschnitt an, weitere werden folgen.