Dettingen Jugendwehr wird 50

Die Dettinger Jugendfeuerwehr besteht nun seit 50 Jahren und hat zurzeit 23 Mitglieder.
Die Dettinger Jugendfeuerwehr besteht nun seit 50 Jahren und hat zurzeit 23 Mitglieder. © Foto: Jochen Laib/Feuerwehr Dettingen
Dettingen / Anne Laaß 05.06.2018

Weitblick hat die Feuerwehr Dettingen bewiesen, und das bereits vor einem halben Jahrhundert. Am 1. März 1968 ist die Jugendfeuerwehr offiziell gegründet worden. Als Gründungsväter gelten Albert Wagner, Herbert Kleih und Peter Keinath. Mit in Bewegung haben das Projekt auch Jugendwart Fritz Lieb und Karl Keinath, die vom damaligen Bürgermeister der Gemeinde, Rudolf Beutler, unterstützt wurden.

Die Idee war, qualifizierten Nachwuchs selbst auszubilden, erzählen Kommandant Rolf Schäfer und Jugendwart Jochen Laib. Daran hat sich bis heute auch nichts verändert. „Wir sind da, um Menschen in Not zu helfen“, erklärt der Dettinger Kommandant. Dieses Hauptziel wird auch den Jugendlichen, die ab zehn Jahren der Wehr beitreten dürfen, vermittelt. Die Bandbreite der Aufgaben ist groß, sie reicht von Einsätzen bei Verkehrsunfällen über Brände bis hin zur Hilfe bei Hochwassern. Um all diese Anforderungen zu bewältigen, ist ein gewisses Maß an Disziplin nötig. Was schlicht zur Struktur der Freiwilligen Feuerwehr gehört, war, wie vieles andere auch, Ende der 1960er Jahre Kritik ausgesetzt. Die 1968er-Bewegung setzte sich für mehr Freiheiten ein, weg von den alten, starren Strukturen. Und genau in diese Zeit fiel die Gründung der ersten Jugendfeuerwehr im Landkreis Reutlingen. Die Idee schien idealistisch und zugleich visionär und setzte sich durch. Nur vier Jahre zuvor, 1964, ist der Bundesverband „Deutsche Jugendfeuerwehr“ entstanden. Seitdem haben sich im Landkreis Reutlingen 25 weitere Jugendfeuerwehren gegründet und etabliert.

Kameradschaft, Teamgeist und die Gewissheit, sich auf die anderen verlassen zu können, zeichneten vor 50 Jahren die erste Gruppe in Dettingen aus. Bis heute haben sich diese Eigenschaften bewährt. Zehn Jungs haben sich damals den Herausforderungen „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ gestellt. 1971 richteten die Dettinger das erste Landesjugendzeltlager in der Gemeinde aus. 180 Jugendliche waren damals eine Woche lang zu Gast. Ausflüge, die sich mit dem Thema Feuerwehr befassen, gehören ebenso zur Ausbildung der Jugendlichen, wie solche, die dem reinen Vergnügen dienen.

Zudem ist die Jugendfeuerwehr auch ein Sprungbrett. So gibt es einige ehemalige Kameraden, die von Dettingen aus Feuerwehrkarriere gemacht haben. Einer von ihnen ist Frieder Lieb. Gute Voraussetzungen für die jetzigen Mitglieder, die sich immerhin aus 21 Jungs und zwei Mädchen zusammensetzen. Mehr als 70 Prozent von ihnen werden wohl später in die Aktive Wehr wechseln. Diese Quote gilt bisher in der Ermsgemeinde. Jochen Laib, der jetzige Jugendwart, war selbst in der Dettinger Jugendwehr aktiv. In diesen sieben Jahren haben sich Freundschaften gebildet, die fürs Leben halten, sagt Laib. Dem schließt sich Kommandant Rolf Schäfer an. „Ich war von Kindesbeinen an infiziert“.

Beide bezeichnen daher das Projekt, das mittlerweile zu einer Institution geworden ist, als gelungen. Sie und auch die Gemeinde sind stolz auf die Jugendfeuerwehr. Momentan gibt es sechs Ausbilder, die sich um die Belange der Jugendlichen kümmern. Sie zeigen dem Nachwuchs, unter anderem wie wichtig die richtige Knotentechnik ist. Zwar seien die Theoriestunden nicht so beliebt wie die Ausflüge oder Löschübungen, aber wichtig. Schließlich wird sie für die Sicherung mit dem Seil verwendet. Zunächst steht aber der Jubiläumsabend an. Am Samstag haben sich neben Reutlingens Landrat Thomas Reumann auch Landesjugendwart Häfele ihren Besuch angekündigt. Das Abendprogramm sieht neben den obligatorischen Reden auch einiges zur Unterhaltung vor. Ein Höhepunkt wird der Film sein, der die Erinnerung an die vergangenen 50 Jahre in Bild und Ton widerspiegelt.

Aber damit nicht genug, am 30. Juni bieten die Dettinger einen Erlebnistag, an dem sich auch Vereine der Gemeinde beteiligen, darunter die Schützen und der Boccia-Verein. Eingeladen sind dazu die Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis. Es wird einen Rundkurs geben. Start- und Zielpunkt ist dabei die Schillerhalle. Im Juli folgt dann ein gemeinsames Zeltlager mit den Kollegen aus Grabenstetten.

50

Jahre Jugendfeuerwehr Dettingen: Der 1. März 1968 gilt als offizieller Gründungstag. Seitdem hat sich viel verändert, aber der Teamgeist der Kollegen ist ungebrochen.

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