Wenn vom "Spinner" die Rede ist beim Angeln sind keineswegs exaltierte Menschen gemeint, sondern ein künstlicher Köder beim Forellenfang wie ihn zum Beispiel der langjährige Jugendleiter und amtierende zweite Vorsitzende des Fischereivereins Ermstal Wolfgang Weiblen benutzt.

Allerdings biss in diesem Jahr kein großer Fisch an, sondern lediglich ein 250 Gramm Forelle. Weiblens Sohn Sebastian hatte Glück und Pech zugleich, denn seine Erms-Forelle wog immerhin 460 Gramm, was ihm einen zweiten Platz im Jugendwettbewerb einbrachte, aber eine noch größere schwamm ihm ganz frech durch die Beine. Mehr als doppelt so viel wog die Forelle von Uwe Stiefel mit 950 Gramm, ein ausgesprochen schönes Exemplar. Aber das reichte nur zum dritten Platz. Zwei dicke Spiegelkarpfen schwammen sozusagen an der Angel vorbei aufs Treppchen: Den dicksten Fisch zog der Jugendliche Mike Wachler an Land, einen Spiegelkarpfen mit 1250 Gramm Gewicht. Bei den Erwachsenen war Oliver Beuk mit einem 1110 Gramm schweren Spiegelkarpfen der erfolgreichste Angler vor Uwe Kuhn mit einem 960 Gramm schweren Exemplar dieses Friedfisches im Gegensatz zum Raubfisch Forelle.

Friedfische mögen Teigiges als Köder, Forellen fallen auf künstliche Spinner rein. Ihnen würden aber auch natürliche Köder schmecken. "Die nehmen wir aber nicht, weil dann auch die kleinen Forellen anbeißen", erklärte Weiblen dazu. Und die sollen schließlich noch wachsen und den Fischbestand sichern. Das Königsfischen gibt es schon seit Jahrzehnten, aber erst zum zweiten Mal nicht allein am Stausee, sondern in verschiedenen Gewässern. So schwamm der größte Fang in Rißtissen und der zweitgrößte im Stausee. Bedingt durch die Arbeiten am Stausee mussten die Ermstalfischer im letzten Jahr eine Alternative finden und wichen so auf andere Gewässer aus.

"Jetzt geht es wieder am Stausee, wir könnten dort ein Zelt aufschlagen, aber wir haben so ein herrliches Vereinsheim, dass wir jetzt das Königsfischen weiterhin in allen Gewässern machen und uns hier treffen", erklärte der Vereinsvorsitzende Michael Gerg. Zwar gibt es keine Jury, "aber Schummelversuche gab es bisher nicht, und die würden wir auch erkennen", lacht Gerg und erklärt: "Man erkennt zum Beispiel an den Flossen, ob es eine Forelle aus einer Zucht ist, außerdem sind das meistens Regenbogenforellen". Die schwimmen eher selten in der Erms, jetzt noch eine weniger, denn Sebastian Weiblen hatte außer seinem Prachtexemplar Erms-Forelle auch eine Regenbogenforelle mit 290 Gramm gefangen.