Bad Urach Ins Dach kommt jetzt Bewegung

© Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / PETER KIEDAISCH 21.11.2013
Ob das Kinderhaus noch rechtzeitig fertig wird? Es gibt Probleme mit dem Dach, auch andere Arbeiten stehen noch aus. Doch die Stadtverwaltung ist zuversichtlich, den Eröffnungstermin 7. Januar einzuhalten.

Das Zwei-Millionen-Projekt „Kinderhaus am Seele“ ist fast fertig. Im Sport würde man sagen, es sei auf die Zielgerade eingebogen, wo die Beine schwer und der Gegenwind allgegenwärtig sind. Gemessen an der einstigen Ausgangslage, würde es für einen Medaillenplatz nicht reichen: Als der Gemeinderat vor etwa zwei Jahren den Bau dieser Bildungseinrichtung beschloss, hieß die Marschrichtung, unbedingt vor Ablauf des Jahres 2013 fertig zu sein.

Das war die Bedingung des Bundes, der im Rahmen eines Investitionsprogramms für Kleinkindbetreuung 12 000 Euro pro Krippenplatz bezuschusst, im Falle des Bad Uracher Kinderhauses ist dies ein Betrag von 240 000 Euro. Noch im März, beim Spatenstich, sprach Bürgermeister Elmar Rebmann von einer großen Kraftanstrengung für alle Beteiligten, um das hehre Ziel erreichen zu können. Als der Technische Ausschuss des Gemeinderats im Juni die Baustelle besichtigte und erfuhr, dass die Arbeiten um etwa drei Wochen hinterherhinken, gab sich Rebmann zuversichtlich. Im November wolle man so langsam einziehen, im Dezember eröffnen, so wie es die Förderrichtlinien vorsahen.

Beides wird nach heutigem Stand nicht eingehalten werden können. Grund zur Sorge besteht dennoch nicht, wie Thomas Jaschinski vom städtischen Bauamt versichert. Die Rahmenbedingungen haben sich verändert, weil das Bad Uracher Kinderhaus kein Einzelfall ist. Im gesamten süddeutschen Raum bleiben die Bauarbeiten an den Kinderhäusern hinter den Planungen zurück, weswegen die Förderrichtlinien aus Sicht der Kommunen etwas gelockert wurden. Jetzt soll es wenigstens gelingen, am 7. Januar mit dem Betrieb beginnen zu können, sagt Jaschinski. „Und das schaffen wir auch.“ Wobei das Gebäude dann noch nicht komplett fertig sein wird. Einige Kleinigkeiten können aber während des laufenden Betriebs erledigt werden.

Bis dahin sollte es auch gelungen sein, das Dach dicht zu kriegen. Es sei nicht so, dass es reinregnet, aber irgendwo dringt Nässe ein, die vom Dach kommend an einer Wand herabsickert und sichtbar wird. Dass es Probleme mit der Dachdeckerfirma aus Ulm gibt, hat Architekt Dieter Muckenfuß schon vor Wochen dem Gemeinderat mitgeteilt. Am Dienstag berichtete er, dass jetzt „Bewegung in die Sache kommt“.

Offenbar steht die Stadt in Verhandlungen mit einer neuen Firma, allerdings seien in dieser Sache noch nicht alle juristischen Fragen geklärt. Deswegen hält sich die Stadtverwaltung diesbezüglich auch noch bedeckt. Als dramatisch möchte Jaschinski den Dachschaden zudem nicht bezeichnen, wobei eindringendes Wasser durchaus Folgeschäden nach sich zieht.

An der Auswahl der Dachdeckerfirma entzündete sich im Gemeinderat Kritik, auch am Flachdach an sich: Ob es nie Zweifel gab, wollte Konrad Hölz (CDU) wissen. Er sei lange genug Stadtrat, um zu wissen, wie es läuft, erwiderte Bürgermeister Rebmann. Die Firma aus Ulm war wirtschaftlichste Bieterin, über die zwar Erkundigungen eingeholt wurden, über die aber nichts Schlechtes zu erfahren war. So etwas könne immer passieren, sagte Rebmann, „aber jetzt geht es seinen juristischen Weg.“

Um weitere Zeit zu sparen, wird der Chef-Schweißer des städtischen Bauhofs, Karl-Otto Schwenkel, an die Innentreppe, die den U3-Bereich im Erdgeschoss mit dem Regelkindergarten im ersten Stock verbindet, das metallene Geländer anschweißen.

Damit ersparen sich Stadt und Architekt ein Ausschreibungsverfahren, das sich über mehrere Wochen hinziehen kann.

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