Bad Urach Innenstadt wird zur Sportarena

Bad Urach / Von Kirsten Oechsner 10.06.2018

Wenn die Bad Uracher Innenstadt einmal im Jahr zu einer Freiluft-Sportarena wird, dann herrscht dort eine einzigartige Atmosphäre zwischen Nervosität und Konzentration, Spaß und Ehrgeiz, Freude und Enttäuschung. Rund 520 Jungen und Mädchen, Frauen und Männer waren am Samstag an den Start gegangen: Die erste Siegerin des Tages hieß Julika Sara Kugel, sie nahm am erstmal ausgetragenen Laufrad-Rennen teil. Rund 30 Jahre älter als sie ist Pascal Brobeil, der den Hauptlauf souverän gewann. Vorjahressiegerin Julia Jahr war wieder die schnellste Frau im Starterfeld.

 Miteinander der Generationen

Gerade dieses sportliche Miteinander der Generationen mache für ihn den Reiz des Stadtlaufs aus, meinte mit Peter Keinath einer, der es wissen muss: Der Glemser hat bereits mehrfach am Hauptlauf teilgenommen, im vergangenen Jahr siegte er. „Die familiäre Atmosphäre ist einfach schön, ich komme immer wieder gerne hier her“, machte er Moderator Sebastian Hauenstein in einem Kurzinterview deutlich. Auch 2018 war Keinath wieder mit dabei, doch nicht als aktiver Teilnehmer sondern als Betreuer des Laufnachwuchses der Gruppe „Run2gether“ aus Glems. Die dort aktiven Jungen und Mädchen mischten sich in den jeweiligen Rennen unter die zahlreichen relativ untrainierten Schüler, die sich jedoch auch ein Ziel gesetzt hatten: Ihre Strecke so gut wie möglich zu absolvieren.

Nicht nur der Sieg zählte gerade in der Schülerklasse, sondern das Durchhalten und sich Durchbeißen. Und so war für manchen Läufer selbst der letzte Platz kein Grund für Traurigkeit, wurde die Ziellinie unter dem Motto „geschafft“ strahlend und unter dem Jubel der Zuschauer passiert. Denn motivierenden Applaus gab’s entlang der Strecke für alle Teilnehmer – ob ganz schnell oder etwas langsamer.

 Im Vorfeld hatte es nicht immer nach einem neuerlichen großen Erfolg des Stadtlaufes ausgesehen, die Anmeldungen waren zunächst etwas zögerlich eingegangen. Am Ende konnten die Organisatoren des Stadtlaufs, einer Veranstaltung der Abteilung Turnen und Leichtathletik des TSV Urach, dann doch strahlen: Das angepeilte Ziel von 500 Startern wurde überboten, allein 170 Jungen und Mädchen der Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule hatten sich angemeldet. Die erhofften 80 Teilnehmer am Hauptlauf wurden jedoch nicht erreicht, 59 Frauen und Männer machten sich letztlich auf die zehn Kilometer lange, amtlich vermessene Acht durch die Innenstadt. Viele der Teilnehmer hatten sich auf den letzten Drücker angemeldet und einen Start wohl vom Wetter abhängig gemacht, darunter auch Sieger Pascal Brobeil aus Balingen: Eine Stunde vor dem Lauf meldete er sich an, am Ende siegte der Vorjahreszweite und Hauptlauf-Schnellster des Jahres 2015 souverän.

 Premiere für Laufräder

Mit dem Laufradrennen wurde eine viel beachtete Premiere gefeiert, auch wenn nur acht Jungen und Mädchen daran teilnahmen: „Es hätten zwar mehr sein können, aber für das erste Mal sind wir zufrieden“, bilanzierte Anette Dreher vom Organisationsteam. Das denkt über eine grundsätzliche Neuerung des Konzepts nach: „An den Schülerläufen wird nichts geändert“, erklärt sie. Doch mit dem Zehn-Kilometer-Hauptlauf soll’s nächstes Jahr raus gehen aus der Innenstadt und rein in die Natur. Der TSV erhofft, so für den Hauptlauf noch mehr Teilnehmer interessieren zu können: „Die letzten 15 Jahre ging’s in der Acht durch die Stadt, das hat sich langsam ausgelaufen“. Aber auch die rund 60 Helfer würden sich laut Anette Dreher über eine Abwechslung freuen: „Das Grundgerüst steht seit 20 Jahren“. Doch damit die Traditionsveranstaltung auch 2019 wieder stattfinden kann, werden dringend Ehrenamtliche gesucht, vor allem Wettkampfleiterin Barbara Ernst würde gerne einen Nachfolger einarbeiten.

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