Die 56 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Urach, Abteilung Stadt, haben im vergangenen Jahr wieder einmal ein „Rekordjahr“ hinter sich gebracht, wie der stellvertretende Abteilungskommandant Steffen Buck in seinem Jahresbericht deutlich machte. „Erneut stiegen die Einsatzzahlen an“, sagte Buck. Insgesamt 150 Einsätze zählte die Kernstadtwehr im vergangenen Jahr. „Allein im Juli hatten wir 25 Einsätze – das bedeutet alle 1,2 Tage einen Einsatz“, machte Buck die hohe Intensität deutlich.

Die Feuerwehrleute kamen dabei auf 2385 Einsatzstunden, bilanzierte Claus Geigle, ebenfalls stellvertretender Kommandant, in seinem Bericht. Die Zahl der Einsatzstunden sank damit, was vor allem mit der Art der Einsätze zusammenhängt. Immer öfter wird die Wehr zu kleinen technischen Hilfeleistungen oder Nottüröffnungen gerufen. Einsätze, die weniger Zeit und Personal erfordern, aber zugleich nicht weniger psychisch und physisch belastend sein müssen. „Eher das Gegenteil ist der Fall“, erläuterte Buck. „Bei fast jeder Türöffnung geht es um ein persönliches Schicksal.“

Besonders belastend war dabei wohl ein Einsatz Ende November, als die Feuerwehr in den Morgenstunden zu einem brennenden Wohnmobil gerufen wurde. Nachdem das Feuer, das sich bereits auf angrenzende Bäume und ein weiteres Wohnmobil ausgebreitet hatte, gelöscht war, fanden die Retter in dem ausgebrannten Wohnwagen die Leiche des Besitzers. „Kurz nach unserem Eintreffen blies das Überdruckventil einer Gasflasche ab und gab dem Feuer zusätzliche Nahrung“, verdeutlichte Buck, wie gefährlich der Einsatz auch für die Feuerwehrleute war.

Es gab aber auch erfreuliche Einsätze: Die Rettung eines Jungen auf dem Hohenurach etwa, der mehrere Meter tief in ein Turmfundament gefallen war – und den Wehrleuten bei ihrem Eintreffen unverletzt und fröhlich zuwinkte. Oder die Rettung einer Entenfamilie, die sich in einem Wehr verirrt hatte.

Insgesamt konnte die Feuerwehr 53 Personen retten, in fünf Fällen kam jede Hilfe zu spät. Fünf Mal waren die Bad Uracher Floriansjünger zur Überlandhilfe im Einsatz, etwa beim Brand der Rulamanschule in Grabenstetten. Für die Wehr gab es dann auch viel Lob. Bürgermeister Elmar Rebmann sprach von einem „großartigen Einsatz“ der Feuerwehrleute, Kreisbrandmeister Wolfram Auch von einer „eindrucksvollen Leistungsbilanz“. Wolfgang Dörner, seit Jahresbeginn hauptamtlicher Kommandant der Gesamtfeuerwehr, attestierte seinen ehrenamtlichen Kameraden, stets zur Stelle gewesen zu sein: „Es ist nicht leicht, immer alles mit der Feuerwehr unter einen Hut zu bringen. Aber ihr habt die Sicherheit für die Bürger und Gäste unserer Stadt stets gewährleistet.“

Arthur Stotz, Leiter des Polizeipostens Bad Urach, schlug in die gleiche Kerbe: „Ihr wart immer da, wenn ihr gebraucht wurdet. Und wir von der Polizei waren froh, wenn ihr da wart.“ Michael Schweizer als Vertreter des DRK-Ortsverbandes unterstrich: „Als Team in den Blaulichtfraktionen waren wir immer erfolgreich, wenn wir eine Chance hatten, erfolgreich zu sein.“ Schweizer dankte insbesondere der Altersgruppe der Freiwilligen Feuerwehr, die das Rote Kreuz bei den Blutspendeterminen tatkräftig unterstützt hatte.

Diese gegenseitige Hilfe war nur eines der vielen Zeichen des gegenseitigen Zusammenhaltes, insbesondere in der Wehr. So finden die Stammtische der Altersgruppe regelmäßig parallel zu den Übungsdiensten der aktiven Wehr statt, sodass der Austausch zwischen Jung und Alt gut klappt. Die Altersgruppe besuchte auch die derzeit 42-köpfige Kinder- und Jugendfeuerwehr, um dem Nachwuchs aus der Geschichte der Wehr zu berichten.

Sechs Bad Uracher Feuerwehrleute sind zudem auf Kreisebene als Ausbilder tätig. Abteilungskommandant Torsten Holder ist stolz auf seine Mannschaft. „Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren sind wir eine junge Wehr, aber durch die hohe Ausbildungsbereitschaft sind wir allen Aufgaben gewachsen.“

Ehrungen und Beförderungen im Überblick


Zum Oberlöschmeister befördert wurde Claus Geigle, der im vergangenen Jahr den Zugführer-Lehrgang absolvierte und als stellvertretender Abteilungskommandant fungiert.

Oberfeuerwehrmann dürfen sich künftig Sven Krauter, Thomas Schmid und Simon Wolf nennen. Sabrina Helmer bekleidet nun denselben Rang als Oberfeuerwehrfrau.

Feuerwehrmann ist künftig Tobias Lang, der ebenso wie Janina Scheu, welche nun zur Feuerwehrfrau befördert wurde, die Grundausbildung erfolgreich bestanden hat.

Das Feuerwehrehrenzeichen in Bronze des Landes Baden-Württemberg für 15-jährigen Dienst in der Feuerwehr erhielten Steffen Buck, Claus Geigle, Moris Montinaro, Maik Schleicher, Markus Stolz und Torsten Holder. Diese Auszeichnung wurde erstmals verliehen.

Eintritte Neu in die Freiwillige Feuerwehr Bad Urach eingetreten sind Conner Heinrich, Stefan Gekeler und Markus Koch.