Bad Urach Hotel noch nicht über dem Berg

Noch herrscht die Tristesse im Hotel am Berg. Gesucht werden weiter interessierte Hoteliers und Gastronomen.
Noch herrscht die Tristesse im Hotel am Berg. Gesucht werden weiter interessierte Hoteliers und Gastronomen. © Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / Simon Wagner 13.02.2018

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr haben Helmut und Gunther Single als Gesellschafter der Nürtinger GbR „Single2“ und damit als neue Eigentümer des Bad Uracher Hotels am Berg ihre Pläne vorgestellt, das teils marode Gebäudeensemble aus seinem Dornröschenschlaf zu reißen und dem einst stolzen Hotel wieder den Glanz zu verleihen, den viele Generationen dort erlebten. Geplant war, bereits im vergangenen Sommer mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen, damit schon bald wieder Hotelgäste empfangen werden können. Seither aber ist augenscheinlich wenig passiert.

Behördliche Auflagen

Auf Nachfrage unserer Zeitung, nannte Architekt Gunther Single gleich mehrere Gründe für die Verzögerung. Zum einen lägen notwendige Genehmigungen verschiedener Behörden noch nicht vor. Und die sind nötig, weil durch einen rückseitig geplanten Anbau der gesetzlich vorgeschriebene Abstand zum angrenzenden Waldstück nicht eingehalten werden kann. Jenes Gelände muss also „umgewandelt“ werden, was wiederum die Ausweisung von entsprechenden Ersatzflächen notwendig macht. Single ist aber zuversichtlich, dass die Suche der Stadt bald abgeschlossen sein wird und die Umweltbehörde ihren Segen erteilt. Sie ist es auch, die sich über das wohl notwendig werdende artenschutzrechtliche Gutachten beugen wird. Vermutet wird, dass sich die Haselmaus im Gelände häuslich eingerichtet hat. Ist das so, müssen auch in diesem Fall Ausgleichsmaßnahmen, also ein alternativer Lebensraum für das Nagetier, gefunden werden.

Betreiber werden gesucht

Die behördlichen Auflagen sind das eine, das andere ist die Suche nach potentiellen Betreibern des Hotels und der geplanten Gastronomie. Single sagt zu diesem Punkt: „Ursprünglich waren wir da schon weiter.“ Zwischenzeitlich zerschlagen hatte sich das schon weit gediehene und konkrete Vorhaben eines Hoteliers.

Grundsätzlich kann sich Single über fehlendes Interesse an dem exponiert liegenden Hotel nicht beklagen, aber das angedachte Konzept mit einer Bettenanzahl zwischen 50 und 60 stellte sich als K.o.-Kriterium heraus. Ein Hotel dieser Größenordnung sei kaum wirtschaftlich zu betreiben, so hörte Single immer wieder. „So wie es aussieht, werden wir es nochmal verändern“, sagt der Architekt über das ursprünglich angedachte Raumkonzept. 80 Betten werden es nun wohl werden. „Das fordert der Markt“, so Single.

Konkrete Verhandlungen

Unter diesen Voraussetzungen werde derzeit neu und durchaus schon konkret mit einem möglichen Betreiber verhandelt. In trockenen Tüchern indes sei noch nichts. Auch nicht was die separat geplante Gastronomie betrifft. Aber auch hier sei man hoffnungsfroh, schon bald einen Abschluss erzielen zu können. Schließlich werde es sich um ein „hochattraktives“ Restaurant handeln, das entgegen den ursprünglichen Planungen nun im oberen Stockwerk untergebracht sein soll – mit unschlagbarer Aussicht auf Bad Urach und das Ermstal.

Wann Vollzug gemeldet werden kann, darauf will sich Single nicht festlegen. Er hofft jedoch, dass in zwei bis drei Monaten mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden kann – spätestens aber im Frühsommer.

Die Voraussetzungen, um schnell loslegen zu können, seien derweil bereits erfüllt. Von außen nicht sichtbar, habe man die Zeit genutzt, um das Innere des Gebäudekomplexes vollständig zu entrümpeln und zu entkernen. Nach wie vor geht Single von einem Gesamtinvest von rund fünf Millionen Euro aus, die die Sanierung des Hauses beanspruchen wird. Entstehen soll neben einem Hotel samt Gastronomie auch ein Ort für Tagungen.

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