Dettingen an der Erms Guter Ertrag erwartet

Es sieht nicht schlecht aus mit der Kirschenernte in diesem Jahr. Foto: Wieland Lehmann
Es sieht nicht schlecht aus mit der Kirschenernte in diesem Jahr. Foto: Wieland Lehmann
WIELAND LEHMANN 24.06.2014
Rund 60 Teilnehmer fanden sich in der Kirschenanlage des Obst- und Gartenbauvereins Gaisbuckel ein, um sich von Paul Krohmer über den Stand von Bäumen, Kirschen und Ertrag informieren zu lassen.

Gaisbuckel - diese Bezeichnung taucht auf dem Dettinger Ortsplan nicht auf. Und doch ist die Kirschenanlage des Obst- und Gartenbauvereins leicht zu finden, liegt sie doch nahe an der Straße, die nach Hülben führt. 1981 wurden hier 55 Bäume gesetzt, inzwischen sind weitere hinzugekommen. Hierhin hatte der Verein am Sonntag zur diesjährigen Kirschenführung eingeladen. "Ein tolles Wetter", konstatierte Roland Lieb, Erster Vorsitzender des Vereins, bei seiner Begrüßung und verwies auch gleich auf die Bäume in voller Pracht. Rund 60 Interessierte waren gekommen, um sich von Paul Krohmer, zweiter Vorsitzender des Vereins, über den Stand von Bäumen und Ertrag informieren zu lassen.

Die Blüte habe in diesem Jahr drei Wochen früher eingesetzt, es habe aber an Niederschlag gefehlt, stellte Paul Krohmer fest. Trotzdem sei die Befruchtung gut verlaufen, der Behang könne sich sehen lassen. Mit Schädlingen habe man bis jetzt keine Probleme gehabt. Nur ganz wenige Kirschenfruchtfliegen seien gesichtet worden. Auch die Kirschenessigfliege halte sich in Grenzen. Ihr könne man durch Fallen mit einem Gemisch aus Apfel, Essig, Rotwein und Wasser begegnen, seit zwei Wochen gebe es auch ein biologisches Spritzmittel dagegen.

Paul Krohmer führte an einen Baum mit Ermstäler Knorpelkirschen, die auch als Herzkirschen bekannt sind. Sie sind sehr aromatisch, haben ein festes Fruchtfleisch und waren früher so beliebt, dass sie sogar deutschlandweit verschickt wurden. Wenn eine solche Kirsche 22 Millimeter groß ist, sei das schon gut, stellte er fest. Der Handel wolle aber größere. So ist diese Sorte auch geadelt worden, das heißt sie steht auf der Liste der so genannten Archepassagiere, also von Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Es lohnt sich also, dieser Kirschensorte besondere Aufmerksamkeit zu schenken, ist sie doch auch sehr gut für alle Verarbeitungsrichtungen geeignet. Sie gebe auch ein wunderbares Destillat, merkte ein Teilnehmer der Führung an.

Es ging zu einem großen Baum mit schwachem Behang. Nach der Blüte habe diese Sorte Schneiders Knorpelkirsche sehr viele Kirschen getragen, viele seien aber dann gleich abgefallen. Dafür hat die Kirschengröße aber gewonnen. Jeder Baum, der jetzt nicht viel trage, habe dafür im nächsten Jahr um so mehr, zeigte sich Paul Krohmer optimistisch. Beim Kirschenverkauf werde die Querfurter Königskirsche stark gesteigert, informierte er. Es sei eine helle Kirsche, die keine Flecken habe. Und das Auge der Verbraucher ist ja auch ein wesentlicher Aspekt des Kaufs.

2012 wurden in einer Reihe zwölf Bäume der Kirschsorten Regina und Cordia gesetzt. Diese Bäume werden nicht allzu groß, lassen sich leichter pflegen und abernten. Und dann standen alle Teilnehmer um einen kleinen Stamm der Sorte Nadine herum, der einen beeindruckenden Behang den Augen präsentierte. Nun sollte es auch einmal wieder regnen, was das Wachstum der Kirschen fördert und damit dem Ertrag erst noch den richtigen Erfolg bringen kann. Noch sind die Blätter der Bäume nicht welk, noch leiden die Kirschen nicht unter der Trockenheit, stellte Paul Krohmer fest. Doch die Ernte stand bereits bevor. Am Montag versteigerte der Obst- und Gartenbauverein die Kirschen auf seiner Anlage.

Nach der Führung führte der Weg der Teilnehmer zum Schuppen des Vereins im Talweg, wo schon Tische und Bänke zum Hock aufgestellt waren. Es lockten Rote und Getränke sowie Kaffee und Kuchen zum Verzehr. Da waren auch viele gekommen, die bereits im Schatten des Schuppeninneren vor der Sonne Schutz gesucht hatten.