Bad Urach Gesandt, lernbereit, weltweit

Die Vorfreude steigt bei den Machern des Landesmissionsfestes in Bad Urach. Rund 2000 Gäste werden erwartet. 
Die Vorfreude steigt bei den Machern des Landesmissionsfestes in Bad Urach. Rund 2000 Gäste werden erwartet.  © Foto: Simon Wagner
Bad Urach / Simon Wagner 06.06.2018

Ein großes Ereignis wirft schon jetzt seine Schatten voraus. Am Wochenende des 16. und 17. Juni gibt es in Bad Urach für Christen die Gelegenheit, gemeinsam zu feiern und vor allem über den eigenen (christlichen) Tellerrand zu schauen. Gruppen und Vereinigungen aus dem Land, aber auch aus anderen Teilen der Welt, werden zum diesjährigen Landesmissionsfest in der Residenzstadt erwartet. So wie im vergangenen Jahr in Stuttgart erwartet Kirchenrat Dr. Andreas Kümmerle, Fachreferent für Weltmission, an die 2000 Teilnehmer. Sie kommen einerseits, um bei zahlreichen Veranstaltungen miteinander ins Gespräch zu kommen, aber auch, um sich und ihre kirchlichen oder freien (Missions-)Projekte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Gottesdienste, Seminare, Musikevents und eine hochkarätig besetzte und von Marcus Mockler moderierte Podiumsdiskussion sind außerdem geplant. Als Diskutanten zugesagt haben Yassir Eric (Korntal), Ulrich Ostertag und Pfarrerin Franziska Stocker-Schwarz. Angefragt ist zudem Cacau, Ex-Nationalspieler und VfB-Profi, bekennender Christ und Migrationsbeauftragter des DFB.

Landesbischof zu Gast

Zudem wird am Sonntag, 17. Juni, der Landesbischof der evangelischen Landeskirche, Frank Otfried July, erwartet. Er wird zusammen mit Bischof John Lupaa (Tansania) den Festgottesdienst in der Amanduskirche halten. Im Anschluss findet rund um die Kirche eine Missionsausstellung statt. Rund 20 Organisationen und Initiativen werden sich und ihre Arbeit vorstellen. Gemein ist ihnen, dass sie die Mission, im Gegensatz zu früheren Zeiten, weniger als einen Akt der (geistigen) Kolonialisierung verstehen, wie Dekan Michael Karwounopoulos erklärt, sondern als Akt des lebendigen Austausches zwischen den unterschiedlichen Glaubenstraditionen. Für die Missionare gehe es weniger um die Bekanntmachung des Evangeliums, als insbesondere um die örtliche Verwirklichung von Hilfsprojekten, wie Kirchenrat Kümmerle unterstreicht.

Einander an den jeweiligen Traditionen und Kulturen teilhaben lassen, Unterschiede, vor allem aber auch Gemeinsamkeiten entdecken, dafür bietet das Landesmissionsfest viele Räume und Gelegenheiten. Eine Gruppe aus Tansania, schon jetzt in Gastfamilien in Filderstadt vor Ort untergebracht, wird traditionelle Lieder in Suaheli vortragen und vom Glaubensalltag in ihrer Heimat berichten. Trotz etwaiger Unterschiede: „Wir sind eine Kirche“, sagt der Priester der Anglikanischen Kirche in Tansania, Joseph Kyense, „deswegen sind wir hier.“

Noch vor dem Haupttag des Fests, dem Sonntag, wird es am Vortag zwei weitere Highlights geben. Nach der offiziellen Eröffnung am Samstagvormittag durch Prälat Prof. Dr. Christian Rose und Dekan Norbert Braun in der Amanduskirche wird es am Abend ein musikalisches Ausrufezeichen geben. Der eigens für das Landesmissionsfest gegründete Projektchor um Leiter Hans-Joachim Eißler hat zahlreiche, facettenreiche Pop- und Gospelsongs, Texte und Impulse einstudiert, die das Thema des Fests aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und interpretieren: „Beschenkt! – Gesandt, lernbereit, weltweit“. Dem Aufruf folgten mehr als 100 Sänger, die in der Amanduskirche ihre Stimmen erheben werden.

Das Veranstaltungspaket des Landesmissionsfests ist prall gefüllt und richtet sich mit seinen Programmpunkten auch an junge Gäste. Am Sonntagvormittag etwa wird im Pausenhof der Barbara-Gonzaga-Schule ein Kindermissionsfest unter anderem mit einer Spielstraße steigen.

Das Landesmissionsfest ist dabei keine Erfindung der Neuzeit. Es findet bereits seit rund 150 Jahre statt. Kein Zufall ist es, dass es heuer in Bad Urach Station macht, liegen hier im pietistisch geprägten Ermstal doch tief verankerte Wurzeln des Missionsgedankens.

Die Programm-Highlights des Landesmissionsfestes

Das Landesmissionsfest 2018 trägt das Motto „Beschenkt! – Gesandt, lernbereit, weltweit“ und wird offiziell eröffnet am Samstag, 16. Juni, um 11 Uhr in der Amanduskirche. Schon am Samstag wird es einige Impulsreferate und Seminare zum Thema geben, bevor um 20 Uhr das große Chorkonzert in der Amanduskirche stattfindet.
Der Sonntag, 17. Juni, beginnt um 10 Uhr mit dem Festgottesdienst, bei dem Landesbischof July und Bischof Lupaa anwesend sein werden. Zeitgleich findet das Kindermissionsfest im Schulhof der BGG statt. Um 11 Uhr schließt sich die Missionsausstellung an. Um 13 Uhr beginnt das Bühnenprogramm auf dem Graf-Eberhard-Platz. Um 13.30 Uhr ist das Podiumsgespräch vorgesehen, ehe um 14.30 Uhr der Abschlussgottesdienst mit Bischof July, und der Aussendung von Missionaren beginnt.

Das gesamte Programm, ist zu sehen unter www.landesmissionsfest2018.de. 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel