Riederich Gasaustritt im Riedericher Industriegebiet

Großeinsatz in der Riedericher Industriestraße.  Foto: Anne Laaß
Großeinsatz in der Riedericher Industriestraße. Foto: Anne Laaß © Foto: Foto: Anne Laaß
Riederich / Alexander Thomys 20.08.2018

Auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebs in der Industriestraße ist es am Montagmittag zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei gekommen. Dort waren bei Arbeiten zwei Gasflaschen beschädigt worden, aus denen Schwefelwasserstoff und Stickoxide austraten. Zehn Personen erlitten Atemwegs- und Augenreizungen. Ein 25-jähriger Baggerführer war gegen 12.30 Uhr im Außenbereich der Firma damit beschäftigt, Abfälle umzuschichten, als er mit seinem Arbeitsgerät offenbar einen Container touchierte, in dem sich mehrere Gasflaschen befanden. Zwei der Flaschen wurden dabei beschädigt, sodass das darin befindliche Gas austrat.

Nachdem die Einsatzkräfte wenig später vor Ort eintrafen, wurden weit über 100 Mitarbeiter dieses Unternehmens und direkt angrenzender Firmen evakuiert. Die Polizei sperrte zudem die Zufahrten zum Industriegebiet ab und führte im etwas abseits liegenden Wohngebiet Lautsprecherdurchsagen durch, in denen die Anwohner aufgefordert wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Feuerwehr, die mit 63 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen vor Ort war, konnte die beschädigten Gasflaschen nach etwa 90 Minuten bergen und sichern. Während die zehn Leichtverletzten vom Rettungsdienst für weitere Untersuchungen in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden, wurden insgesamt 97 weitere Personen in eine nahegelegene Sporthalle gebracht und dort betreut. Die medizinische Versorgung vor Ort erfolgte durch insgesamt 41 Einsatzkräfte, darunter mehrere Notärzte und einem leitenden Notarzt.

Die Polizei war mit insgesamt 14 Beamten im Einsatz, ebenso Experten des Gewerbeaufsichtsamtes sowie der Umweltbehörde. Gegen 16.30 Uhr konnten die Einsatzmaßnahmen abgeschlossen und die Industriestraße wieder frei gegeben werden. Die Spezialisten des Arbeitsbereichs Gewerbe/Umwelt des Polizeipräsidiums Reutlingen haben die Ermittlungen aufgenommen.

Ticker der Südwest Presse

Die Südwest Presse berichtete laufend im Liveticker: Derzeit läuft im Riedericher Industriegebiet ein Großeinsatz von Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei. Gegen 13 Uhr ist es in einem dortigen Betrieb zu einem Gasaustritt gekommen. Mehrere Personen wurden leicht verletzt, wie Pressesprecherin Andrea Kopp vom Polizeipräsidium Reutlingen gegenüber der Südwest Presse bestätigte.

Die Polizei ruft derzeit dazu auf, in Riederich Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die umliegenden Betriebe in der Industriestraße werden derzeit evakuiert, das Gebiet ist durch die Polizei weiträumig abgesperrt. Im Einsatz ist zudem der interkommunale Gefahrstoffzug Ermstal, der sich aus den Freiwilligen Feuerwehren Metzingen und Dettingen zusammensetzt, sowie die Freiwillige Feuerwehr Riederich. Auch der Rettungsdienst ist mit zahlreichen Kräften von Deutschem Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst vor Ort.

Wie die Polizei gegen 14 Uhr mitteilte, sind derzeit Messtrupps der Gefahrgutspezialisten der Feuerwehren im Einsatz, um den Gefahrenbereich eingrenzen zu können.

14:20 Uhr: Nach Informationen der Polizei kam es zu dem Gasaustritt, da ein Bagger einen Behälter beschädigt hat. Nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung soll es sich um Chlorgas handeln.

14:27 Uhr: Weiterhin rücken Rettungskräfte zur Einsatzstelle nach Riederich nach. Vor Ort rüsten sich Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten und Chemiekalien-Schutzanzügen aus - bei diesen Temperaturen ist das für die Einsatzkräfte besonders belastend, in den Anzügen aus Kunststoff wird es schnell sehr warm.

14:31 Uhr: Im Landkreis Reutlingen gibt es insgesamt drei Gefahrstoffzüge aus Feuerwehren, die für diese Aufgabe speziell ausgebildet werden und die nötige Schutzkleidung und Technik vorhalten. Einen Bericht über diese Gefahrstoffzüge gibt es auf unserer Internetseite.

14:32 Uhr: Nach Polizeiangaben läuft derzeit die Bergung des beschädigten Behälters.

14:35 Uhr: Nach derzeitigem Stand gab es mindestens 15 Verletzte, wobei fünf Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Im Einsatz sind derzeit 61 Feuerwehrleute, zahlreiche Kräfte des Rettungsdienstes und zwölf Polizeibeamte.

14:39 Uhr: Durch die Kräfte des Rettungsdienstes werden derzeit rund 120 Personen vor Ort überprüft, ob diese das ausgetretene Schwefelwasserstoffgas eingeatmet haben. In die Krankenhäuser Bad Urach und Münsingen werden derzeit fünf Personen eingeliefert.

14:42 Uhr: Die erste Alarmierung der Rettungskräfte erfolgte um 12:37 Uhr. In einer Firma, die kürzlich Insolvenz anmelden musste, war es bei Aufräumarbeiten zu dem Unfall gekommen, bei dem wohl eine Gasflasche beschädigt wurde.

14:56 Uhr: Nach Polizeiangaben gibt es fünf Leichtverletzte, 20 weitere Personen wurden vorsorglich zur Untersuchung in Krankenhäuser eingeliefert.

15:14 Uhr: Die Deutsche Presseagentur fasst den bisherigen Stand zusammen: Bei einem Unfall mit einem Bagger in einer Entsorgungsfirma in Riederich (Kreis Reutlingen) ist am Montag Gas ausgetreten. Mehrere Menschen wurden nach ersten Erkenntissen leicht verletzt. Es seien mehrere Behälter beschädigt worden, sagte ein Polizeisprecher. Mitarbeiter hätten danach über Reizungen geklagt. Derzeit gehe man von etwa fünf bis zehn leicht verletzten Menschen aus. Den Angaben zufolge wurden mehrere Firmengebäude evakuiert. Die Polizei bat Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Unfallursache war zunächst unklar.

15:28 Uhr: Feuerwehren und Rettungsdienste sind vor Ort noch im Einsatz. Derzeit wird geprüft, ob noch weitere Behälter beschädigt worden sind. Unsere Redakteurin Anne Laaß ist inzwischen in die Redaktion zurückgekehrt, nun beginnt die Aufarbeitung des Geschehens für die Tageszeitung und das Sortieren der Bilder.

15:45 Uhr: Die beschädigten Behälter wurden inzwischen geborgen, die Feuerwehr ist vor Ort aber weiterhin im Einsatz. Die Polizei ruft weiterhin dazu auf, den Bereich um die Industriestraße in Riederich zu meiden.

16:09 Uhr: Nach Polizeiangaben ist das ausgetretene Gas nun sicher identifiziert worden: Es handelt sich um Schwefeldioxid, ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas.

16:16 Uhr: Das Polizeipräsidium Reutlingen gibt Entwarnung: Fenster und Türen können wieder geöffnet werden, es besteht keine Gefahr mehr!

16:29 Uhr: Der Einsatz wird von Polizei und Feuerwehr nun beendet. Ausführliche Informationen folgen in der morgigen Ausgabe der Reutlinger Nachrichten und des Metzinger-Uracher Volkblattes.

+++Die Aktualisierung dieses Beitrages ist beendet+++

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