Ausbaden Frohe Weihnachten, bis zum nächsten Sommer

Mit einem Lächeln wird die Freibadsaison beendet.
Mit einem Lächeln wird die Freibadsaison beendet. © Foto: Thomas Kiehl
Tara Ulrich 12.09.2017

„Schönen Winter, frohe Weihnachten, bleib gesund, bis zum nächsten Sommer“, hört man es rufen am Montag um 12.05 Uhr an der Pforte des Höhenfreibades in Bad Urach. Das war’s, die Badesaison in Bad Urach ist für diese Saison beendet. Am letzten Öffnungstag steht traditionell das Ausbaden auf dem Programm: Die Schwimmer, die fast jeden Tag in der Saison ihre Bahnen im Becken gezogen haben, sind ein letztes Mal für dieses Jahr ins kalte Wasser gesprungen.

Am Abend davor wurde die Heizung ausgeschaltet, und trotz der Außentemperatur von weniger als zehn Grad Celsius standen morgens um sechs schon die ersten Schwimmer am Start. Wer zu solch früher Stunde ins Wasser will, der weiß sich gegen Kälte zu wappnen. Ein Trick lautet: „Am Besten ist es, zuvor eiskalt duschen.“

Nach den letzten 1000 Metern für dieses Jahr setzten sich nach und nach alle Schwimmer gemütlich zum Frühstück zusammen. Mit Sekt wurde angestoßen und die Winterpause eingeläutet. Fast niemand geht fremd, es gibt für sie keine Alternative, „nur das traumhafte Freibad von Bad Urach“. Dazu kommt, „dass Gemeinschaft und Schwimmen gleich wichtig sind“, erklärt ein Stammgast.

Viele Stammschwimmer sind im Seniorenalter und betrachten das Schwimmen auch als „heilende Sportart“. „Jede Krankheit lässt sich im Schwimmbad mindestens mildern, wenn nicht verscheuchen“, erklärt Erika Frank. Mit 86 Jahren ist Walter Buck sicher einer der ältesten Badegäste, regelmäßig schwimmt er mit außergewöhnlicher Technik seine Runden. „Gegen den Strom schwimmend“, wie er lachend sagt. „Er kann sich mit gefalteten Händen auf das Wasser legen und geht nicht unter“, berichtet eine Mitschwimmerin.

Wenn die Gäste weg sind, ist die Saison fürs Personal noch nicht beendet, denn die Anlage muss auf den Winter vorbereitet werden. Unter anderem stehen Reparaturen an, auch die Hecken der Grünanlage werden geschnitten, erzählt Bademeisterin Tanja Trenkner. „Wir werden voraussichtlich bis Ende November beschäftigt sein.“

Alle Stammgäste freuen sich selbstredend schon auf die nächste Badesaison und haben das Ausbaden genossen. Sich selbst beschreiben sie mit den Worten: „Schwimmer sind fröhliche Leute, die gerne schwätzen und gesellig sind.“