Die Woche Peter Kiedaisch über die schöne Lichtmesstagung Esst Biber, schießt Wölfe

kid neuer redaktionsleiter
kid neuer redaktionsleiter © Foto: kiehl
Metzingen / Peter Kiedaisch 02.02.2019

Immer an Lichtmess und um Lichtmess herum treffen sich in der Würtinger Gemeindehalle Landwirte der Region: zur Lichtmess. Früher waren Ministerpräsidenten zu Gast, doch seit diese nicht mehr die CDU stellt, ist die Lichtmess auch mit Landtagsabgeordneten oder Ministern zufrieden. Gestern war es Peter Hauk, der zu den Bauern sprach. Hauk ist CDU-Politiker und Landwirtschaftsminister. Und offensichtlich kein Freund der Biber. Diese putzigen Tierchen warf er der versammelten Bauernschaft zum Fraß vor. Um nämlich die Ausbreitung des Nagers einzudämmen, empfahl er, den Biber erstens zu bejagen und ihn zweitens, damit die Jagd sich lohne, für den Verzehr hoffähig zu machen. Die Landwirte schluckten schwer an dieser Botschaft, zumal draußen in der Küche deftige Schlachtplatten und Sauerkraut dampften. Biber also soll künftig auf den Tisch. Aus ihrer ersten Schockstarre erweckte Hauk die Landwirte mit der aufmunternden Botschaft, dass der Biber ja eine Delikatesse ist verglichen mit Ratten, die ihrerseits in China verspeist würden. Auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Gebhard Aierstock, mag den Biber nicht. Er macht das Tier verantwortlich für wärmer werdende Flüsse, weil es vermittels seiner Nagezähne Bäume ummacht, weswegen Sonnenlicht ungehindert Zugang zum Fließgewässer findet und dieses erwärmt. Durch Aierstocks Ausführungen dürften jetzt auch jene wissen, wie Biber aussehen, die bislang noch nie in Brehms Tierleben geblättert haben: Biber tragen schwarze Sicherheitsstiefel, rote Schutzwesten, einen Helm und führen eine Kettensäge mit sich. Vielerorts arbeiten sie bislang unentdeckt als Bauhofmitarbeiter und lassen sich ihren Lohn auf ein Schwarzgeldkonto überweisen. Auch Wolf möchte man dieser Tage nicht sein. Wie Hauk ausführte, sind Wölfe clever. Gerade als er anhub zu sagen, „wenn der Wolf den Wald verlässt“, war man so schön versucht, die Geschichte für ihn weiter zu erzählen: Wenn er also den Wald verlässt, der Wolf, verkleidet er sich als Großmutter und trägt ein feines Röcklein und grinst verstohlen unterm Kopftuch hervor. Hauks Geschichte allerdings nahm dann doch einen anderen Verlauf. Sinngemäß: Ein männlicher Wolf macht den Anfang, dann kommt ein zweiter hinzu und irgendwann auch eine Wölfin. Dann nimmt das Unheil seinen Lauf, weil „wir Männer können ja schon miteinander.“ Ersparen wir uns das Aber.

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