Riederich Es riecht noch nach Schwefel

Am Montag gab es in der Riedericher Industriestraße ein Großaufgebot von Einsatzkräften. Bei Aufräumarbeiten wurden unbeschriftete Gasflaschen beschädigt. Nun mussten die Freiwilligen Feuerwehren erneut ausrücken.
Am Montag gab es in der Riedericher Industriestraße ein Großaufgebot von Einsatzkräften. Bei Aufräumarbeiten wurden unbeschriftete Gasflaschen beschädigt. Nun mussten die Freiwilligen Feuerwehren erneut ausrücken. © Foto: Anne Laaß
Riederich / Anne Laaß 24.08.2018

Die Riedericher Feuerwehr ist nun bereits zum zweiten Mal in Sachen Gefahrstoffeinsatz alarmiert wurden. Am Mittwoch rückten sie erneut in der Riedericher Industriestraße aus.

Bei einem Gefahrgutunfall am Montag sind zehn Menschen verletzt worden. Mehr als 100 wurden für die Dauer des Einsatzes in der Gutenberghalle untergebracht, um sie von dem giftigen Gas, das ausgetreten war, zu schützen. Der Einsatz, bei dem mehr als 60 Feuerwehrleute, Experten des Gewerbeaufsichtsamtes sowie der Umweltbehörde und 41 Rettungskräfte tätig waren, dauerte bis in den Abend hinein. Gegen 17.15 Uhr durften dann die Angestellten die Büroräume wieder betreten und auch ihre Autos abholen.

Spezialgeräte im Einsatz

Nachdem nun aber die Mitarbeiter mehrerer benachbarter Firmen weiterhin über eine Geruchsbelästigungen klagten, rückte die Freiwillige Feuerwehr Riederich am Mittwoch um 17.11 Uhr erneut aus. Und das auf Anforderung des Gesundheitsamtes und des Gewerbeaufsichtsamtes des Landkreises Reutlingen. Es waren rund 25 Feuerwehrleute von fünf verschiedenen Wehren im Einsatz: Riederich, Metzingen, Dettingen, Stuttgart und der Werkfeuerwehr Bosch. Unter ihnen waren auch zwei Fachberater für den Bereich Chemie anwesend. Hinzu kamen noch drei Mitarbeiter des Landratsamtes (Gewerbeaufsichts- und Gesundheitsamt).

Wie bereits am Montag arbeiteten die Riedericher mit dem Gefahrstofzug Ermstal, also den Freiwilligen Feuerwehren Metzingen und Dettingen, zusammen. Neben einem vorsorglichen Belüften, nahmen sie in allen Gebäuden Messungen auf Schadstoffe vor. „Zum Einsatz kamen elektronische Gasmessgeräte der Werkfeuerwehr Bosch“, teilt Jochen Wurster, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Riederich mit. Diese Geräte seien in der Lage, auch sehr schwache Gaskonzentrationen messen zu können. Zudem wurde aus Stuttgart ein Gasflaschenbergegerät geliefert. „Damit werden beschädigte Flaschen von der Umgebung hermetisch abgeriegelt und sicher gelagert“, erklärte Wurster. Er weist auch daraufhin, dass der Einsatz dieser Spezialgeräte nicht nötig gewesen wäre, da die Messergebnisse sie nicht erforderten. Um jedoch jedes Risiko auszuschließen, habe man sich letztlich dafür entschieden, betonte Wurster.

Keine messbare Konzentration

Hinzu kommt, dass beide Fachberater, unabhängig voneinander, zu dem Schluss gekommen sind, dass keine Gefahr mehr bestünde. Sie hätten getrennt ihre Messungen durchgeführt und die Lage beurteilt, wobei sie keine messbare Konzentration mehr feststellten. Der Einsatz dauerte dennoch bis Mitternacht.

Grund für die erneute Überprüfung war, wie bereits berichtet, die Sicherung beschädigter Gasflaschen, aus denen am Montag Schwefelwasserstoff ausgetreten war.

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