Wittlingen Eis, Ballons und olympischer Geist

Volle Kraft in den Armen: Jungschar-Mädchen bei der Säge-Station.
Volle Kraft in den Armen: Jungschar-Mädchen bei der Säge-Station. © Foto: Kirsten Oechsner
Von Kirsten Oechsner 10.07.2018

Fröhliches Lachen, anfeuernde Rufe und so manch enttäuschter Schrei waren am Sonntag in ganz Wittlingen immer wieder zu hören: 440 Jungen und Mädchen zwischen acht und 13 Jahren eroberten sich den Ort auf ihre ganze eigene Art – und zwar an unzähligen Spielstationen. In Wittlingen nämlich fand der diesjährige Jungschartag des Kirchenbezirks Bad Urach-Münsingen statt, und 44 Gruppen waren zu diesem Ereignis ins Albdorf gekommen.

 Die Kinder hatten ihren Spaß, auch wenn der ein oder andere beim Sägen seine letzten Kräfte mobilisieren musste. Beim überdimensionalen Kugellabyrinth dagegen war vor allem Konzentration und beim Robben durch den Luftballon-Parcours jede Menge Geschicklichkeit gefragt. Klar ging es an vielen Stationen um die Zeit, doch im Vordergrund stand bei allen Mannschaften der olympische Gedanke, einfach mit dabei zu sein.

„Der Jungschartag ist für viele der Höhepunkt des Jahres“, weiß Anke Buchfink vom Organisationsteam. Regelmäßig treffen sich die Gruppen für Unternehmungen in ihren Kirchengemeinden, und einmal im Jahr kommen sie für einen fröhlichen und aufregenden Tag in großer Gemeinschaft zusammen.

 Schon die Eröffnung war eine Großaktion: Die über 400 Jugendlichen, ihre Betreuer und die rund 100 Helfer trafen sich in der Turnhalle zum Gottesdienst, den Sebastian Groß von der Deutschen Indianer Pionier Mission hielt. Die Wittlinger Lobpreisband sorgte für die Musik, zu sehen gab es zudem ein Anspiel, geschrieben und dargeboten von Mädchen aus der gastgebenden Kirchengemeinde. Den örtlichen Pfarrer freut’s: „Viele Junge haben den Jungschartag mit organisiert, es sind nicht nur die ‚Alten’ dafür verantwortlich“, erklärt Jörg Sautter.

 Der Jungschartag ist eine Veranstaltung des Evangelischen Jugendwerks des Bezirks Bad Urach-Münsingen. Federführend organisiert wurde er von der Kirchengemeinde Hengen-Wittlingen – ein Kraftakt, auch personell. Über 100 Erwachsene und Jugendliche hatten sich bereit erklärt, ehrenamtlich zu helfen. Manche wohnen längst nicht mehr im Albdorf, erinnern sich aber gerne an die eigene Jungscharzeit und sicherten ihre Unterstützung zu.

Der Jungschartag sei einfach ein Gemeinschaftsprojekt der Wittlinger, so Anke Buchfink: Die Bereitschaft, Garagen, Höfe oder Wiesengrundstücke für die Stationen zur Verfügung zu stellen, sei ungemein groß gewesen. Auch hätten sämtliche Firmen sowie zahlreiche Privatpersonen gespendet.  Rund drei Stunden hatten die 44 Gruppen bei bestem Wetter Zeit, den Stationenlauf quer durch den Ort bis hin in Außenbereiche zu absolvieren. Am Ende waren alle Jungen und Mädchen platt, immerhin sind die Wege in Wittlingen zum Teil steil und weit. „Aber auch die Mitarbeiter sind fertig“, weiß Anke Buchfink. Die müssten immerhin dem Tempo ihrer Gruppe folgen. „Manche gehen so schnell wie möglich von einer Station zur anderen.“

Mit einem Eis und einem Luftballon für jeden, den man aufsteigen ließ, endete der Jungschartag aber äußerst angenehm.

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