Riederich Eine fabelhafte Herausforderung

Christina Zepf ist als Schulsozialarbeiterin in der Gemeinde tätig.
Christina Zepf ist als Schulsozialarbeiterin in der Gemeinde tätig. © Foto: Thomas Kiehl
Riederich / Anne Laaß 09.10.2018

Ein guter Einstieg, mit vielen Chancen und Möglichkeiten, ist die Arbeit in der Ermsgemeinde für Christina Zepf. Die 24-Jährige hat direkt nach ihrem Studium die Stelle als Schulsozialarbeiterin (50 Prozent) und die offene Jugendarbeit (30 Prozent) übernommen. „Ich kann bei beiden Stellen viel selbst einbringen und entscheiden“, erklärt Zepf. Für sie sei es daher nicht allein ein Job, sondern eine „coole Herausforderung für einen Berufseinsteiger“, wie sie selbst sagt.

Eine davon ist die Teilzeitstelle in der Gutenbergschule. Christina Zepf ist die erste Schulsozialarbeiterin, die in der Riedericher Grundschule tätig ist. „Ich habe hospitiert, um mir einen Eindruck darüber zu machen, wie es in anderen Schulen gehandhabt wird“, so die 24-Jährige. In Metzingen war sie in der Sieben-Keltern-Schule. „Allerdings gibt es dort mehr Schüler als hier in Riederich“, merkt Zepf an. An der Gutenbergschule werden rund 170 Schüler unterrichtet. Diese lernte Zepf nach und nach kennen. „Ich war in den jeweiligen Klassen“, so die 24-Jährige. Obwohl zunächst so mancher Schüler befangen oder gehemmt war, hat sich nun ein Vertrauensverhältnis gebildet. „Mich kennen mittlerweile alle, und ich bin auch zur Ansprechpartnerin geworden“, erklärt Zepf. Für sie eine wichtige Basis, um mit den Kindern arbeiten zu können.

In diesem Schuljahr beginnt die 24-Jährige mit einem sozialen Kompetenztraining. „Wir werden unter anderem in Wolf- und Giraffensprache reden“, so Zepf. Es gehe darum in verschiedene Rollen zu schlüpfen: Wie fühlt man sich als Wolf und wie als Giraffe, und verhält man sich anders, wenn man die Rollen tauscht, sind nur zwei Kernpunkte des Projektes. „Damit sollen die Kinder lernen, Konflikte möglichst ohne Gewalt zu lösen“, macht die Schulsozialarbeiterin deutlich. Im Fokus steht dabei aber immer das spielerische Herangehen und, dass es den Schülern Spaß macht. Aber Christina Zepf ist nicht allein für die Grundschüler eine Ansprechpartnerin, sondern auch für die Jugendlichen, die den Jugendtreff besuchen. „Die Arbeit ist wichtig, sehr wichtig sogar“, sagt die 24-Jährige.

Der Riedericher Jugendtreff ist nicht allein ein Ort, wo die Jugendlichen Freunde treffen können, sondern eben auch ein Anlaufpunkt. Im Besonderen gilt das für Jugendliche, die nicht in einem Verein aktiv sind. Der Treff bietet daher auch Angebote gegen das Nichtstun, wie Zepf sagt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Arbeitsstätten sei, dass die Jugendlichen freiwillig kommen. Trotz allem vermischen sich die Grenzen. „Der Schutzauftrag ist bei beiden gegeben“, so die Sozialarbeiterin. Die Arbeit im Jugendtreff ist nicht so spezifisch wie in der Schule, aber auch sie ist herausfordernd. Hier werden die Probleme, sei es die richtige Bewerbung zu schreiben oder Stress in der Schule beziehungsweise Familie, von den Jugendlichen selbst angesprochen. Dennoch fühlt sich Zepf in beiden Positionen angekommen. Sie hat mit der Verwaltung und ihrem Jugendtreff-Kollegen Fabian Kenner ein neues Konzept für den Treff erarbeitet, das auch die Viertklässler miteinbezieht.

Dadurch, dass die Schüler Christina Zepf schon kennen, sei eine etwaige Hemmschwelle nicht so groß. Für sie ist die Arbeit in beiden Bereichen eine tolle Möglichkeit, zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln. „Viele Kinder haben etwas Unbeschwertes“, so die 24-Jährige. Die Faszination für diese Arbeit hat sie während eines Freiwilligen Sozialen Jahres entdeckt. Zepf war 2014 als FSJlerin in einem Schulkindergarten für körperbehinderte Kinder tätig. Aus einer Idee machte sie letztlich ihren Beruf. Studiert hat sie Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit.

Gutenbergschule und Jugendtreff

Die Riedericher Gutenbergschule hat momentan 167 Schüler. Davon besuchen sieben die Kooperationsklasse, die in diesem Schuljahr der Klassenstufe 1 zugeteilt ist, wie auf der Internetseite der Schule zu lesen ist.

Jugendtreff: Die offenen Treffs für die 14- bis 17-Jährigen sind montags von 18 bis 20 Uhr, dienstags von 20 bis 21 Uhr und donnerstags von 18 bis 21 Uhr, für die Zehn- bis 13-Jährigen sind diese montags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr.

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