Bad Urach Ein Verein steht auf der Kippe

Die Instandhaltung des TSV-Vereinsheims bindet viele ehrenamtliche Kräfte.
Die Instandhaltung des TSV-Vereinsheims bindet viele ehrenamtliche Kräfte. © Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / Simon Wagner 06.07.2018

Die Zukunft des TSV Urach steht auf der Kippe. Während der diesjährigen Jahreshauptversammlung stellten sich die drei TSV-Vorstände Harry Lenknereit, Alexander Röhm und Alexander Bader nicht mehr zur Wahl.

Obwohl sie ihren gemeinsamen Rückzug aus dem Gremium angekündigt hatten, fanden sich im Vorfeld und auch während der Versammlung zunächst keine Kandidaten, die statt ihnen die Posten übernehmen wollen. Seinen Rückzug begründete das Dreigestirn mit persönlichen Gründen. Lenknereit und Röhm bekleiden das Amt seit nunmehr zehn Jahren, Bader seit deren sechs. Er quittiert den Dienst am Verein auch wegen beruflichen Zwängen, wie er im Nachgang der Versammlung auf Nachfrage dieser Zeitung sagt. Der Aufwand, so erklärte er weiter, sei schlicht zu groß geworden. Die Instandhaltung des vereinseigenen Sportheims etwa binde einen großen Teil der ehrenamtlichen Kräfte. Überdies, so hielt er fest, sei es mittlerweile  an der Zeit, die Geschicke des größten Bad Uracher Vereins (rund 1100 Mitglieder), in jüngere Hände zu geben.

Den Zeitpunkt für den gemeinsamen Rückzug und den anvisierten Stabwechsel hält er für gut gewählt. Der Verein sei in den vergangenen Jahren auf gute Beine gestellt worden, unterstreicht er. Tatsächlich kann der Verein seit drei Jahren erstmals wieder mit steigenden Mitgliederzahlen rechnen. Die finanziellen Vorzeichen, dargelegt im Finanzbericht, seien durchaus positiv. Während der Versammlung wurde zudem über gut besuchte Kurse und ein funktionierendes Team berichtet. Die Zahl der Teilnehmer habe sich auf einem guten Niveau stabilisiert. Auch sportlich hat sich der TSV Meriten verdient. Insbesondere die Handball-Abteilung glänzte mit Erfolgen. Die Organisation der Sportabzeichen, des Bad Uracher Stadtlaufs und des Ermstalmarathons beschäftigte neben dem regulären Trainings- und Wettbewerbsbetrieb hingegen die Abteilung Leichtathletik. Mit der Abteilung Turnen stellen die Leichtathleten den größten der insgesamt fünf Zweige des Vereins.

Ein Verein, der trotz überwiegend günstiger Rahmenbedingungen, nach dem vereinten Abgang der Vorstände nun vor einer ungewissen Zukunft steht. Die bisherigen Amtsträger bleiben zwar vorläufig und geschäftsführend im Amt, sollte sich aber auch am 23. Juli, dem Termin der außerordentlichen Mitgliederversammlung, niemand finden, der in ihre Fußstapfen treten möchte, steht über kurz oder lang und in letzter Konsequenz der Gang zum Amtsgericht an. In diesem Fall würde ein Vorstand von Amtswegen eingesetzt, dessen einzige Aufgabe es wäre, den Verein final abzuwickeln und aufzulösen. Ein Szenario, das sich Bader derzeit noch nicht vorstellen mag. Er setzt weiterhin Hoffnungen auf Mitglieder, die Verantwortung übernehmen wollen. „Die Hoffnung stirbt zu letzt“, sagt er, wenngleich er hinzufügt, „aber es wird schwierig.“ Zuversicht schöpft er aus Erfahrungen vergangener Zeiten. Selten hätten Vereinsposten gleich beim ersten Anlauf wieder besetzt werden können, macht er sich und dem Verein Mut: „Wir werden eine Lösung finden.“ Bis dahin und zum Tag der Sondersitzung werden sich er und die übrigen Vorstände immer wieder mit den Abteilungen zusammensetzen und Möglichkeiten durchgehen. Bader hält im Namen der derzeitigen Vorstände fest: „Wir werden den Verein nicht sitzen lasse – dafür haben wir zu viel Herzblut reingegeben.“

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Jahre existiert der TSV Urach. Mit rund 1100 Mitgliedern ist er der größte Verein der Kurstadt. Nach dem Abgang der drei Vorstände werden nun, bislang erfolglos, Nachfolger gesucht.

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