Dettingen Ein Ort baut gegen Stau und Hochwasser

Über eine abknickende Vorfahrtstraße sollen künftig Autofahrer von der Buchhalde auf die Gustav-Werner-Straße kommen.
Über eine abknickende Vorfahrtstraße sollen künftig Autofahrer von der Buchhalde auf die Gustav-Werner-Straße kommen. © Foto: Thomas Kiehl
Von Christina Hölz 28.07.2018

Mindestens drei größere Bauprojekte stehen kommendes Jahr in Dettingen an – und die haben alle miteinander zu tun. Ja, das ist möglich. Auch wenn es einmal um den Verkehr im Ort geht, während die anderen beiden Male schlicht der Hochwasserschutz im Fokus steht.

Beginnen wir mit einem Vorhaben, auf das Autofahrer seit längerem warten: 2019 will die Gemeinde den Kreuzungsbereich zwischen der Gustav-Werner-Straße und der Hülbener Straße umgestalten. Wer künftig von der Buchhalde und der Promillesteige in Richtung B 28 strebt, rutscht zunächst auf einer abknickenden Vorfahrt auf die Gustav-Werner-Straße durch. Von dort geht es dann weiter bis zur Brücke an der Erms, kurz danach soll eine Verbindungsstraße direkt auf die alte B 28 führen.

So könnten Autofahrer Staus vermeiden und Zeit gewinnen, wie Bürgermeister Michael Hillert kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte. „Sie sparen sich die Kreuzung an der Papierfabrik und kommen schneller auf die neue B 28“, urteilt Hillert.

Möglich sei das Ganze, weil Dettingen ohnehin im Bereich der betroffenen Kreuzung bauen muss. Dort entsteht das Regenüberlaufbecken (RÜB) Gweidach auf Höhe des Modellsportgeländes (der Gemeinderat hat dafür in seiner jüngsten Sitzung bereits die Ingenieurbauwerke und die technische Ausrüstung vergeben). Und den Bau des RÜB nützt die Gemeinde, um einen Vorschlag aus dem Verkehrskonzept umzusetzen und die Gustav-Werner-Straße umzugestalten. Dort müssen ohnehin Kanäle ausgetauscht werden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, auch die Straßenführung zu ändern.

Zudem renaturiert die Gemeinde Dettingen zeitgleich zu den Straßenbauarbeiten den Talgraben. Der stößt auf die Hülbener Straße, macht dort einen Rechtsknick und wird im Einmündungsbereich der Gustav-Werner-Straße unter der Fahrbahn hindurch weiter Richtung Erms geleitet.

Auf einer Länge von 135 Meter soll der momentan verdolte Graben offengelegt und ökologisch aufwertet werden. Unter der Straße entsteht ein neuer Durchlass, nördlich zudem eine Überlauffläche gegen Starkregen

Die Verwaltung möchte damit auch „eine neuralgische Stelle“ ausmerzen, was den Hochwasserschutz in Dettingen angeht. Der Talgraben fängt die nasse Fracht der Wolken zwar meist auf – was passiert, wenn er die Regenströme nicht mehr fassen kann, haben die Dettinger aber im Hochwasserjahr 2016 erlebt. Nach dem Starkregen war der Gemeinde ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Wie Michael Hillert betont, könnten 2019 die Bagger anrücken. Bis Herbst 2020 sollen die Arbeiten beendet sein.

50

50 000 Euro sind im Haushaltsplan 2018 für das Offenlegen des Talgrabens in Dettingen eingeplant. Es handelt sich um eine Maßnahme nach dem Gewässerschutzplan.

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