Bad Urach Ein abwechslungsreiches Vergnügen

Alles drehte sich in Bad Urach wieder um den Apfel.
Alles drehte sich in Bad Urach wieder um den Apfel. © Foto: Mara Sander
Bad Urach / Mara Sander 07.10.2018

Die diesjährige Apfelernte war reichlich und geht, zumindest in Bad Urach, einher mit zahlreichen Besuchern. Es dürften mehrere Tausend gewesen sein, die sich am Sonntag auf dem Marktplatz tummelten.

Grund war nicht allein der Apfel an sich, denn es wurde viel mehr geboten wie auch Kürbis und Nüsse. Ein Erntedankaltar auf dem Marktplatz machte bewusst, dass im ökumenischen Gottesdienst vor Beginn des Festes der reichlichen Gaben gedacht wurde.

Probieren gewünscht

Der Schlageroldie „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ wäre in Bad Urach bedeutungslos geblieben, hätte ihn jemand gesungen, denn in die angebotenen Äpfel hätte man bedenkenlos beißen könne, weil sie süß und nicht sauer schmeckten. Das Fest sollte den Apfel von den Streuobstwiesen wieder besser ins Bewusstsein bringen. Dazu war die Verkostung ein schmackhaftes Mittel. Es gab Apfelschnitze zum Probieren und natürlich jede Menge Apfelvariationen im gastronomischen Angebot.

Den hiesigen Sortenreichtum konnte jeder erleben, der bei der Sortenerkennung mitmachte. Die Vielfalt der Verarbeitung der süßen Früchte reichte vom Kuchen bis hin zum „Obstwässerle“. Apfelsaft frisch aus der Presse durfte selbstverständlich auch probiert werden.

Das Apfelfest hatte aber noch viel mehr zu bieten, darunter viele weitere Produkte aus der Region, von Schafmilchseife bis zum Honig. Besonders beliebt war die Kürbissuppe der evangelischen Kirchengemeinde. Gekocht wurde sie nach einem eigenen Rezept. Der große Topf wurde schneller leer als erwartet. Das Rezept wollten viele Besucher haben, darum wurde es auch gleich am Stand ausgehängt. Der Erlös aus dem Verkauf ist für die Renovierung des Dietrich Bonhoeffer Gemeindehauses bestimmt. Dazu gibt es am 8. November eine Informationsveranstaltung.

Ein etwas anderes Angebot und bei einem Apfelfest wohl nicht ganz üblich war ein kostenloser Hörtest. Schon um die Mittagszeit hatte Ingrid Hoch mehr als 30 Testpersonen beraten, was sie machen können, um ihr Hörvermögen zu erhalten oder auch, was sie lassen sollten, damit es sich nicht verschlechtert.

Auch Gerlinde Schneider aus St. Johann, die Stuhlsitzflechterei vorführte, weckte großes Interesse bei vielen Besuchern. Manche von ihnen hatten teilweise selbst noch reparaturbedürftige Stühle oder gelangten zumindest zu der Erkenntnis, dass sie selbige zu früh entsorgt haben. So hatten diese Standbesucher die Möglichkeit, zuzuschauen, wie man neue Sitze und Rückenlehnen flechten kann.

Hingucker waren außerdem alte Traktoren, aber auch moderne Gartengeräte wurden bestaunt: Besonders Rasenmäher und –roboter, um die Flächen unter Obstbäumen zu pflegen.

Kulinarisch bot das Fest selbstverständlich so manches, und trotz des warmen Herbstwetters musste nicht unbedingt Apfeleis sein, um das kühle Vergnügen zu genießen. Obwohl der goldene Herbst sicherlich eher Appetit auf Fruchteis gemacht hat als auf heißen Apfelmost. Bei bester Blasmusik vom Musikverein Bad Urach hat mancher gern auch anderen Kuchen gegessen. Die Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag wurden zwar nicht gestürmt, aber mancher Besucher konnte sich über ein gefundenes Schnäppchen, wie reduzierte Kleidung, freuen.

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Mal stand nun ein Fest ganz im Zeichen des Apfels. Mit einem Erntedank, einem verkaufsoffenen Sonntag und einem Bauernmarkt wartet die Kurstadt auch dieses Jahr auf.

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