Bad Urach Die wunderbare Leichtigkeit des Jazz

Bekömmliche Jazz-Delikatessen: Das Max Geller Quintett in der Künkele Mühle.
Bekömmliche Jazz-Delikatessen: Das Max Geller Quintett in der Künkele Mühle. © Foto: Christina Hölz
Von Christina Hölz 07.10.2017

Oper trifft Jazz. Eher eine Symbiose mit Seltenheitswert während eines klassischen Musikfestivals.  Noch dazu, wenn’s zu den Jazz-Finessen auch kulinarische Delikatessen gibt, in diesem Fall aus der Küche der Bad Uracher Künkele-Mühle.

Wie klingt die Verdi-Arie rustikal zu Forelle und Kartoffengratin? Das fragten sich vor dem Uracher Musiktage-Gastspiel im herbstlich geschmückten Mühlenfestsaal Zuhörer und Gastgeber. Die Antwort: elegant, fluffig und bestens verdaulich. Kurz, einen wunderbaren Easy-Listening-Sound breitet das Max Geller Quintett da zwischen prachtvollen Lüstern und rustikalen Mehlsäcken aus. Elegante Klangteppiche zu federnden Rhythmen, angeführt vom Saxophon des gebürtigen Schweizers Geller selbst. Und bestens ergänzt vom warmen, vollen Sopran seiner Schwester Brigitte Geller. Die Opernsängerin gab Mitte der 1980er-Jahre die Papagena in einer Züricher Zauberflöten-Inszenierung. An ihrer Seite: Hermann Prey in einer seiner letzten Rollen als Papageno. Zusammen verwandelt das Geschwisterpaar nun Ohrwürmer von Beethoven („Marceline“ aus „Fidelo“) oder Verdi (Arien aus „La Traviata“) in bekömmliche Jazz-Häppchen. Unterstützt werden die beiden von Manolo Diaz (Kontrabass), Walter Lang (Klavier) und Hajo von Hadeln am Schlagzeug. Schon dieses Trio ist in Sachen Salonmusik eine Klasse für sich.

Herbstliche Musiktage: Finale mit Uraufführung

Abschlusskonzert Meisterkurs, heute, Samstag, 7. Oktober, 11 Uhr, Schlossmühle Bad Urach, Leitung: Michaela Schuster.
Kirchenkonzert
, heute, 18 Uhr, St. Amandus. Uraufführung: Rossinis „Petite Messe Solennelle“; Klanginstallationen von Mari Vihmand. Singakademie Stuttgart unter Stefan Weible.