Bad Urach Die Welt zu Gast

Über Tänze und Gesang aus Tansania freut sich auch Landesbischof Dr. Frank Otfried July (rechts). 
Über Tänze und Gesang aus Tansania freut sich auch Landesbischof Dr. Frank Otfried July (rechts).  © Foto: Kirsten Oechsner
Bad Urach / Von Kirsten Oechsner 18.06.2018

Miteinander reden und zuhören, sich informieren und Erfahrungen austauschen, alte Weggefährten treffen und mit neuen Menschen aus aller Welt zusammenkommen: Beim zweitägigen Landesmissionsfest bot sich den Gästen ein Markt der Möglichkeiten, der keine Ländergrenzen und erst recht keine Glaubensgrenzen kannte. Die Begeisterung über das ungezwungene Zusammensein war groß: „Eine La-Ola-Welle des Glaubens wird heute von hier aus in die Welt gehen“, meinte Landesbischof Dr. Frank Otfried July während seiner Predigt.

 Bunt war das Programm: Auf Posaunenklänge erklang afrikanischer Trommelwirbel, an der Mission Interessierte konnten sich an 24 Ständen von missionarischen Organisationen und Initiativen über deren Arbeit und mögliche Aufenthalte in aller Welt informieren. Und solche, die schon unterwegs waren, pflegten Kontakte und freuten sich über die Möglichkeit, alte Bekannte zu treffen. Auch Dekan Michael Karwounopoulos ging es nicht anders: „Ich sehe viele bekannte Gesichter mit denen ich nicht gerechnet habe.“

 Evangelische Christen aus ganz Württemberg waren zum Landesmissionsfest nach Bad Urach gekommen, aber auch Menschen unter anderem aus Albanien, Südafrika, Indien und Tansania – darunter auch Bischof John Lupaa aus dem Rift Valley. Er hatte gemeinsam mit Landesbischof July den Festgottesdienst am gestrigen Sonntag gestaltet, der für die Vielfalt des gelebten Glaubens stand. Der werde weltweit auf verschiedenen Frequenzen versendet, so July – jeder erhalte die Botschaft des Evangeliums auf eine durch die Kultur und Tradition geprägte Art und Weise. Man könne vom anderen lernen, auch die Christen in Deutschland von den anderen in der Welt. Miteinander zu reden und sich auszutauschen sei wichtig in der Zeit einer zunehmenden Sprachlosigkeit und der Kontaktarmut vor allem in der hiesigen Gesellschaft.

In der Mission aktive Fachleute redeten miteinander, vor allem für sie war das Seminarangebot am Samstag gedacht. Interessierten Menschen stand ein entsprechendes Angebot am Sonntag offen. Im Rahmen eines Bühnenprogramms berichteten Christen aus aller Welt von ihren vielfältigen Erfahrungen, beim gemeinsamen Singen von Liedern aus aller Welt im Stiftshof kam man sich näher: „Hava Nagila“ erklang dabei ebenso wie „Amazing grace“ oder „Nun danket alle Gott“. Und auch beim Flanieren über die Festmeile entwickelten sich viele spontane Kontakte.

Ein Wochenende voller Eindrücke, Inspiration und Horizont-Erweiterung hatten die Veranstalter des Landesmissionsfestes mit dem Bad Uracher Pfarrer Jürgen Sachs als Organisator an der Spitze den Menschen bieten wollen und nicht zu viel versprochen: „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, freute sich Dekan Karwounopoulos. Und das Ziel, die Missionsgesellschaften bekannter zu machen und einen Austausch zwischen den Kirchen der Welt zu ermöglichen, sei erfüllt worden.

Zum facettenreichen Programm gehörte gestern auch eine Podiumsdiskussion und ein Chorkonzert am Samstag, den der eigens dafür von Hans-Joachim Eissler initiierte Projektchor mitgestaltete. Jungen und Mädchen konnten sich beim Kindermissionsfest amüsieren und für einige junge Menschen begann mit dem gestrigen Tag eine ganz besondere Zeit: In einem vom „Ekkle“-Team gestalteten Abschlussgottesdienst entsandte Landesbischof Dr. July Kurzzeitmissionare und FSJ’ler – sie werden beim nächsten Landesmissionsfest von vielfältigen Erfahrungen berichten können.

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