Natur, Ruhe, aber auch Konzentration und nicht zuletzt noch kulinarischen Genuss – was gibt es Schöneres als das Angeln als Freizeitausgleich in hektischem Alltag. Und noch schöner ist es, wenn man sich nicht alleine weiß, wenn man Partner hat, mit denen man Erfahrungen und Erlebnisse austauschen kann. So ist das beim Fischereiverein Ermstal, der sein Vereinsheim mit Namen „Zanderloch“ in Dettingen hat. Seit langem gehört das Königsfischen zu einem der Jahreshöhepunkte des Vereins. Seit der Glemser Stausee 2014 für einige Zeit abgelassen wurde, findet die Verleihung der Königs- und Prinzenwürde nicht mehr dort, sondern vor dem „Zanderloch“ statt.

Am Donnerstag, traditionell findet das Königsfischen zu Himmelfahrt statt, waren wieder rund 100 Vereinsmitglieder und Gäste gekommen, um der Ehrung des diesjährigen Fischerkönigs und des Fischerprinzen beizuwohnen und natürlich den leiblichen Genüssen bei einem solchen Anlass Rechnung zu tragen. Schließlich gab es neben Steaks und Würsten die leckeren geräucherten Forellen. Die hatte einen Tag vorher noch ihre Runden im Wasser gedreht, waren also frisch aus der Räucherkammer gekommen.

Suche nach dem dicksten Fisch

Zwischen 13 und 13.30 Uhr wurden die gefangenen Fische gewogen, sollte das Gewicht doch entscheiden, wer den dicksten Fisch an diesem Tag fangen und damit herrschaftliche Würden empfangen  konnte. Michael Gerg, Erster Vorsitzender des Vereins hatte an der Waage Platz genommen, doch es dauerte, bis einer der Fische an die Waage kam. Es war Uwe Kuhn aus Metzingen, der vier Forellen präsentierte. Die erste wog 925 Gramm, die anderen standen dem nach. Mirko Beuk aus Bad Urach hatte einen Karpfen vorzuweisen, Simon Keinath aus Dettingen eine Forelle von 350 Gramm. Sollte das alles gewesen sein?

Schließlich kam dann doch noch Joschka Petersmarck aus Dottingen von den Jugendfischern mit einer Rotfeder. Er war also der einzige, der die Prinzenwürde in Anspruch nehmen konnte. So billig war wohl noch selten jemand zu einer solchen Ehrung gekommen. Da alle Gewässer des Fischereivereins, das sind die Erms, der Neckar, der Stausee bei Glems, der Floriansee, der Stettertbachsee und der Baggersee in Rißtissen gleichmäßig befischt werden sollen, hatte man im vorigen Jahr den Bewertungsfaktor verändert. Schließlich ist es ein Unterschied, ob ein gewichtiger Karpfen auf die Waage kommt, oder ein stattlicher Zander, der naturgemäß gewichtsmäßig das Nachsehen hat. Schließlich sollen auch alle Fischer einmal zu Würden kommen. So wird eine Forelle dreifach gewertet, Hecht und Zander zweifach.Fischerkönig wurde also Uwe Kuhn, dessen größte Forelle mit einem Gewicht von 2,75 Kilo bewertet wurde. Fischerprinz wurde Joschka Petersmarck, dessen Rotfeder immerhin 85 Gramm auf die Waage brachte. Michael Gerg hängte die Königs- und die Prinzenkette den beiden Siegern um, die sie dann erst im nächsten Jahr wieder abgeben müssen.

Freude am Angeln

Enttäuschung kam wegen der wenigen Fänge nicht auf, geht es doch um die Freude am Angeln, am gemeinschaftlichen Erlebnis des Vatertages, um die Anregung, vielleicht selbst einmal diesen Sport auszuüben, dieses Freizeiterlebnis zu erfahren. 220 Mitglieder sind im Fischereiverein aktiv, 18 gehören zu den Jugendfischern und mit den anderen Mitgliedern kommt der Verein auf rund 270 Mitglieder.

Sorge um Überalterung des Vereins braucht man nicht zu haben. Jugendfischer kann man ab dem Alter von zehn Jahren werden, bis 16 Jahren darf man mit Begleitung fischen, dann ist eine Aufsicht nicht mehr nötig, da dann die Sportfischerprüfung absolviert werden kann. Und die Jugendarbeit bezieht sich nicht nur auf das Fischen. Dabei geht es um Naturschutz und –pflege (man beachte am „Zanderloch“ das Wildbienenhaus), Wasserqualität und natürlich Fischarten und handwerkliche, das heißt anglerische, Kniffe für die großen Fische. Mal sehen, wem ein solcher im nächsten Jahr an die Angel oder ins Netz geht, wenn es zu Himmelfahrt heißt: Königsfischen.

2,75


Kilogramm hat die größte Forelle beim diesjährigen Königsfischen des Fischereivereins Ermstal auf die Waage gebracht. Gefangen wurde sie vom neuen Fischerkönig Uwe Kuhn.