Bad Urach Die Trockenzeit ist bald zu Ende

Der historische Marktbrunnen im Herzen der Stadt wird derzeit grundlegend saniert.
Der historische Marktbrunnen im Herzen der Stadt wird derzeit grundlegend saniert. © Foto: Simmon Wagner
Bad Urach / Simon Wagner 16.06.2018

Sommerliche Temperaturen, vielleicht ein kühlendes Eis in der Hand, dazu das leise Plätschern des Marktbrunnens. Es könnte derzeit so idyllisch sein in der Bad Uracher Altstadt. Das Wetter stimmt, auch der Eismann hat sein Angebot parat, nur das mit dem leisen Plätschern will partout noch nicht klappen.

Denn wer sich auf die Suche nach dem sprudelnden Brunnen macht, der wird unweigerlich enttäuscht werden. Der in die Höhe ragende und reich verzierte Wasserspender  im gotischen Stil ist derzeit verborgen hinter einem Bauzaun. Um genau zu sein, hat der Brunnen in diesem Jahr überhaupt noch kein Wasser gesehen.

Gravierende Schäden am Trog

Im April, als eines der touristischen Aushängeschilder der Stadt flott für die Uracher Wasserspiele gemacht werden sollte, war der Abfluss so verstopft, dass er nur mit Mühe wieder frei zu bekommen war. Bei dieser Gelegenheit nahm man den Brunnentrog etwas genauer unter die Lupe und stellte fest, dass die schon länger bekannten Schäden im Bodenbereich des Brunnentrogs, inzwischen so gravierend geworden sind, dass sofortiger Handlungsbedarf angezeigt und an ein Befüllen nicht zu denken war. „Die Schäden waren größer als vermutet“, berichtet Thomas Jaschinski, Gebäudemanager der Stadt. Die Silikonbeschichtung löst sich und die Feuchtigkeit führte zur schichtweisen Ablösungen des Sandsteins. Zudem zog Nässe durch ausgewitterte Fugen bis in den Gesteinskern ein.

Lange Wartezeiten

Nach einem mehrwöchigen Vorlauf werden diese Schäden derzeit, in enger Absprache mit dem Landesdenkmalamt, in mehreren Arbeitsschritten beseitigt. In der Schublade lag bereits das fertige Sanierungskonzept. Die schrittweise Umsetzung verantwortlich ist der Bad Uracher Steinmetz- und Bildhauer Hannes Reutter.

Es stehen eine Innen- und Außenreinigung an, Fugensanierungen mit Injektionsharz, kleinere Schäden werden mit Restauriermörtel behoben. Zudem wird der Trog in einem letzten Schritt mit einer Beschichtung abgedichtet. Was die Sanierungszeit immer wieder in die Länge zieht, sind einerseits die kleinteiligen und filigranen Arbeitsflächen, insbesondere aber auch die langen Abbindeprozesse der eingesetzten Stoffe. In der Regel brauchen sie 14 Tage um vollständig zu erstarren. Während diesen Zeiten können die Arbeiten nicht fortgesetzt werden, erklärt Thomas Jaschinski die vermeintlichen Stillstände. Die Abbindeprozesse sind es auch, die die Maßnahmen während den Wintermonaten verhindern. Sie benötigen Temperaturen höher als fünf Grad.

Wiederöffnung im Juli

In diesen Tagen hat nun Hannes Reutter den restlichen Zeitplan vorgelegt. Anfang Juli, so seine Prognose, könnten die Arbeiten samt Reinigung des äußeren Beckenbereichs abgeschlossen sein, berichtet Jaschinksi, der gleichzeitig ein klares Ziel vor Augen hat. „Spätestens zum kommenden Stadtfest muss der Brunnen wieder in Betrieb sein.“ Es findet vom 13. bis 15. Juli statt. Die Kosten der Sanierung schätzt Jaschinski derzeit auf rund 8000 Euro.

Der Bad Uracher Marktbrunnen

Der Bad Uracher Markbrunnen wird auf das Jahr um 1500 datiert. Wobei das Bauwerk im gotischen Stil, unweit des Markplatzes, in weiten Teilen eine Reproduktion aus dem 19. Jahrhundert sein dürfte. Der Entwurf stammt vom gräflichen Oberwerksmeister Peter von Koblenz.

Der Laufbrunnen im spätgotischen Stil besitzt eine fünfstöckiger Brunnensäule und wird gespeist aus der Eckisquelle.

Der Brunnen besteht aus Sandstein und Muschelkalk. Die letzte Restaurierung fand zwischen den Jahren 2010 und 2012 statt.

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