Bad Urach Die Steine in der Stadt

Imposant und aus regionalem Kalktuff gebaut: die Bad Uracher Amanduskirche.
Imposant und aus regionalem Kalktuff gebaut: die Bad Uracher Amanduskirche. © Foto: Privat
Bad Urach / swp 05.07.2018

Natursteine prägen das Bild der Städte. Früher wurden schon aus praktischen Gründen heimische Natursteine zum Bauen verwendet, mussten doch vor Erfindung der Eisenbahn die schweren Steinblöcke aufwendig mit Ochsenkarren transportiert werden. Dies ist der Grund, warum das Baumaterial historischer Gebäude anschaulich die regionale Geologie abbildet. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Schwäbischen Alb, findet sich hier doch nicht nur eine buchstäblich bewegte Geologiegeschichte samt einigen typischen Gesteinsformationen, sondern auch naheliegende Steinbrüchen, in denen sie abgebaut wurden.

Geprägt vom Kalktuff

Dabei wird kaum eine Stadt so von dem auffälligen löchrigen Naturstein Kalktuff geprägt wie Bad Urach. Ob an der Amanduskirche oder am Dicken Turm: Überall in der Stadt begegnet man diesem besonderen Baumaterial. Doch wer mit offenen und wissenden Augen durch die Stadt geht, wird entdecken, dass es auch andere Gesteine zu entdecken gibt.

Kein Wunder also, dass die erste Gästeführerfortbildung „Steine in der Stadt“ des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb in Bad Urach stattfand. Bei der Kooperationsveranstaltung mit der Kurverwaltung Bad Urach gingen zahlreiche Bad Uracher Stadt- und Wanderführer mit der Geologin Iris Bohnacker auf Entdeckungstour in der Altstadt. Zwischen Kalktuff, Schilfsandstein und Stubensandstein erfuhren die Gästeführer viel Interessantes über die Geschichte und die Entstehung der Gesteine sowie ihre Verwendung als Baumaterial. Wissen, das sie in ihren künftigen Stadtrundgängen einflechten und an Interessierte weitergeben können. Getreu dem geflügelten Goethe-Wort: „Man sieht nur, was man weiß.“

Der Bad Uracher Tourismuschef, Torsten Clement, freut sich jedenfalls über die Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Geopark. „Nicht jede Stadt kann von sich behaupten, sich in einem UNESCO-zertifizierten Geopark zu befinden“, so Clement.  „Umso wichtiger ist es uns, dass wir unsere Gäste auch über die geologischen Besonderheiten unserer Region informieren können. Wir sind dem Geopark und Iris Bohnacker deshalb sehr dankbar, dass sie uns dabei mit ihrer Expertise unterstützen.“

Der Geopark Schwäbische Alb

Die Auszeichnung Geopark ist ein Gütesiegel für Landschaften mit einem besonderen geologischen und archäologischen Erbe. Das Label bietet der Region die Chance, ihr Profil zu schärfen und die Regionalentwicklung positiv zu beeinflussen. Mitglied im Geopark Schwäbische Alb sind unter anderem die zehn Landkreise der Schwäbischen Alb und der Tourismusverband Schwäbische Alb.

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