Bad Urach Die Steige braucht Halt

Anfang des Jahres kam es zu einem Hangrutsch an der Böhringer Steige. Sie muss nun aufwändig gesichert werden.
Anfang des Jahres kam es zu einem Hangrutsch an der Böhringer Steige. Sie muss nun aufwändig gesichert werden. © Foto: Thomas Kiehl
Bad Urach / Von Simon Wagner 21.06.2018

Ende Januar trat im Bereich der Böhringer Steige im Verlauf der B 28 zwischen Bad Urach und Römerstein-Böhringen in Folge eines Starkregenereignisses eine Hangrutschung auf. Wie berichtet, wurden Teile der Fahrbahn unterhöhlt, weshalb die stark frequentierte Steige seitdem in diesem Bereich nur halbseitig und mit Hilfe einer Ampel befahrbar ist. Zwischenzeitlich war sie gar für vier Wochen voll gesperrt. Erkundungsbohrungen wurden angestellt, um die Gefahr weiterer Rutschungen auszuloten und den Umfang der erforderlichen Arbeiten abschätzen zu können.

Bohrpfahlwand geplant

Nun liegt das mit Spannung erwartete geologische Gutachten des Stuttgarter Instituts für Materialprüfung vor. Zwar sagt es keine akute Gefahrenlage voraus, was eine sofortige Sperrung der Steige zur Folge gehabt hätte, gleichwohl benennt es notwendige Sicherungsmaßnahmen am Hang, um künftige Rutschungen möglichst vermeiden zu können. Wie Gunther Junginger, Referatsleiter im Tübinger Regierungspräsidium (RP) und verantwortlich für Straßenbau, auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE mitteilte, schlagen die Experten derlei Sicherungsmaßnahmen auf einer Länge von 350 Meter vor. Im Visier sind damit neben der aktuellen Rutschung auch weitere Stellen, die zuvor als kritisch eingestuft wurden. Dem Hang Stabilität verleihen will man mit Hilfe einer Bohrpfahlwand, wie sie derzeit an der Wittlinger Steige umgesetzt wird. Auch mehrere Stützwände seien im Gespräch. Noch aber, so Junginger, sei das genaue Vorgehen Gegenstand von Überlegungen, die das Baureferat zusammen mit Ingenieuren und Geologen derzeit anstelle.

Überschneidung vermeiden

Gleichwohl habe man schon jetzt einen groben Zeitrahmen im Auge. So sollen die unterschiedlichen Gewerke bereits Ende Juli ausgeschrieben werden. Für Ende September bis Anfang Oktober rechnet das RP mit der Baustelleneinrichtung, ehe anschließend die tatsächlichen Arbeiten in der dann gesperrten Steige beginnen können. Über den Zeitraum des Jahreswechsels soll die Strecke wieder temporär freigegeben werden. Aber so unterstreicht Junginger: „Im Frühjahr 2019 müssen wir noch einmal rein“. Dann allerdings fangen die Uhren etwas lauter zu ticken an und der Uracher Schäferlauf vom 19. bis 22. Juli kündigt sich allmählich an. „Bis zum Schäferlauf muss die Maßnahme fertig sein“, unterstreicht Juninger das unverrückbare Zeitziel.

Mit einem Auge schaut er momentan auch immer wieder auf das andere Steigen-Sorgenkind: die Wittlinger Steige. Von dort aber seien momentan positive Signale zum Fortgang der Arbeiten zu hören, berichtet er. Im Moment sehe er keine Probleme und die Gefahr, das beide Steigen zeitgleich gesperrt sein könnten. Um dies zu vermeiden seien die Zeitpläne vorab aufeinander abgestimmt worden – bei allen Unsicherheiten, die die naturgegebene Geologie nun mal in sich trägt. Überraschend und albuntypisch traf man beispielsweise bei den jetzigen Bohrungen erst in rund 20 Meter Tiefe auf soliden Fels.

Ebenso wenig konkret wie die Geologie des Untergrunds prognostizierbar ist, verhält es sich mit den anstehenden Kosten der Sanierung. Angesichts des grundsätzlich gut ausgelasteten Baugewerbes und etwaiger landschaftlicher Fallstricke, schätzt Junginger die Kosten, für die der Bund aufkommen müsste, auf etwa drei Millionen Euro. Genauere Zahlen kommen ihm aber nicht über die Lippen: „Da müssten Sie schon Wahrsager sein.“

350

Meter umfasst der Bereich an der Böhringer Steige, der gesichert werden muss. Ende Juli sollen die Gewerke ausgeschrieben und etwa ab Oktober die Baustelle eingerichtet werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel