Wittlingen / ANGELA STEIDLE  Uhr
Am gestrigen Dreikönigstag trafen sich Christen von der Vorderen Alb zum Distriktgottesdienst in Wittlingen. Die Predigt hielt Pfarrer Jürgen Sachs, der auch die Flüchtlingsproblematik thematisierte.

Zum traditionellen Distriktgottesdienst auf der Vorderen Alb waren am Erscheinungsfest Christen aus den evangelischen Kirchengemeinden Donnstetten-Westerheim, Zainingen, Böhringen, Hülben, Grabenstetten, Hengen und Wittlingen gekommen. Die Predigt hält seit Jahren ein besonderer Gast: Wittlingen hatte sich Pfarrer Jürgen Sachs ins Haus geholt, der auch aus seiner Missionarsarbeit in Albanien berichtete.

"Die Mission ist der Herzschlag der Kirche, aber auch negativ besetzt. Darf man Flüchtlinge missionieren?", fragte Pfarrer Jörg Sautter beim Distriktgottesdienst. "Eindeutig ja, das ist unsere erste Aufgabe", antwortete Jürgen Sachs ihm im Interview, "Menschen in auswegloser Situation kann nur Jesus helfen. Er will für die Flüchtlinge da sein. Je größer die Not, desto größer die Herausforderung für die Gemeinde." Es gehe darum, die Schwelle zu senken, "Flüchtlinge zu Bibelstunden und Hauskreisen einzuladen. Ihnen so lange Gutes zu tun bis sie fragen: "Warum machst Du das? Es gibt viel zu tun. Wir haben die beste Nachricht."

Sachs unterlegt seine Mission mit Kapitel drei aus dem Epheserbrief von Paulus, in dem steht: "Die Heiden seien Miterben des unausforschlichen Reichtums Christi". Jürgen Sachs hat im Distriktgottesdienst sein Albanien-Projekt Besa vorgestellt, das die Missionsarbeit vieler selbstständiger christlicher Gemeinden und deren soziale Projekte im ehemals sozialistischen Staat unterstützt. Zur Arbeit der Besa gehört auch das Engagement für Migranten albanischer Herkunft in Deutschland. Sie sind aus Albanien, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Griechenland eingewandert.

Das Opfer war für dieses Engagement bestimmt. Im Gottesdienst, der von den vereinigten Bläserchören unter der Leitung von Wilfried Gollmer begleitet wurde, ging es um ein christliches Miteinander und füreinander Dasein in der Hoffnung auf Christi über alle Grenzen hinweg. Im Anschluss an den Distriktgottesdienst in der voll besetzten Wittlinger Festhalle traf sich die Gemeinde zu einem kurzen Ständerling.