Dettingen an der Erms Die Bürger beim Verkehrsentwicklungsplan haben das Wort

Dettingen an der Erms / WIELAND LEHMANN 06.11.2013
Die Dettinger sind in einer Bürgerversammlung über Ergebnisse der Verkehrsbefragung informiert worden. Zum Verkehrsentwicklungsplan kommen sie zu Wort. Auf der Website, können sie Vorschläge einbringen.

Die Gemeinde hatte der Dr. Brenner Ingenieursgesellschaft den Auftrag gegeben, die Verkehrssituation in der Gemeinde zu untersuchen, um dann einen Verkehrsentwicklungsplan zu erarbeiten. Im April wurde eine Verkehrszählung und -befragung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Gemeinderat im Oktober diskutiert (wir berichteten), am Montag wurden diese in einer Bürgerversammlung vorgestellt.

Das Interesse hätte größer sein können, nur rund 50 Dettinger nahmen daran teil. Dabei geht es gerade um ihr Verhalten, wie sich bei der Vorstellung durch Ulrich Noßwitz zeigte. Bereits Bürgermeister Michael Hillert verwies eingangs darauf, dass man viel bewegen könne, man müsse sich nur "an der eigenen Nase packen".

"Es geht uns um Erkenntnisse, noch nicht um Konzepte", machte Ulrich Noßwitz für den gegenwärtigen Stand der Diskussion klar. Man müsse gemeinsam Veränderungen herbeiführen. Er gab eine Übersicht über den Planungsablauf: Aus dem heutigen Verkehrsgeschehen seien Leitlinien für die künftige Planung zu erarbeiten, dann sei ein Konzept zu finden, auf dessen Grundlage die Entscheidung erwachse.

Die Ergebnisse von Zählung und Befragung ergaben ein überraschendes Ergebnis. Nicht auf dem Durchgangsverkehr durch die Gemeinde liegt der Schwerpunkt von Veränderungen, sondern im Verkehrsaufkommen und -verhalten der Dettingen selbst. Mit rund 51 Prozent erweist sich der Autoverkehr der Bürger, die ihren Start und ihr Ziel in der Gemeinde selbst haben, als neuralgischer Punkt im Verkehrsgeschehen. Nur 14 Prozent sind mit dem Fahrrad unterwegs, 13 Prozent erledigen ihre Wege zu Fuß. Das sei durchaus "steigerungsfähig", gab Ulrich Noßwitz zu bedenken.

Parkplätze seien ausreichend vorhanden, "normalerweise sollte es keinen Parkplatzsuchverkehr geben", stellte er fest. Er verwies aber zugleich auf ein falsches Verhalten von Autofahrern, die zum Beispiel den Gehweg zum Parken einbeziehen. Und man müsse auch nicht immer solange suchen, bis man direkt vor seinem Ziel das Fahrzeug abstellen kann. Das sei eine Frage der Verkehrskultur.

Dass Dettingen über vier Bahnhaltepunkte verfüge, sei eine positive Besonderheit, stellte der Verkehrsexperte fest. Der öffentliche Personennahverkehr werde auch mit Buslinien im innerörtlichen Bereich abgedeckt.

Aus den Untersuchungsergebnissen kristallisierten sich als räumliche Schwerpunkte heraus: Metzinger Straße, Kappishäuser Straße, Am Hammerweg, Kühsteiggasse und Hülbener Straße. Die Verkehrsknotenpunkte an der Ortszufahrt aus Metzingen und zum Gewerbegebiet Vogelsang sollten verbessert werden.

Die Verbindung zwischen der Buchhalde/Hülben und der B 28 könnte weitere Entlastungen für den Verkehr in der Gemeinde bringen. Weshalb könne man dort, wo Flaschen gekauft werden, nicht auch Altglascontainer aufstellen und so doppelte Fahrten vermeiden? Diese Frage eines Teilnehmers zielte auf ein generelles Problem. Wo können Wege vermieden werden, wo lassen sich Wege zwischen Wohnung, Arbeit, Kindergarten, und Einkauf auf einer Fahrt verbinden? Wo ist an welcher Strecke was sinnvoll? Hier sind nun also die Bürger selbst gefragt.

Die Diskussion um den Verkehrsentwicklungsplan geht in die nächste Runde. Seit Dienstagmorgen kann auf der Dettinger Website bei einem Link ein Forum geöffnet werden, auf dem die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Vorstellungen einzugeben. Ebenso wie bei der Bürgerversammlung werden alle Berücksichtigung finden, versicherte Ulrich Noßwitz.

"Wir brauchen sachliche Anregungen und Vorschläge" fügte er hinzu. Das Forum ist bis Ende November geöffnet. Danach wird ein Realisierungskonzept erarbeitet, das im Frühjahr zur Diskussion steht.

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