Bad Urach Den Sternen so nah

Mit Instrumenten und in Gedichtform machten sich die Schüler auf zu den Sternen.
Mit Instrumenten und in Gedichtform machten sich die Schüler auf zu den Sternen. © Foto: Gabriele Böhm
Bad Urach / Gabriele Böhm 18.05.2018

Für den altägyptischen Pharao war die Sonne kein Planet, sondern ein lebensspendender Gott. Das Gedicht von Echnaton, geschrieben etwa 1400 vor Christus, in dem er die Sonne preist, gilt als ältestes der Menschheit. Bei der Veranstaltung „Sonne, Mond und Sterne“, die von den Schülern und Lehrer der Bad Uracher Schulen in Kooperation mit der Volkshochschule Bad Urach-Münsingen durchgeführt wurde, wurden die Gestirne literarisch-musikalisch beleuchtet. In der fast vollbesetzten Mensa des Graf-Eberhard-Gymnasiums entstand eine familiäre Atmosphäre.

Ältestes Gedicht in deutsch

Manfred Frischknecht von der VHS führte durch den Abend und trug auch selbst Gedichte wie die „Nachklänge Beethovenscher Musik“ vor, in dem Clemens Brentano über „Sternensphären meiner Seele“ und „Sonnen meines Herzens“ spricht. Zu hören war auch das „Wessobrunner Gebet“, das um 840 entstandene älteste Gedicht in deutscher Sprache, das die Allmacht Gottes als Schöpfer der Gestirne preist.

Die Schüler hatten sich mit literarischen Meisterwerken auseinandergesetzt und trugen anspruchsvolle Texte wie „Geh unter, schöne Sonne“ von Friedrich Hölderlin, „Ritt im Mondschein“ von Achim von Arnim oder den „Gesang der Engel“ aus Goethes „Faust“ überzeugend vor. Zu Ehren kam auch der expressionistische Dichter Johannes R. Becher, der unter anderem den Text der Nationalhymne der DDR verfasst hatte.

Bei der Veranstaltung im Gymnasium ging es jedoch um Texte wie „Morgenfrühstück in Urach“ oder „Die Heimat“, in denen Becher das „Städtchen inmitten der Hügel“ mit seinen Felsen und Bächen beschrieb. „Reiselied“ und „Einsame Nacht“ von Hermann Hesse beschloss die Reihe der literarischen Vorträge.

Ganz modern wurde es mit den Streichern der Musikschule Bad Urach, die die Titelmelodie von „Star Wars“ intonierten. Auch das französische Volkslied „Au clair de la lune“ erklang.

Soloparts mit Piano

Solistisch trat Martina Auer auf, die von Fritz Schlenker am Klavier begleitet wurde. Von Beethoven sang sie „Die Himmel rühmen“ oder von Robert Schumann gefühlvoll „Die Mondnacht“ mit einer dramatischen Verknüpfung von Natur und menschlichen Gemütsbewegungen. Eines der bekanntesten Volkslieder, „Der Mond ist aufgegangen“, beschreibt ebenfalls, unterstützt von einer sanften Melodie, den im Mondlicht zur Ruhe kommenden Menschen. Gesungen wurde es von allen Anwesenden zusammen.

Doch zum Schluss ließ Frischknecht seinen Schalk aufblitzen und gab die Persiflage „Der Mund ist aufgegangen“ zum Besten. Sie passte perfekt zu der Überraschung, die sich die Schüler der Wilhelmschule ausgedacht hatten. Für das Publikum hatten sie Plätzchen in Form der Gestirne gebacken.

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Schulen aus Bad Urach hatten in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bad Urach-Münsingen einen literarisch-musikalischen Abend zu Ehren der Himmelsgestirne einstudiert.

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