Bad Urach/Hülben Dem Sommer ein Ständchen gebracht

Hatten in Hülben ihren großen Auftritt: Schüler des GEG beim diesjährigen Sommerkonzert.
Hatten in Hülben ihren großen Auftritt: Schüler des GEG beim diesjährigen Sommerkonzert. © Foto: Privat
Bad Urach/Hülben / swp 29.06.2018

Gut gefüllt war die Rietenlauhalle in Hülben am vergangenen Dienstag: Das Graf-Eberhard-Gymnasium (GEG) aus Bad Urach hatte zum Sommerkonzert geladen. Diese Veranstaltung bietet seit vielen Jahren die perfekte Kulisse, das große musikalische Spektrum der Schule einem breiten Publikum zu Gehör zu bringen.

Eingeleitet wurde das Sommerkonzert traditionell durch eine kurze Rede des Schulleiters Friedemann Schlumberger. Er wies auf zwei Besonderheiten hin, die die diesjährige  Aufführung kennzeichneten. Zum einen führe Fritz Schlenker, langjähriger Musiklehrer am GEG, dieses Jahr zum letzten Mal den großen Chor und die GEG-Big-Band zu musikalischen Glanzleistungen in der Hülbener Rietenlauhalle. Fritz Schlenker prägt die musikalische Bildung am Uracher Gymnasium seit vielen Jahren und hat mit den von ihm geleiteten Gruppen viel zum dauerhaften Erfolg der wiederkehrenden Großereignisse (Sommer- und Weihnachtskonzert) beigetragen. Zum anderen betonte Friedemann Schlumberger aber auch das große Engagement der vielen Schüler, die dieses Jahr Abitur machen und danach die Schule verlassen werden. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so viele junge Menschen, deren Blick sich nun nach außen richte, immer noch bereit sind, Zeit und Mühe zu investieren, um Konzerte wie das heutige möglich zu machen“, so Schlumberger.

Anschließend wurde der Abend vom Chor der sechsten und siebten Klassen unter der Leitung Cora-Ann Wagener-Mühlecks auch musikalisch eröffnet. Die ambitionierte Gesangsgruppe fesselte das Publikum von der ersten Minute an mit einem abwechslungsreichen und gesang­lich anspruchsvollen Programm. Die dargebotenen deutschen und englischen Hits aus den letzten Jahrzehnten sorgten offensichtlich für Begeisterung. Entsprechend der Stimmung schloss der Chor mit dem Lied „Hitze ist ­spitze“.

Nach dieser stimmungsvollen Eröffnung war Abkühlung angesagt.  Das große Orchester unter Leitung von Joachim Teufel führte die Zuschauer in den hohen Norden Europas und präsentierte Werke des norwegischen Komponisten und Romantikers Edward Grieg. Geprägt war dieser Programmteil vom Wechselspiel zwischen Flöten, Bassisten und Cellospielern. Lea Vincents Soli mit der Querflöte dürfen als Höhepunkte des Auftritts hervorgehoben werden.

Im Anschluss betrat erstmals Fritz Schlenker mit seinem großen Chor die Bühne. Die Interpretationen englischsprachiger Klassiker, von „Moon River“ bis „New York, New York“ berührten ganz offensichtlich große Teile des Publikums. Ein weiteres Mal war es der eingespielten Truppe gelungen, unterschiedlichste Werke individuell und ausdrucksstark zu präsentieren.

Während das Publikum, zumindest die Älteren, noch in Erinnerungen an schöne Momente schwelgten, strömten die jüngsten Nachwuchssänger des Gymnasiums auf die Bühne und füllten diese komplett aus: Der Chor der fünften Klassen hatte Aufstellung genommen. Die jungen Sänger, wiederum angeleitet von Joachim Teufel, geleiteten ihr Publikum in die Welt der griechischen Mythologie. Das Jugendmusical „Persephone: Kantate für junge Leute“ erzählt die Geschichte der jungen Persephone, Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Umrahmt und rhetorisch geführt von den Texten Mathias Eicks besangen die Fünftklässler die Schönheit der überbordenden Natur und die Lebensfreude Persephones, bis die Bühne plötzlich in dunkle Tücher gehüllt wurde, die nur noch die Köpfe der gut 80 Sänger erkennen ließen: Der Gott der Unterwelt, der finstere Hades, hatte Persephone entführt und in sein Schattenreich verbracht. Diese Untat konnte Demeter natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so erfuhr das Publikum durch den Chor von ihrer Suche nach der geraubten Tochter und dem damit verbundenen ewigen Winter auf Erden. Erst ein Kompromiss im letzten Akt konnte die bedrohliche Situation entschärfen: Ein halbes Jahr würde Persephone nun bei Hades verbringen, die andere Hälfte durfte sie wieder zu ihrer Mutter auf die Erde. Und so wurde den Zuhörern musikalisch der „Ursprung“  der unterschiedlichen Jahreszeiten nähergebracht.

Der abschließende Auftritt des Abends gebührte dann wiederum Fritz Schlenker. Ein letztes Mal zeigten er und seine Big Band gemeinsam ihr großes Können: Mit Swing- und Rock ’n’ Roll-Sounds heizte die Gruppe dem Publikum noch einmal so richtig ein. Unter der engagierten Führung Schlenkers bewiesen die Brass-Künstler, dass sie durch die intensive Arbeit der letzten Jahre zu einer perfekt eingespielten, mit beachtlichen Solokünstlern ausgestattet und professionellen Truppe zusammengewachsen sind.

Für diese Leistung zollte das Publikum den Musikern und natürlich vor allem Fritz Schlenker am Ende des Abends den gebührenden Respekt. Mit Blumen und Standing Ovations wurde der Bandleiter von den gut 450 Gästen gefeiert.

450

Gäste säumten am Dienstagabend die Rietenlauhalle in Hülben. Schüler des GEG aus Bad Urach gestalteten wieder das traditionelle Sommerkonzert.

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