Bad Urach/Mössingen Das Streuobstparadies brennt

© Foto: Uwe Walz
Bad Urach/Mössingen / 27.11.2013
Am Dienstag fand in Mössingen die zweite Mitgliederversammlung des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies statt. Die Mitgliederzahl ist seit der gründung im Mai 2012 deutlich gestiegen.

Bad Urach/Mössingen. Dass das Streuobstparadies schon ganz schön Fahrt aufgenommen hat, verdeutlichten der Vorsitzende, der Esslinger Landrat Heinz Eininger und die Geschäftsführerin Maria Schropp, die umfassend über das erste Jahr des jungen Vereins berichteten. Eindrucksvoll schilderte Landrat Eininger, dass die gemeinsame Idee des Streuobstparadieses fruchtet: Mit 150 Mitgliedern wurde der Verein gegründet, inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 223 angestiegen. Nachdem der Vorsitzende einen Überblick über die laufenden Projekte und die stattgefundenen Termine gab, ging die Geschäftsführerin Maria Schropp ins Detail.

Maria Schropp präsentierte den Mitgliedern erstmals das Logo des Vereins: ein farbenfroher Baum wird ab sofort bei der Außendarstellung des Streuobstparadieses eingesetzt. Aber es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Baum: Im Stamm ist eine Hand erkennbar, die die Krone mit den bunten Früchten trägt. „Eine Landschaft, von Menschenhand geschaffen und weiterhin auf Menschenhand angewiesen“, erläuterte die Geschäftsführerin. „Letztendlich liegt es in unserer Hand, die Streuobstwiesen zu erhalten“, ergänzte der Vorsitzende, Heinz Eininger. Die Geschäftsführerin zeigte den Mitgliedern an diesem Abend auch, was die neue Internetseite, die Ende des Jahres online gehen wird, leistet und wie das Thema Streuobst dort für die Besucher greifbar wird.

Erarbeitet und auf den Weg gebracht wurden viele Konzeptionen und Projekte: Im Bereich Tourismus werden derzeit Streuobstrouten zum Wandern, Radfahren und für Busreisende entwickelt. „Wir müssen Streuobst erlebbar machen und schöne Landschaft mit Genuss und Erlebnis verbinden“, erklärt Schropp. Gefördert wird die Maßnahme, genauso wie die Entwicklung des Corporate Designs und der Internetseite, vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Auch Bildung, Nachwuchsförderung und Naturschutz sollen nicht zu kurz kommen: Entsprechend der laufenden Projekte in den Landkreisen Böblingen und Zollernalbkreis soll der Streuobst-Unterricht durch Streuobst-Pädagogen auf das gesamte Vereinsgebiet ausgedehnt werden. Die erarbeitete Konzeption soll im nächsten Schritt in die Landratsämter zur politischen Abstimmung gehen.

Im kommenden Jahr stehen außerdem zwei Lehrgänge auf dem Programm, die eine Qualitätsoffensive im Produktbereich einläuten sollen: Lehrgänge zu den Themen „Mostherstellung“ und „Destillaterzeugung“ sollen Streuobst-Begeisterten praktische Tipps zur Herstellung qualitativ hochwertiger Streuobst-Produkte an die Hand geben.

Im Fokus der konzeptionellen Arbeit steht weiter die Produktvermarktung. Dass das gemeinsame Apfel-Chips-Projekt mit einem großen Trockenfrüchte-Hersteller vorerst aussetzen muss, tut dem Wille, Streuobst-Produkte am Markt besser zu platzieren, keinen Abbruch.

Aktuell macht der Verein mit der Veranstaltungsreihe „Das Paradies brennt!“ auf sich aufmerksam. „Mit dem Streuobstparadies haben wir endlich die Möglichkeit, die vielen Akteure und ihre Bemühungen zu bündeln und auf eine andere Ebene zu heben“, betont die Geschäftsführerin und lobt die über 70 Veranstaltungen der Brennereien, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe bis Mai nächsten Jahres stattfinden. Für das kommende Frühjahr kündigt Maria Schropp die nächste Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Schwäbisches Hanami“ an.