Das schmucke Vereinsheim des Geflügelzuchtvereins mit den Freigehegen für das Federvieh im Dettinger Freizeitgelände, unmittelbar hinter dem Freibad gelegen, ist den meisten ja noch geläufig. Nicht jedem dürfte allerdings bekannt sein, dass der Verein exakt „Geflügelzucht und Vogelschutzverein“ heißt. Um den zweiten Aspekt ging es bei einem ganztägigen Naturschutzeinsatz der Vereinsmitglieder am Samstag.

„Tatsächlich waren das früher mal zwei getrennte Vereine, aber schon 1935 haben sich beide zusammen geschlossen“, erzählt Helmut Bader, der als Vogelschutzwart im Verein aktiv ist. So wirke der Geflügelzucht- und Vogelschutzverein etwa so, wie in anderen Gemeinden eine Nabu-Gruppe, so Bader.

Dazu passt, dass der Verein auf Dettinger Gemarkung drei Vogel-  und Naturschutzgebiete unterhält. Diese müssen regelmäßig gepflegt werden, was am Samstag wieder auf dem Programm stand. Der Auftakt wurde im „Benedikten“ gemacht, einem kleinen Waldstück, das als sogenannter Trittstein Futter- und Nistmöglichkeiten aufweist.

Um das Gebiet herum wird der Heckenbewuchs bewusst dicht gehalten, um einen natürlichen Schutz zu haben. Innen jedoch wurde am Samstag ordentlich Holz gemacht, vor allem der Unterbewuchs wurde ausgedünnt, um den Vögeln auch die nötige Bewegungsfreiheit zu bieten. Gleichzeitig wird aber auch darauf geachtet, dass in Bodennähe eine ausreichende Zahl an Brutmöglichkeiten erhalten bleibt. „Die allermeisten Vögel brüten nämlich in einer Höhe zwischen null und zwei Metern“, weiß Helmut Bader. Er und seine Vereinskollegen achten darauf, dass immer Bewuchs unterschiedlichen Alters vorhanden ist, um ein möglichst breites Nahrungsangebot bieten zu können.

Der Erfolg des kleinen Schutzgebietes zeigt sich an der Vielzahl von Vogelarten, die im „Benedikten“ beobachtet werden können. Meisen, Klaiber, Halsbandschnäpper, der auf der roten Liste der bedrohten Vögel stehende Wendehals, Gartenrotschwänze, fast alle Spechtarten sowie brütende Rotkehlchen und Zaunkönige sind vorhanden.

„Uns geht es aber nicht ausschließlich nur um Vögel“, sagt Helmut Bader. „Vom kleinen Käfer bis zum Greifvogel sind uns alle Tiere wichtig.“ So sind Füchse, Hasen, Siebenschläfer oder Bienen, die sich an den dort stehenden Akazien ernähren, ebenso regelmäßige Gäste im Gebiet „Benedikten“.

Das zweite Schutzgehölz, das am Samstag durchgearbeitet wurde,  ist der „Fuchsberg“. Hier gibt es als Besonderheit einen Tümpel, in dem Molche leben. Eine extra angelegte Trockenmauer ist Heimat für Salamander. Für die Vögel steht dort als Nahrungsgrundlage viel beerentragendes Wildgehölz.

Das dritte Schutzgebiet ist der „Kuhfriedhof“ in der Buchhalde. Hier wird dann im kommenden Jahr wieder der Schwerpunkt des jährlichen Arbeitseinsatzes des Vereins liegen.

Ohne die logistische Unterstützung der Gemeinde könnte der Verein seine Pflegemaßnahme übrigens gar nicht durchführen, wie Helmut Bader betont. Dafür bekommt Dettingen im Gegenzug aber auch drei wertvolle Naturschutzgebiete.

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Nistkästen hat der Vogelschutzverein auf Dettinger Gemarkung aufgehängt. Darüber hinaus betreut er drei Schutzgebiete, das älteste trägt diesen Status bereits seit 1905.