Bad Urach Burgerbrater will in die Stadt

McDonald’s plant eine Filiale auf dem brachliegenden Gelände an der Stuttgarter Straße.
McDonald’s plant eine Filiale auf dem brachliegenden Gelände an der Stuttgarter Straße. © Foto: AFP
Bad Urach / Simon Wagner 18.07.2018

Das Rätselraten hat ein Ende. Spekulationen und Gerüchte, wie es nach der Schließung des Supermarkts „Treff 3000“ mit dem brachliegenden Gelände zwischen der Stuttgarter Straße und Burgstraße in Bad Urach weitergehen könnte, kursierten in den vergangenen Monaten zuhauf.

Nun ist klar, der Burgerbrater „McDonald’s“ hat nicht nur ein Auge auf das Gelände geworfen, sondern am 4. Juni auch entsprechende Bauanträge bei der Stadtverwaltung eingereicht. Sie umfassen neben dem Abbruch des leer stehenden Supermarktgebäudes auch den Neubau eines Fast-Food-Restaurants, samt Drive-in-Bereich und Parkplätzen. Der eigentliche Restaurantbereich umfasst rund 200 Quadratmeter. Daran angeschlossen sind technische Einrichtungen wie Küchen oder Sanitäranlagen. Auf dem Gelände soll das Gebäude mit einer Höhe von 5,50 Metern errichtet werden, samt einem Werbepylon mit 6,50 Meter Höhe. Einmal eröffnet, will das Restaurant täglich zwischen 6 Uhr morgens und 1 Uhr nachts Mahlzeiten servieren. Auch an Sonn- und Feiertagen.

Während der Sitzung des Technischen Ausschusses der Stadt wurden die entsprechenden Pläne der „McDonald’s Immobilien GmbH“, mit Sitz in München, vorgestellt. Dabei handelte es sich lediglich um eine Information des Gremiums. Zu beschließen hatte es nichts. Das Gelände, im gültigen Bebauungsplan ausgewiesen  als Gewerbegebiet, befindet sich in Privatbesitz, zudem liegen Verstöße gegen die städtebaulichen Vorschriften nach derzeitigem Stand nicht vor. Die Beteiligung der Behörden und Fachämter läuft aktuell noch. Auch wurde bereits damit begonnen,  direkte Nachbarn zum geplanten Vorhaben zu befragen, um etwaige Einwendungen im weiteren Verfahren zu berücksichtigen. Verkehrstechnische Probleme an der stark frequentierten Hochhaus-Kreuzung erwartet die Stadt nicht.

Das Vorhaben löste unter den Ausschussmitgliedern gleichwohl ein geteiltes Echo aus. Vorneweg Sabine Bittner befürchtet nach der Eröffnung der Filiale eine zunehmende Vermüllung der Stuttgarter- und Burgstraße. Nach Angaben von McDonald’s produzierte jedes Restaurant im Jahr 2016 im Schnitt 52 Tonnen Abfall pro Jahr. Der Konzern jedoch hat sich auferlegt, im Umfeld seiner Restaurants das Aufsammeln von Müll selbst zu stemmen. Derzeit laufen noch entsprechende Gespräche, wie Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann berichtete.

Dass sich mit der Eröffnung der Filiale das Müllaufkommen auf den Straßen der Stadt – abseits von neuralgischen Punkten und den schon heute anfallenden Mengen – insgesamt drastisch erhöhen wird, daran glaubt Marcus Vogel (Grüne) jedoch nicht. Zudem hielt er fest: „McDonald’s gehört zum Ortsbild vieler Ortschaften – ob es einem gefällt oder nicht.“ Den Untergang des Abendlandes jedenfalls sieht er nicht aufscheinen.

Auch wurde die Sorge laut, dass das neue Angebot viele Schüler anlocken könnte, die zur Mittagszeit lieber in einen Burger beißen, als sich in der ohnehin schon mangelhaft ausgelasteten Schulmensa niederzulassen. „Das lässt sich nicht vom Tisch wischen“, stimmte Rebmann zu. Alleine, nach vorliegenden Erkenntnissen, habe die Stadt keinerlei Möglichkeit gegen den Bauantrag vorzugehen.

Wann der Neubau tatsächlich angegangen wird und das Schnellrestaurant schließlich den Betrieb aufnehmen wird, ist, nach dem jetzigen Stand, noch offen. Der Konzern zeigte sich auf  Nachfrage dieser Zeitung zugeknöpft.

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