Gartenschau Bewerbung und Zahlen unseriös?

So könnte die Gartenschau in Bad Urach einmal aussehen.
So könnte die Gartenschau in Bad Urach einmal aussehen. © Foto: Privat
Bad Urach.   / Simon Wagner 18.05.2018

Ging bei der Bewerbung der Stadt Bad Urach um die Austragung der Gartenschau im Jahr 2027 oder 2029 alles mit rechten Dingen zu? Wenn es nach dem Bad Uracher Uwe Knauer geht, dann müsse man diese Frage mit einem eindeutigen Nein beantworten. Wie schon mehrfach zuvor, nahm er auch während der jüngsten Ratssitzung auf den Besucherrängen Platz, und nutzte die Einwohnerfragestunde dazu, das Wort zu ergreifen und grundsätzliche Kritik am Vorhaben los zu werden. Mehr noch. Er ließ Bürgermeister Elmar Rebmann wissen, dass er wenige Stunden zuvor Klage gegen ihn eingereicht habe. Was er Rebmann konkret vorwirft, war bislang nicht zu erfahren. Rückschlüsse könnten sich allerdings aus einer Unterlassungserklärung ergeben, die er Bürgermeister Rebmann bereits im Vorfeld der Ratssitzung zukommen ließ. Bis heute blieb sie ununterschrieben. In dem Schreiben fordert ihn Knauer dazu auf, zu bestätigen, dass es eine Täuschung mit dem Ziel der Irreführung darstelle, die Machbarkeitsstudie als seriös zu bezeichnen. Entsprechende Bezeichnungen seien künftig zu unterlassen.

Zahlen in der Kritik

Knauer bemängelte zuletzt das Zahlenwerk, das der Machbarkeitsstudie beigefügt ist. Die Studie ging zur Bewerbung an das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Aufgeschlüsselt sind unter anderem, in einem Investitions- und in einem Durchführungshaushalt, verschiedene Finanzgrößen. Hier will Knauer Posten ausgemacht haben, die im falschen Kostenplan gelandet seien. Damit entbehre der Studie nicht nur die Seriosität, sondern dem Rat sei auch eine korrekte Entscheidungsgrundlage abhanden gekommen, als er die Machbarkeitsstudie Ende des Jahres einstimmig verabschiedet hatte.

Rebmann indes wehrt sich gegen derlei Zuschreibungen. Er hatte sich beim Ersteller des Zahlenwerks, Urs Müller-Meßner, entsprechend rückversichert. Zwar sei im Rahmen der Studie ein irrtümlicher Begriff gewählt worden, die aufgestellten Kosten aber seien inhaltlich richtig verbucht und voll förderfähig, so der Geschäftsführer von Kienleplan in einer Stellungnahme. Wie Rebmann, so betont auch der Landschaftsarchitekt, dass es sich bei den angeführten Kosten lediglich um ungefähre Größen handle. Sie seien zwar durch Erfahrungswerte begründet, vor dem Abschluss eines Architektenwettbewerbs aber notwendigerweise vorläufiger Natur. In diesem Stadium der Planung so vorläufig, dass sie im Rahmen der Studie eigentlich gar nicht aufgeschlüsselt werden müssten.