Bad Urach Beruf bietet viele Chancen

Azubis informieren die Oberschüler über das Berufsbild des Finanzbeamten. Foto: Tristan Staack
Azubis informieren die Oberschüler über das Berufsbild des Finanzbeamten. Foto: Tristan Staack
TRISTAN STAACK 06.11.2012
Spätestens im Herbst, wenn die Betriebe neue Azubis einstellen, kommt bei vielen Jugendlichen die Frage nach der Berufswahl auf. Ein Schnuppernachmittag im Finanzamt sollte bei der Entscheidung helfen.

Jugendliche aus Oberschulen der Region hörten aufmerksam zu, als Gerhard Maurer, Leiter des Finanzamtes Bad Urach, seine Behörde und den Beruf des Finanzbeamten vorstellte. "Auch das Finanzamt ist inzwischen hochmodern", so Maurer, "die EDV Technik bringt einen epochalen Umschwung mit sich, daher sind sehr gute Computerkenntnisse unbedingt notwendig." Außerdem sollten Bewerber, die sich für diesen Beruf interessieren, teamfähig sein. In der Kurstadt werde stets im Team gearbeitet, was auch am sehr komplizierten deutschen Steuersystems liege, das nach Maurers Ansicht in Zukunft eher noch komplexer werde dürfte.

Der Schnuppernachmittag im Finanzamt Bad Urach findet jedes Jahr im Herbst statt, eben dann, wenn auch Betriebe um das Interesse der Schulabgänger buhlen. Dabei spielt der Standort Urach eine wichtige Rolle bei der Ausbildung junger Finanzbeamter. In Ballungsräumen wie Stuttgart haben es die Ämter schwer, Azubis für sich zu gewinnen, da sie in direkter Konkurrenz zu den großen Konzernen der freien Wirtschaft stehen, die oftmals als die attraktiveren Ausbildungsstätten angesehen werden. Daher bildet die Dienststelle Bad Urach mehr Azubis aus, als nach dem Abschluss der Ausbildung beschäftigt werden können. Einige der jungen Beamten werden dann in andere Finanzämter versetzt. "Das soll natürlich so sozialverträglich wie möglich geschehen", erklärt Gerhard Maurer.

Um den interessierten Jugendlichen möglichst auf Augenhöhe zu begegnen, nahmen Azubis, die sich derzeit in der Ausbildung befinden, einen Teil der Infoveranstaltung in die Hand. Zunächst erklärten sie, dass die Ausbildung zum Finanzbeamten im mittleren Dienst zwei Jahre dauert, für den gehobenen drei.

Im Anschluss an die Präsentation hatten die Schüler Gelegenheit, ihre Fragen direkt an diejenigen zu richten, die gerade selbst mitten in der Ausbildung stecken. "Wir wollen den jungen und modernen Charakter unserer Einrichtung vermitteln. Die Jugendlichen wollen keinen Anzugträger sehen", erklärt Maurer lächelnd. Und das Konzept geht auf. Lebhaft wird an den Tischen gefragt und erklärt. "Wie läuft die Ausbildung ab?" "Wie groß ist der Prüfungsstress? Und welche Möglichkeiten habe ich dann mit dem Abschluss?", sind nur einige der Fragen, sagt Azubi Jochen Buck, auf die er und seine Kollegen Antworten finden mussten.

Die späteren Aufgabenbereiche sind dabei überraschend vielfältig. Ob Innendienst oder Außendienst, Prüfung oder Vollstreckung oder auch Rechtsbehelfsstelle oder allgemeine Verwaltung, die angehenden Beamten haben die Qual der Wahl. Die möglichen Arbeitsfelder sind natürlich auch abhängig vom Schulabschluss. Wer die Mittlere Reife hat, dem steht der mittlere Dienst offen, wer Abitur oder Fachhochschulreife mitbringt, kann auch einen Bachelor of Laws absolvieren und dann im gehobenen Dienst arbeiten.

So oder so ist der Beruf interessant. Zwar ist der Verdienst nicht so hoch wie in der freien Wirtschaft, dafür hat man als Beamter einen sicheren Arbeitsplatz. "Wir haben keinen Mangel an Bewerbern", sagt Maurer und verweist auf die Möglichkeit, sich über das Internet beim Finanzamt Bad Urach zu bewerben.

Info Unter www.was-gibts-zu-glotzen.de können Interessierte ihre Bewerbung ganz ohne bürokratischen Aufwand beim Finanzamt einreichen.